Vier Piloten rotieren Cockpits

„Titel mit Red Bull auch unrealistisch“

Gasly, Ricciardo, Alonso & Sainz - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 23. August 2018 Foto: sutton-images.com 102 Bilder

In der Sommerpause haben Daniel Ricciardo, Pierre Gasly, Carlos Sainz und Fernando Alonso neue Pläne für die kommende Saison bekanntgegeben. In Belgien musste sich das Quartett zum Gruppen-Interview der Presse stellen.

Das Transferkarussell kam in der Sommerpause ordentlich ins Rotieren. Die Piloten spielten „Reise nach Jerusalem“ – nur nicht mit Stühlen, sondern mit Cockpits. In diesem Fall blieb einer ohne Fahrschein, als die Musik aufhörte zu spielen. Fernando Alonso gab seinen Abschied nach der Saison bekannt. Allerdings wurde der Spanier nicht zum Rücktritt gezwungen. Er hört auf eigenen Wunsch auf.

Die Motivation und die Leidenschaft seien nach 17 Jahren in der Formel 1 nicht mehr in dem Maße vorhanden, wie es eigentlich sein sollte. Ohne Chance auf Siege verging Alonso einfach der Spaß. Und die Top-Teams zeigten kein Interesse an einer Verpflichtung: „Wenn man in einem siegfähigen Auto sitzt, dann fährt man natürlich weiter, auch wenn man nicht mehr so die Motivation verspürt“, gab der Spanier zu.

Sainz nur kurz ohne Cockpit

Weil Alonso aufhört, bekommt sein Freund und Landsmann Carlos Sainz eine zweite Chance: „Als Renault die Verpflichtung von Daniel Ricciardo bekanntgegeben hat, stand ich kurz ohne Cockpit da. Aber ich habe schon länger mit McLaren Gespräche geführt. Deshalb war ich nicht besonders besorgt. Ich freue mich schon auf die neue Aufgabe. Das Projekt ist langfristig ausgelegt. Zum ersten Mal in meiner Karriere habe ich einen Zweijahresvertrag unterschrieben“, so Sainz zufrieden.

Ausgelöst wurde die ganzen Rochade durch Daniel Ricciardos Wechsel zu Renault. Die Unterschrift des Australiers hatte auch seinen alten Arbeitgeber Red Bull überrascht. „Das war ein langer Prozess. Ich habe hin und her überlegt und versucht, alle Faktoren einzubeziehen. In Ungarn wusste ich noch nicht, was ich mache. Nach dem Test am Dienstag bin ich dann 48 Stunden in mich gegangen und habe mich dann entschieden.“

Ricciardo wollte neue Aufgabe

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Laut Ricciardo hatten weder das Gehalt, noch die Angst vor Honda oder die Konkurrenz zu Max Verstappen eine Rolle gespielt. „Es gab nur einen Schlüsselfaktor: Ich wollte mich verändern! Nach 10 Jahren in der Formel 1 ist es an der Zeit, etwas Neues anzugehen. Ich hatte schon länger Kontakt zu Renault. Sie waren in den Verhandlungen sehr ehrlich. Keiner hat mir versprochen, dass wir nächstes Jahr in Melbourne gewinnen werden. Aber der Zukunftsplan hat mich überzeugt.“

Laut Ricciardo gab es auf allen Seiten viele Unbekannten. Deshalb werde er seine Entscheidung auch nicht bereuen. „Realistisch gesehen ist es unwahrscheinlich, dass wir nächstes Jahr mit Renault den Titel angreifen können. Aber das wäre bei Red Bull wohl nicht viel anders gewesen. Mercedes und Ferrari sind einfach momentan zu stark.“

Gasly freut sich auf Verstappen

Der große Profiteur des überraschenden Ricciardo-Wechsels heißt Pierre Gasly. Der junge Franzose rückt unverhofft in das Red Bull-Team auf. „Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass Daniel verlängert. Das hat mich völlig überrascht. Das zeigt aber nur, wie schnell sich die Dinge in der Formel 1 ändern können.“

Laut Ricciardo müsse ihm Gasly für den Gefallen einen ausgeben. Der Beförderte freut sich schon auf die neue Aufgabe: „Für mich ist es ein massiver Schritt in meiner Karriere. Max Verstappen ist ein sehr starker Fahrer. Das wird eine schwere Herausforderung. Jetzt muss ich mich aber erst einmal auf meine Zeit bei Toro Rosso konzentrieren.“

Nächste Wechsel in Monza?

Mit den vier genannten Wechseln ist das Transferkarussell aber noch nicht ausgedreht. Schon in Monza könnte es weitergehen. Durch den Force-India-Verkauf könnte Lance Stroll von Williams zum neuen Team seines Vaters wechseln. Der freie Platz bei Williams würde dann zumindest bis Saisonende an Robert Kubica gehen. Und Ocon, der sein Cockpit bei Force India räumen muss, würde gerne bei McLaren als neuer Sainz-Teamkollege unterkommen.

Doch noch sitzt Stoffel Vandoorne im zweiten McLaren. „Ich gehe fest davon aus, dass ich die Saison bei McLaren zu Ende fahren werde“, so Vandoorne. Stroll wiederum antwortete auf die Frage, ob er die Saison garantiert bei Williams abschließt, mit der vielsagenden Antwort: „In der Formel 1 kann man gar nichts garantieren.“

Neuester Kommentar

Lance kann nicht anders, als das tun, was sein Vater sagt. Wenn er aus Stolz nicht zu FI kommt, weil es dann nach Vitamin B12 aussieht und bei Williams bleiben möchte, dreht ihm Papa womöglich den Geldhahn zu. Zudem glaube ich nicht, dass Stroll zwei Teams finanziert, wenn er nicht großes Mitspracherecht hat (wie DM bei RB). Kein Cockpit für Stroll jun ohne Stroll sen. Da hat der Satz mit "Ich weiß nicht, was mein Vater mit mir vor hat" wie die Faust aufs Auge.

p2d 24. August 2018, 13:29 Uhr
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