Sebastian Vettel & Maurizio Arrivabene - Ferrari - Formel 1 - 2017 xpb
Sebastian Vettel - GP USA 2007
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F1-Transfermarkt 2018

Vettel hält den Schlüssel in der Hand

Auf dem Fahrermarkt geht es nicht um die Frage, wie 2018 die Cockpits besetzt werden. Der Blick richtet sich schon auf übernächstes Jahr. Dann sind Daniel Ricciardo und wahrscheinlich auch Max Verstappen verfügbar.

Sommerpause. Die ideale Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Das beliebte Fragespiel „Wer fährt wo“ ist in diesem Jahr besonders kompliziert. Nicht, dass es viele offene Stellen für 2018 gäbe. Nein, das entscheidende Jahr ist 2019. Und da schauen die Teams jetzt schon drauf. In der übernächsten Saison ist Daniel Ricciardo auf dem Markt und vielleicht auch Max Verstappen. Außer Red Bull kriegt die Kurve und kann ihm 2018 beweisen, dass man 2019 ein Weltmeister-Team ist.

Mercedes und Ferrari müssen sich für 2019 einen Platz offenhalten. Kein Top-Team kann sich die Chance entgehen lassen, einen der Red Bull-Stars zu bekommen. Aber auch die Fahrer, die für diese Zeit flexibel sein wollen, dürfen sich jetzt nicht zu lange binden. Aus Sicht von Sebastian Vettel wäre ein Einjahresvertrag somit sinnvoll. Ferrari pocht aber auf eine längere Vertragsdauer. Man wird sich vermutlich in der Mitte einigen. Dass Vettel bei Ferrari bleibt, darüber besteht auch bei Niki Lauda kein Zweifel: „Wenn Vettel mit Ferrari gewinnt, kommt er doch nicht zu uns. Bei Ferrari fährst du zuerst mit dem Herzen.“

Wer schnappt sich Ricciardo und Verstappen?

Mercedes kann warten. Weil sich Ferrari spätestens bis zum GP Italien festlegen wird. Dann werden wir auch wissen, ob Kimi Räikkönen ein weiteres Jahr dranhängen darf oder ob Ferrari mit dem Jungstar Charles Leclerc ein Risiko eingeht. Jetzt, wo Ferrari mit Sauber wieder einen Landeplatz für seine Talente hat, ist die Räikkönen-Lösung wahrscheinlicher. Weil Kimi auch brav den Wasserträger für Vettel spielt.

Sobald Vettel bei Ferrari bestätigt ist, beginnt Mercedes die Verhandlungen mit seinen Fahrern. Lewis Hamilton hätte für 2019 keine Alternativen mehr, wenn sich Vettel länger mit Ferrari verheiratet. Valtteri Bottas wird sich damit begnügen müssen, von Jahr zu Jahr bestätigt zu werden. So ergeben sich für Mercedes ab 2019 viele Spielarten. Hamilton und Bottas, Hamilton und Ricciardo/Verstappen, Bottas und Ricciardo/Verstappen. Ab 2020 kehrt auch noch Esteban Ocon in den Mercedes-Hafen zurück.

Fernando Alonso - GP Ungarn 2017
sutton-images.com
Alonso gehen die Alternativen aus: McLaren oder Renault?

Fernando Alonso hält sich alle Optionen offen, obwohl er in Wahrheit kaum welche hat. Außerhalb der Formel 1 gibt es nichts mehr. Die WEC ist tot, das Indy 500 nur ein einziges Rennen. In der Formel 1 kann er sich entscheiden zwischen McLaren und Renault. Bei Renault müsste er gravierende Abstriche beim Gehalt machen. Das könnte ihm auch bei McLaren blühen, wenn sich Honda verabschiedet. Bei Renault wäre McLaren nur Kunde. Da zahlt der Motorenpartner nicht mehr die Hälfte der Fahrergehälter. Mit dem erstaunlich guten Testdebüt von Lando Norris in Budapest hat McLaren seinem Superstar einen Warnschuss verpasst. So als wollte man sagen: Wir haben auch Alternativen.

Zu wenige Fahrer mit Formel 1-Erfahrung

Das attraktivste Team im Mittelfeld ist derzeit Renault. Man spürt, dass bei dem französischen Werksrennstall etwas vorwärts geht. Die jüngsten Ergebnisse sind keine Eintagsfliege, sondern ein Trend. Um das Cockpit neben Nico Hülkenberg bewerben sich viele Fahrer: Sergio Perez, Carlos Sainz, Robert Kubica. Alle wären sie billiger als Alonso. Auch das setzt den Spanier unter Druck.

Alonso betreibt Eigenwerbung, wo er kann. Auf der Rennstrecke mit außergewöhnlichen Leistungen, außerhalb mit einer Charme-Offensive. Er geht das Wagnis Indianapolis ein, springt in Montreal auf die Tribüne, und er setzt sich in Ungarn im Parc fermé in einen Liegestuhl, um den neuen Formel 1-Besitzern einen Gefallen zu tun. Das Foto ging um die Welt. „Alonso muss in ein konkurrenzfähiges Auto“, fordert auch Ross Brawn.

Der 36-jährige Ex-Weltmeister ist der kompletteste Fahrer im Feld, doch die großen Teams schrecken wegen seiner schwierigen Persönlichkeit vor ihm zurück. Renault-Sportdirektor Cyril Abiteboul bremst zu hohe Erwartungen: „Wir brauchen Zeit. Ans Gewinnen dürfen wir frühestens 2019 denken.“ Zu lange aus Sicht eines Fahrers, dessen Uhr ebenfalls tickt. „Fernando muss zu Mercedes oder Ferrari“, stellt sein Manager Flavio Briatore nüchtern fest. Doch dafür muss schon ein Erdbeben das Fahrerlager erschüttern.

Perez ist vertragsfrei und könnte ohne Probleme zu Renault. Sainz müsste bei Toro Rosso freigekauft werden. Für einen Preis, den Renault wahrscheinlich nicht investieren will. Perez ist hin- und hergerissen. Er weiß, dass er mit Force India keinen Fehler machen kann, aber er will endlich auch mal den Absprung in ein Top-Team schaffen. Und Renault könnte eines werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit Checo vor Ende der Sommerpause abschließen“, gibt sich Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer hoffnungsvoll.

Und wenn nicht? „Dann grasen wir den Markt nach Alternativen ab.“ Williams hätte das gleiche Problem, wenn ihnen Felipe Massa abhandenkäme. Immerhin, der Brasilianer will bleiben. Viele Fahrer mit Formel 1-Erfahrung sind nicht mehr verfügbar. Pascal Wehrlein, Felipe Nasr, Sebastien Buemi. Dann wird es schon dünn. Vielleicht die Chance für Formel 3-Stars wie Lando Norris. Oder man holt Jenson Button aus seiner Rente zurück.

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