Daniel Ricciardo - McLaren - Bahrain - Testfahrten - Tag 2 - 13.3.2021 xpb
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Daniel Ricciardo: Zwischenbilanz bei Bahrain-Test

Ricciardo zufrieden mit McLaren Bremse ist größte Umgewöhnung

Daniel Ricciardo zieht eine positive Zwischenbilanz nach zwei halben Tagen im neuen Auto. Der Australier fühlt sich wohl im neuen Team und im McLaren MCL35M. Die größte Umstellung erfordert die Bremse. Zum Abschluss will sich Ricciardo mehr dem Limit des Autos nähern.

Eigentlich gibt es für Daniel Ricciardo bislang nichts zu meckern. Sein neues Team hat ihn gut aufgenommen. Der Strahlemann der Formel 1 fühlt sich pudelwohl im neuen Umfeld. Ricciardo lernte es im abgelaufenen Monat in der McLaren-Fabrik in Woking besser kennen, und jetzt sein neues Auto bei den Testfahrten in Bahrain unter trockenen Bedingungen. Seine beiden Filmtage in Silverstone spulte McLaren bei verregnetem Wetter auf wenig repräsentativen Demo-Reifen ab.

An zwei halben Testtagen oder acht Stunden im Auto drehte McLarens Neuzugang 97 Runden oder 525 Kilometer. Ricciardo belegte am ersten Tag den siebten Platz und am zweiten in der Endabrechnung den neunten. "Bislang läuft alles glatt. Ich wüsste nicht, was hätte besser sein sollen – abgesehen von den Rundenzeiten", sagt der Mann aus Perth mit einem Grinsen. Darauf hat er bislang keinen Wert gelegt, weil es wenig Sinn gemacht hätte. Ricciardo war jeweils im ersten Teil der Session unterwegs. Und da sind die Verhältnisse schlechter als am Nachmittag und am Abend. Deshalb liegen die Prioritäten anders.

Daniel Ricciardo - McLaren - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Daniel Ricciardo drehte am zweiten Testtag 52 Runden.

Ricciardo freut sich auf Testfinale

In den ersten vier Stunden ist es heißer und damit rutschiger auf der Strecke. So wie im ersten und dritten Training an einem GP-Wochenende in Bahrain. Hinten heraus, wenn die Sonne untergeht und die Flutlichter angeknipst werden, legt der Asphalt an Haftung zu. Die Verhältnisse sind repräsentativer, weil auch das Qualifying und das Rennen am Abend unter Kunstlicht ausgetragen werden. Die Strecke kühlt aus und die Reifen können sich besser mit dem Untergrund verzahnen.

Je länger die Autos fahren, desto mehr Gummi liegt auf der Bahn und desto weniger Sand. Deshalb lassen sich zwischen Teil eins und Teil zwei eines Testtages keine Vergleiche ziehen. "Am Vormittag rutscht das Auto viel mehr. Das fühlt sich nicht atemberaubend an." Doch das geht allen Fahrern so. Unter den schlechteren Bedingungen konzentrieren sich die Teams zu Beginn eines jeden Tags eher auf Aerodynamik-Tests, Systemchecks, um die Zuverlässigkeit abzuklopfen, Reifenarbeit. Schnelle Runden spielen keine Rolle.

Umso mehr freut sich der siebenmalige GP-Sieger auf das Testfinale am Sonntag. Dann wird erst der Teamkollege in den MCL35M klettern, bevor Lando Norris an den Mann aus Perth übergibt. "Dann werde ich vielmehr wissen, wie es um die Performance des Autos steht." Wie schnell es gehen kann, zeigte der Teamkollege. Norris wurde Zweiter am Freitag und Vierter am Samstag mit einer Rundenzeit von 1:30.586 Minuten, drei Zehntel hinter der Spitze. Für Ricciardo sieht das Testprogramm morgen auch eine Rennsimulation vor.

An den zwei halben Tagen lernte Ricciardo trotz der schwierigen Streckenverhältnisse trotzdem viel. Sein neues Team beeindruckt ihn. Ricciardo sieht strukturierte Meetings, effizientes Arbeiten und Disziplin in der Mannschaft. Die Handschrift von Teamchef Andreas Seidl ist klar sichtbar. Das neue Auto liegt im Verhältnis zu vielen Konkurrenten gut auf der Strecke. McLaren hat den Mercedes-Motor ganz offenbar erfolgreich in das Gesamtkonzept adaptiert.

Daniel Ricciardo - McLaren - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Am Vormittag standen Aerodynamik-Tests auf dem Programm.

Das Gefühl für die Bremse

Noch bleibt Luft nach oben. "Bin ich schon eins mit dem Auto? Noch nicht. Das wird etwas dauern." Alles andere wäre bei der wenigen Testzeit auch verwunderlich. Die größte Umstellung verlangt die Bremse. Ricciardo braucht ein gutes Gefühl und maximales Vertrauen, um seine berüchtigten Überholmanöver aus dem Hinterhalt zu vollstrecken.

Der Routinier mit 188 Grand Prix in der Vita erkennt ein Muster. "Schon bei meinem Wechsel von Red Bull zu Renault habe ich am längsten gebraucht, mich auf das Bremsverhalten einzustellen. Ich muss noch verstehen, wo genau da das Limit mit dem Auto liegt", führt der 31-Jährige aus. Wie gewohnt ist Ricciardo optimistisch. "Ich werde das schon hinbekommen. Der McLaren ist traditionell ein gutes Auto auf der Bremse. Ich hoffe, ich werde euch in diesem Jahr ein paar schöne Überholmanöver bieten."

Das Gefühl hängt mit den mechanischen Bauteilen zusammen und habe nichts mit dem Brake-by-wire-Bremssystem zu tun. Hierüber werden die Hinterradbremsen nicht wie üblich über die Hydraulik angesteuert, sondern über einen elektronischen Impuls. Das ist so seit der Einführung der Hybrid-Motoren 2014. "Es ist ein neues Auto, mit anderen Pedalen und einer anderen Position. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen."

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