Fernando Alonso - McLaren - GP Bahrain 2019 Motorsport Images

Alonso gibt Formel 1-Comeback

Vorteil Mercedes mit Russell

Das Reglement erlaubt vier Testtage unter der Saison. Zwei davon müssen von jungen Fahrer bestritten werden, die höchstens zwei Grand Prix in ihrer Vita stehen haben. Für Mercedes ist das ein Vorteil. George Russell ist zwar Stammfahrer bei Williams, gilt aber als „junger Fahrer“.

Die Formel 1-Teams brechen nach dem GP Bahrain ihre Zelte nicht ab. Am Dienstag und Mittwoch sind die ersten beiden Testtage von insgesamt vier während der Saison eingeplant. Die nächsten beiden finden nach dem GP Spanien Mitte Mai statt. Das Reglement schreibt vor, dass zwei der vier Tage von so genannten „jungen Fahrern“ bestritten werden. Dazu zählen alle Piloten mit höchstens zwei GP-Starts. Weil Bahrain das zweite Rennen des Jahres ist, fallen die GP-Neulinge George Russell, Lando Norris und Alexander Albon noch in die Kategorie „junge Fahrer“. In Barcelona dann nicht mehr.

Wohl dem, der einen dieser Stammpiloten für eigene Zwecke nutzen kann. Aus Sicht der Ingenieure macht das mehr Sinn als einen völlig unerfahrenen Piloten in das Cockpit zu setzen. Mercedes hat den Vorteil, dass an einem der vier Testtage Williams-Fahrer George Russell zur Verfügung steht. Der Engländer teilt sich den Testtermin in Bahrain mit Lewis Hamilton. So muss Mercedes nur noch einen Fahrer aus der Kategorie „unerfahren“ finden, der mit Valtteri Bottas in Barcelona den Silberpfeil fährt. Da Williams in Bahrain auf Bezahl-Tester Nicholas Latifi zurückgreift, hat Russell auch noch einen Testtermin bei Williams offen. Dann bereits als etablierter Fahrer. Bis zum GP Spanien hat der Engländer bereits fünf GP-Starts absolviert.

Mick Schumacher unter Druck

Ferrari hat diesen Luxus nicht. Hier müssen mit Mick Schumacher und Calum Illot zwei absolute Neulinge ins Lenkrad greifen. Beide kommen aus der Formel 3 und haben zum Zeitpunkt ihres Formel 1-Debüts kaum Formel 2-Erfahrung. Mick Schumacher macht dabei gewaltige PS-Sprünge. Letztes Jahr war der Sohn des Rekord-Weltmeisters in der Formel 3 noch mit 220 PS unterwegs. Am Bahrain-Wochenende werden es bei den beiden Formel 2-Rennen 620 PS sein. Und am Dienstag in Bahrain zerren rund 980 PS Systemleistung an der Kette.

Mick Schumacher - Formel 2 - Bahrain 2019
Wilhelm
Mick Schumacher landete bei seiner Formel 2-Premiere auf den Plätzen sechs und acht.

Nicht wenige im Fahrerlager halten das für einen zu großen Sprung in zu kurzer Zeit. Und dann noch in einem Ferrari-Cockpit. Da ist maximale Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit garantiert. Zumal am Mittwoch Sebastian Vettel am Start steht, was mit Sicherheit einige wenig sinnvolle Vergleiche provozieren wird.

Schumacher wird einen Tag später auch bei Alfa-Sauber fahren. Die umgekehrte Reihenfolge hätte man eher verstanden. Sauber wird auch dem zweiten Ferrari-Junior Calum Illot eine Testchance geben. Allerdings erst in Barcelona. Der Engländer steht mit Sicherheit unter einem deutlich geringeren Mediendruck als der amtierende Formel 3-Meister Schumacher. Wegen des Namens, des Timings und ein paar Rennen mehr Formel 2-Erfahrung bis dahin. Es wäre vielleicht sinnvoller gewesen, ihn zuerst den Ferrari fahren zu lassen.

Alonsos Rücktritt hielt nur 128 Tage an

Was für Mercedes gilt, zahlt sich auch für McLaren aus. Lando Norris gilt noch als „junger Fahrer“, ist aber gleichzeitig Stammpilot. Somit ist seine eineinhalb Testtage in Bahrain gratis. Dass sich Carlos Sainz einen halben Tag mit Norris das Cockpit teilt, hat keinen Einfluss. Der Tag gilt als Testtermin für einen „jungen Fahrer“. So kann McLaren in Barcelona noch einmal auf Sainz und Norris zurückgreifen. Es kommt noch besser. McLaren führt mit Toro Rosso in Bahrain Pirelli-Reifentests durch. Die zählen nicht zu dem Test-Kontingent. Da Pirelli von den Teams verlangt, erfahrene Piloten einzusetzen, bot sich für Mclaren die willkommene Gelegenheit, Fernando Alonso ins Auto zu setzen. Der Spanier gibt also 128 Tage nach seinem Rücktritt ein Comeback. Er fährt einen vollen Tag und löst sich am Mittwoch mit Carlos Sainz ab.

Toro Rosso hat mit Alexander Albon den gleichen Freibrief. Der Thailänder wird in Bahrain beide Testtage im Auto sitzen, was heißt, dass Toro Rosso auch in Barcelona beide Stammpiloten einsetzen kann. Albon fällt unter das Etikett „junger Fahrer“. Daniil Kvyat führt im zweiten Toro Rosso im Auftrag von Pirelli Reifentests durch. Red Bull hat Max Verstappen und Daniel Ticktum für den Bahrain-Test nominiert. Damit gibt Red Bulls großes Talent einen Tag nach seinem ehemaligen Formel 3-Gegner Schumacher sein Formel 1-Debüt.

GP Bahrain 2019: Das Rennen in Bildern

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 Fahrerparade - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 Fernando Alonso - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 48 Bilder
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