F1 Trainingsanalyse

Rosberg drei Zehntel vor Hamilton

Nico Rosberg - Formel 1 - GP Brasilien- 7. November 2014 Foto: xpb 91 Bilder

Nico Rosberg will um den WM-Titel kämpfen. Der WM-Zweite lag in beiden Trainingssitzungen vor Lewis Hamilton. Beide Mal um zwei Zehntel. Im Longrun lag die Differenz bei drei Zehntel. Doch drei rote Flaggen im zweiten Training machen eine Analyse fast unmöglich.

Es war der Tag der roten Flaggen. Eine am Morgen, drei am Nachmittag. Die Longruns auf einer der kürzesten Strecken im GP-Kalender waren eher Shortruns. Nur wenige schafften fünf bis sechs Runden am Stück. "Die Aussagekraft ist gleich null. Vorne haben die Reifen Blasen geworfen, hinten haben sie gekörnt. Wir müssen auf ein normales Training und mehr Grip von der Strecke warten, bis wir klarer sehen", resümierte Williams-Chefingenieur Rob Smedley.

Neuer Asphalt stellt Ingenieure vor Herausforderung

Der neue Asphalt in Interlagos stellte die Ingenieure vor Rätsel. "Seine Mikro-Rauigkeit liegt 50 Prozent unter der des alten Asphalts. Deshalb rutschen die Autos mehr", bedauerte Pirelli-Sportchef Paul Hembery. Das führt an der Hinterachse zum Körnen der Lauffläche. Pirelli hatte auf Bitten der Fahrer extra weichere Reifen als ursprünglich geplant nach Sao Paulo gebracht. Und die weiche Mischung ist jetzt möglicherweise zu weich. "Der Soft-Reifen ist schon während der ersten Runde abgekippt", erzählte Smedley.

Hembery erwartet, dass mehr Gummi auf der Bahn und die für den Rest des Wochenendes angekündigten tieferen Temperaturen das Problem lösen werden. "Hätten wir die harten Reifen mitgenommen, hätte es mit ihnen die Probleme gegeben. Für uns ist es eine Situation, bei der wir nicht gewinnen können."

Vettel hadert mit Motoren-Setup

Egal, wie die Bedingungen, Mercedes bestimmt das Tempo. Auf eine Runde und auf die Distanz. Nico Rosberg ließ Lewis Hamilton zwei Mal hinter sich. Im ersten Training um 0,221 Sekunden, im zweiten um 0,213 Sekunden. Auch im Mini-Dauerlauf über jeweils sechs Runden hatte Rosberg die Nase vorn. Sein Schnitt betrug 1.16,049 Minuten. Der von Hamilton 1.16,307 Minuten. Wie schon in Austin fühlte sich Rosberg auf Anhieb mit dem gewählten Setup wohl.

Red Bull war nach Aussage von Teamberater Helmut Marko zufrieden: "Wir waren schneller unterwegs als in den letzten Wochenenden am Freitag. Vom Speed her gibt es ein gutes Bild. Wir wissen nur nicht, wie lange die Reifen halten. Die roten Flaggen ließen eine vernünftige Rennanalayse nicht zu." Während Daniel Ricciardo in seine sechs Runden zwei extrem langsame Umläufe einbaute, drehte Sebastian Vettel vier Runden am Stück. Mittelwert: 1.16,516 Minuten. Der Weltmeister war nicht zufrieden. "Das alte Lied. Die Leistung entfaltet sich nicht so, wie sie soll. Das drückt auf die Rundenzeit." Marko verrät: "Wir werden Sebs Motoren-Setup auf den Stand von Ricciardo umbauen."

Ferrari beerdigt Uralt-Motor

Fernando Alonsos Longrun machte ein Motorschaden den Garaus. Es war der älteste Motor im Fünfer-Kontingent. Er sollte nach dem Training zu Grabe getragen werden. Nach 50 Runden in den beiden Trainingssitzungen war spektakulär Schluss. Der Ferrari F14T veranstaltete einen Feuerzauber.

Alonso über die Reifen: "Ihr Verhalten war in jeder Runde anders." Kimi Räikkönen überraschte mit der drittschnellste Runde. Trotz Verkehr. Doch der Finne fuhr aber nie länger als drei Runden am Stück. Räikkönen äußerte sich positiv: "Wir konnten das Untersteuern eliminieren. Es hängt vom Streckentyp und den Reifensorten ab, ob uns das gelingt."

Bei Williams schaffte nur Valtteri Bottas einen einigermaßen repräsentativen Longrun. Der Finne kam in sechs Runden auf 1.17,092 Minuten. Wie üblich waren die Williams am Freitag schwerer unterwegs als die Konkurrenz. McLaren hatte abgesehen von ERS-Problemen in beiden Trainings Mühe, auf Speed zu kommen. Das zeigt auch der Longrun-Versuch von Jenson Button. Mit 1.17,851 Minuten lag er im Bereich von Adrian Sutil, der im Sauber eine Zeit von 1.17,907 Minuten erzielte. Und Sutil bezeichnete sein Auto am Nachmittag wegen der großen Hitze als "unfahrbar".

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