F1-Test Jerez

RB5 auf Anhieb schnell

Sebastian Vettel Foto: dpa 38 Bilder

Sebastian Vettel konnte schon beim ersten Test des neuen Red Bull RB5 respektable Zeiten fahren. Am Dienstag (10.2.) war in Jerez nur Sebastien Buemi im Vorjahres-Toro Rosso schneller als der Heppenheimer.

Buemi fährt im Feld der fünf Testteams allerdings außer Konkurrenz, da sein 2008er Chassis zwar aerodynamisch abgerüstet wurde, aber immer noch deutlich effizienter ist als die Konkurrenz mit den aktuellen Boliden. So verlegte der Schweizer seinen Fokus auf die Erprobung eines neuen Steuer-Systems und spulte so viele Kilometer wie möglich auf das Ferrari-Triebwerk. Mit 104 Runden war der jüngste zugleich auch der fleißigste Pilot im Feld, was vor allem daran lag, dass Buemi auch während der Schauer mit Regenreifen auf die Strecke ging.

Vettel schnellster Neuwagenpilot

Sebastian Vettel konnte sich derweil schon an die Abstimmungsarbeit des erst am Montag präsentierten Red Bull RB5 machen. In einer Zeit von 1:19.660 Minuten war der Heppenheimer schnellster der Neuwagen-Piloten. Am Mittwoch wird Mark Webber sein lang ersehntes Comeback am Lenkrad des RB5 feiern. Nach seinem Beinbruch Ende November fühlt sich der Australier endlich wieder fit genug, um ins Cockpit zu steigen. Sollte die Belastung doch zu groß sein, werden sich die beiden Red Bull-Männer den Tag teilen.

Hinter Vettel war mit Nico Hülkenberg ein weiterer Deutscher gut unterwegs. Der Williams-Pilot legte 82 Runden zurück und bestätigte mit einem Rückstand von knapp drei Zehnteln die beeindruckende Frühform des FW31. "Nico hat vor allem System-Checks und Setup-Arbeit durchgeführt", erklärte Technikchef Sam Michael das Programm. "Trotz des schlechten Wetters zur Tagesmitte konnten wir noch ausreichend im Trockenen fahren und viele nützliche Daten sammeln."

Kovalainen mit Zwangspausen

Heikki Kovalainen war für McLaren im Auftrag der KERS-Forschung auf der Strecke und fuhr knapp eine halbe Sekunde hinter Vettel die viertbeste Zeit. Allerdings sorgten zu hohe Temperaturen und überstiegene Druck-Grenzen im Hybrid-System zu einigen Not-Stopps. Dadurch kam der MP4-24 am Ende nur auf 60 Runden.

"Das Team wird das gleiche Programm morgen noch einmal fahren und ist optimistisch, dass die Länge der Runs mit dem wachsenden Verständnis der KERS-Einheit weiter erhöht werden kann", ließ McLaren verlauten. Pilot Kovalainen soll immerhin zufrieden gewesen sein mit der Funktion seines Zusatz-Antriebs.

Renault fährt weiter hinterher

Am Ende des Feldes reihte sich wieder einmal Renault ein. Mit einer knappen Sekunde Rückstand auf den Rest haben die Franzosen scheinbar immer noch keine Lösung für ihre Probleme gefunden. Immerhin arbeitet man in Enstone intensiv an der Verbesserung. Nelson Piquet Jr. fuhr am Dienstag mit einer neuen Front, deren seitliche Flanken noch weiter zurückgezogen waren als bei der ersten Version.

"Die Strecke bot heute wegen des schlechten Wetters keine konstanten Bedingungen", entschuldigte Christian Silk, der Chef-Testingenieur. Erst am Ende habe man ein paar Long-Runs fahren können. Auch Piquet war verständlicherweise nicht glücklich mit dem Tag. Schon beim ersten Test in Portimao musste der Brasilianer wegen des schlechten Wetters nur zuschauen: "Es ist schade, dass wir heute so viel Zeit verloren haben. In dieser Phase der Saison müssen wir so viele Kilometer wie möglich zurücklegen."

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