Lewis Hamilton - Mercedes - GP Mexiko - Formel 1 - Freitag - 27.10.2017 sutton-images.com
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Mexiko - Formel 1 - Freitag - 27.10.2017
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Mexiko - Formel 1 - Freitag - 27.10.2017
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Mexiko - Formel 1 - Freitag - 27.10.2017
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Mexiko - Formel 1 - Freitag - 27.10.2017 103 Bilder

F1-Trainingsanalyse GP Mexiko 2017

Dreikampf an der Spitze

Die Longruns bestätigen die schnellsten Zeiten des ersten Trainingstages zum GP Mexiko. Mercedes, Ferrari und Red Bull kämpfen auf Augenhöhe. Alle drei hatten aber auch ihre Probleme.

Es war ein turbulenter erster Trainingstag für den GP Mexiko. Nicht nur auf der Strecke. An den Kommandoständen fiel die Zeitnahme mit den Zwischenzeiten und den Reifeninformationen für eine halbe Stunde aus. Die Ingenieure mussten sich nach dem zweiten Training ihre Informationen erst zusammenklauben. Zwei Dinge hat der erste Tag auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez schon gezeigt. Die letztjährige Pole Position ist bereits um fast eine Sekunde unterboten. Und der Dreikampf an der Spitze ist so eng, wie es die schnellsten Runden des Tages vermuten lassen. Red Bull schlug Mercedes um 0,131 Sekunden und Ferrari um 0,250 Sekunden.

Alle drei Topteams hatten ihre Probleme. Lewis Hamilton vernichtete einen Satz Supersoft mit einem Highspeed-Dreher ausgangs der S-Kurven. Sebastian Vettel musste das Training um knapp 17 Minuten unterbrechen, weil der Feuerlöscher im Cockpit explodiert war. Beide Red Bull waren gezwungen, ihre Longruns zu verkürzen. Das Team musste die Verkleidung öffnen, weil die Renault V6-Turbo zu überhitzen drohten. Das bedeutet für den Rest des Wochenendes aerodynamische Einbußen. Max Verstappen konnte dann auch noch vorzeitig Feierabend machen. Wieder einmal gab eine MGU-H den Geist auf. Es war eine alte Antriebseinheit. Verstappen droht keine Startplatzstrafe.

Hamilton lobt Super-Longrun

In den Rennsimulationen auf den Ultrasoft-Reifen liegen zwar die Red Bull-Piloten vorne, doch das Bild ist verzerrt. Bei Max Verstappen zählten nur 4, beim Tagesschnellsten Daniel Ricciardo nur 7 Runden zum Longrun. Lewis Hamilton drehte 28 Runden auf einer Garnitur Ultrasoft. Und war mit 1.21,699 Minuten im Schnitt nur vier Zehntel langsamer als Verstappen auf seinem Mini-Dauerlauf. „Es war einer der besten Longruns , die mir je gelungen sind. Je wärmer es wurde, umso konstanter wurden meine Zeiten“, freute sich Hamilton. Er begann die Drittel-Renndistanz mit einer Zeit von 1.21,404 Minuten und hörte mit einer Runde von 1.21,646 Minuten auf. Dazwischen lagen 19 Runden mit 1.21er Zeiten.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Mexiko - Formel 1 - Freitag - 27.10.2017
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Lewis Hamilton zeigte sich im Longrun stark aufgelegt.

Besser vergleichen lassen sich die Longruns auf den Soft-Reifen. Valtteri Bottas und Daniel Ricciardo spulten jeweils 7 Runden ab. Ricciardo mit 1.21,455 Minuten im Mittel, Bottas mit 1.21,547 Minuten. Bottas war allerdings nur mit seinem Vormittagstraining zufrieden. „Wir haben für das zweite Training das Setup umgebaut. Leider in die falsche Richtung. Nachdem wir wieder zurückgerudert sind, gelang es mir nicht mehr, die Reifen in das Fenster zu bringen.“

Ferrari muss in den Dauerläufen noch zulegen. Sowohl bei Vettel als auch bei Räikkönen fehlte die Konstanz. 1.21er Zeiten waren im Vergleich zu Mercedes und Red Bull eine Rarität. Besser lief es auf den Supersoft-Reifen. Da führte Vettel die Rangliste an. Allerdings ohne die Mercedes und Red Bull.

Die Leidensgeschichten im Mittelfeld

Auch im Mittelfeld ging es drunter und drüber. Kaum ein Team, das ungeschoren durch den Tag kam. Force India musste in der Mittagspause das Auto aufbauen, das Testfahrer Alfonso Celis am Morgen in der Peraltada-Kurve rückwärts in die Wand gesetzt hatte. „Mir fehlt ein Training und deshalb auch noch das perfekte Setup“, klagte Esteban Ocon. Teamkollege Sergio Perez startete fast perfekt in seinen Heim-Grand Prix. Beachtlich war der Longrun auf den Soft-Reifen, mit dem der Mexikaner auf Räikkönen-Niveau lag.Ob Force India den neuen Unterboden einsetzt, muss ein Daten-Check über Nacht ergeben. „Sergio war nicht hundertprozentig überzeugt. Wir werden das mit den Daten abklären“, verrät Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Bei Williams verzeichnete Lance Stroll zwei Abflüge. Felipe Massa war leidlich zufrieden. Auf den Ultrasoft-Reifen lieferte er sich ein enges Duell mit Ocon. „Wir haben einen ganz guten Weg gefunden, die Hinterreifen in Schuss zu halten.“ Einsatzleiter Rob Smedley forderte: „Auf eine Runde mit wenig Sprit an Bord muss noch mehr kommen.“ Der GP Mexiko wird wie im Vorjahr ein Einstopp-Rennen. Unklar ist nur mit welchen Reifen. „Wenn wir auf den Supersoft-Reifen 45 Reifen schaffen, dann können wir auf den Soft-Reifen verzichten. Der Ultrasoft hält 30 Runden durch.“

Lance Stroll -Williams - GP Mexiko - Formel 1 - Freitag - 27.10.2017
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Bei Williams muss auf eine Runde noch mehr Performance kommen.

Toro Rosso verzeichnete zwei Motorschäden. Mit Brendon Hartley am Morgen, mit Pierre Gasly am Nachmittag. Hartley notierte dennoch zufrieden: „Ich fühle mich schon viel besser als in Austin.“ HaasF1 erlebte einen turbulenten Tag. Romain Grosjean feuerte sein Auto bereits in der 4. Runde in die Absperrungen. Damit war sein Trainingstag beendet. Ein Reifenschaden als Folge zerstörte den Unterboden. Grosjean wird den Grand Prix möglicherweise mit dem alten Aerodynamik-Paket bestreiten. „Er ist mit dem neuen praktisch nicht gefahren, weil wir am Morgen Giovionazzi zu Vergleichszwecken auf das alte gesetzt hatten“, erklärt Teamchef Guenther Steiner. Kevin Magnussen litt an Montezumas Rache. Der Däne schleppte sich jeweils 14 Runden lang auf Ultrasoft- und Supersoft-Reifen um den Kurs und wurde nach dem Briefing ins Hotel geschickt.

Fernando Alonso bescherte McLaren-Honda die siebtschnellste Rundenzeit. In den flüssigen Kurven des zweiten Sektors zählte der Spanier zu den schnellsten. Im Longrun auf den Ultrasoft-Reifen war Alonso nur 29 Tausendstel langsamer als Bottas. Allerdings auf eine kürzere Distanz. Stoffel Vandoorne konnte im ersten Training zuschauen. Eine defekte Benzinpumpe killte einen weiteren Motor. Vandoorne ist zurück auf der Version 3.7.

Bei Renault schaffte nur Carlos Sainz Dauerläufe. Der Spanier war auf den Ultrasoft-Reifehn lediglich ein Zehntel langsamer als Vettel. Mit den Supersoft-Gummis hängte der Spanier den direkten Konkurrenten Ocon um drei Zehntel ab. Nico Hülkenberg spielte das Versuchskaninchen für eine neue Hinterradaufhängung. Der Speed auf eine Runde lag im Bereich der Force India. „Trotzdem müssen wir noch an der Balance arbeiten.“ Auf Longruns musste Hülkenberg verzichten. Der Motor wurde zu heiß. Renault musste daraufhin wie Red Bull größere Löcher in die Verkleidung schneiden.

Longrun-Analyse GP Mexiko 2017

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifentyp
1. Verstappen 1.21,224 4 ultrasoft
2. Ricciardo 1.21,335 7 ultrasoft
3. Hamilton 1.21,699 28 ultrasoft
4. Räikkönen 1.21,904 5 ultrasoft
5. Vettel 1.22,096 13 ultrasoft
6. Sainz 1.22,193 10 ultrasoft
7. Bottas 1.22,232 15 ultrasoft
8. Alonso 1.22,261 9 ultrasoft
9. Perez 1.22,600 13 ultrasoft
10. Ocon 1.22,822 12 ultrasoft
11. Massa 1.22,870 18 ultrasoft
12. Hartley 1.23,095 10 ultrasoft
13. Stroll 1.23,190 10 ultrasoft
14. Wehrlein 1.23,256 10 ultrasoft
15. Vandoorne 1.23,373 6 ultrasoft
16. Magnussen 1.23,635 14 ultrasoft
     
1. Vettel 1.21,187 7 supersoft
2. Sainz 1.21,790 6 supersoft
3. Ocon 1.22,013 8 supersoft
4. Stroll 1.22,939 12 supersoft
5. Vandoorne 1.23,176 6 supersoft
6. Hartley 1.23,295 4 supersoft
7. Magnussen 1.23,792 14 supersoft
8. Ericsson 1.24,185 11 supersoft
     
1. Ricciardo 1.21,455 7 soft
2. Bottas 1.21,547 7 soft
3. Räikkönen 1.21,922 17 soft
4. Perez 1.21,928 11 soft
5. Massa 1.22,294 5 soft
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