F1-Vorschau GP China

Dritter Vettel-Streich in Shanghai?

Formel 1 - GP China 2017 Foto: sutton-images.com 59 Bilder

Zweimal konnte Ferrari den Mercedes trotz unterlegenem Speed im Rennen schon schlagen. Doch die Strecke in Shanghai scheint dem Silberpfeil perfekt auf dem Leib geschneidert. In der Vorschau verraten wir Ihnen, wie Vettels Chancen aussehen.

Von diesen Ergebnissen in den ersten beiden Rennen hätten wohl die kühnsten Ferrari-Fans nicht zu träumen gewagt. Seastian Vettel ist mit einer perfekten Punkteausbeute in die Saison gestartet. Für die Anhänger von Mercedes bleibt nur der Trost, dass der Silberpfeil sowohl in Melbourne als auch in Bahrain das schnellere Auto im Rennen war. Kleine Fehler sorgten am Ende aber jeweils dafür, dass die Party bei der roten Konkurrenz steigen konnte.

Auch beim Grand Prix von China sollte Mercedes von der Papierform wieder das bessere Auto haben. Die Hinterreifen werden auf dem Kurs in Shanghai nicht so stark beansprucht wie noch zuletzt in Bahrain. Außerdem ist das Rennen im Reich der Mitte schon seit Jahren ein gutes Pflaster für den Werksrennstall aus Brackley. Seit 2014 konnte hier kein anderes Team gewinnen.

Was spricht also für Ferrari? Vielleicht hilft die ungewöhnliche Reifenwahl von Pirelli. Der Gummilieferant aus Italien überspringt bei der Auswahl erstmals eine Sorte. Neben den konservativen Mischungen Medium und Soft kommt nicht etwa der Supersoft sondern der deutlich weichere Ultrasoft zum Einsatz. Wir sind gespannt, ob es ein reiner Qualifying-Reifen bleibt, oder ob es ein Team schafft, den Superkleber auch im Rennen über die Distanz zu bringen.

Auf Wetterkrapriolen sollte man bei Ferrari nicht hoffen. Regenschauer sind höchstens für den Trainingsfreitag vorhergesagt. Am Rennsonntag soll es trocken bleiben. Die Temperaturen werden wohl kaum einmal über die 20°C-Marke steigen. Das spricht dann wieder für Mercedes.

Die Strecke – Shanghai International Circuit

Der 5.451 Kilometer lange Kurs wurde 2004 vom deutschen Streckendesigner Hermann Tilke in ein Sumpfgebiet vor den Toren Shanghais gepflanzt. Mittlerweile sind im Umfeld der Grand Prix-Strecke zahlreiche neue Wohngebiete wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Vom Layout her bietet der Kurs mit seinen 16 Kurven jede Menge Abwechslung. Es gibt schnelle Kurven, mittelschnelle aber auch sehr langsame Ecken. Besonders markant ist die erste Passage, die in ihrer Form einer „Schnecke“ ähnelt. Die Fahrer bremsen am Ende der Zielgeraden tief in die erste Kurve hinein, lassen sich hinaustragen, um den Scheitelpunkt der zweiten Kehre perfekt zu treffen. Es folgt ein langgezogener Linksknick auf eine etwas längere Gerade.

Die meisten Attacken (mit DRS) wird es wie immer auf der Vollgaspassage zwischen den Kurven 13 und 14 geben. Mit mehr als einem Kilometer ist es eines der längsten Geradeausstücke im Kalender. Weitere Überholmöglichkeiten bieten sich vor Kurve 1, 6 und 11. Wir sind gespannt, ob die FIA die DRS-Zonen wie schon in den ersten beiden Rennen wieder ausweiten wird, um mehr Action zu provozieren.

Gut 80 Prozent einer Runde bestehen aus Kurvenfahrten. Die vielen langgezogenen Kehren sorgen für eine ungewöhnliche Belastung der Reifen. Normalerweise sind die Gummis auf der Hinterachse stärker gefordert. In Shanghai sind die vorderen Gummis der limitierende Faktor – besonders der linke, der in den Kurven 1, 2 sowie 12 und 13 stark beansprucht wird. Doch auch die Hinterreifen müssen bei der Beschleunigung aus langsamen Ecken standhalten.

Fast Facts zum GP China 2018

  • Streckenlänge: 5,451 Kilometer
  • Rundenanzahl: 56
  • Renndistanz: 305,066 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 16 (9 rechts, 7 links)
  • Streckenrekord: 1:32.238 Minuten (Michael Schumacher, 2004)
  • Pole Position 2015: 1:35.782 (Hamilton)
  • Weg von Startplatz 1 bis Scheitelpunkt Kurve 1: 458,1 Meter
  • Länge der Boxengasse: 383 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 40 Prozent
  • Top-Speed: 344 km/h
  • DRS-Zonen: T13-T14 / T16-T1

Das Setup für Shanghai

Wegen der beiden langen Geraden sind die Teams gezwungen, mit etwas weniger Abtrieb als gewünscht zu fahren. Sowohl Front- als auch Heckflügel werden etwas flacher gestellt, um den Top-Speed zu erhöhen und die Zweikampf-Chancen zu verbessern. Generell ist in Shanghai ein mittlerer Abtriebslevel gefragt.
Der Asphalt auf der permanenten Rennstrecke in Shanghai wird regelmäßig erneuert. Durch den Mangel an Bodenwellen und die flachen Kerbs, wird die Bodenfreiheit in China traditionell weit heruntergeschraubt. Bei den Bremsen und Motoren sind keine besonderen Belastungen zu erwarten. Der Vollgasanteil liegt mit 54% im unteren Bereich. Die Temperaturen sind in Shanghai zumeist gemäßigt.
Wie bereits erwähnt bringt Pirelli die Mischungen „ultrasoft“, „soft“ und „medium“ nach China mit. Wir sind gespannt, wie gut vor allem die ganz weichen Gummis auf der anspruchsvollen Strecke halten. In Shanghai drohte früher häufig das Phänomen des Grainings, also das Körnen der Reifenoberfläche. Besonders, wenn die Strecke in den ersten Übungseinheiten noch „grün“ ist, sprich wenig Gummi auf dem Asphalt liegt.

Upgrades:

Nur eine Woche nach dem Rennen in Bahrain sind nicht viele Technik-Upgrades zu erwarten. Viele Teams bereiten sich in der Produktion neuer Teile schon auf das Vollgas-Festival in Aserbaidschan vor. Dort sind spezielle Flügel gefragt. Konkrete Ansagen haben wir keine gehört. Force India will ein zweites Exemplar des neuen Frontflügels bringen, das Sergio Perez in Bahrain im Training getestet hatte. Wir sind gespannt, ob das Upgrade nun endlich im Rennen eingesetzt wird.

Die Favoriten:

Von der Papierform ist der Vorteil von Mercedes in Shanghai noch größer als auf den ersten beiden Strecken. Die einzigen beiden Schwächen des Silberpfeils – die Überbeanspruchung der Hinterreifen und die große Hitzeentwicklung im Heck – sollten beim GP China keine Rolle spielen. Doch wenn uns die ersten Rennen etwas gelehrt haben, dann dass man Sebastian Vettel nie abschreiben sollte.

Vielleicht kommt den beiden in der WM-Wertung führenden Teams ja auch noch Red Bull in die Quere. Der RB14 hat in Bahrain gezeigt, dass er das Renntempo mitgehen kann. In China spielt der Motorenfaktor trotz der langen Gerade eine nicht ganz so große Rolle. Gerne würden wir mal das ganze Potenzial von Verstappen und Ricciardo sehen, ohne dass irgendwas dazwischen kommt.

Im Mittelfeld erwarten wir keine großen Veränderungen im Vergleich zu Bahrain. Toro Rosso muss beweisen, dass der vierte Platz von Piere Gasly keine Eintagsfliege bleibt. Sollte die Konkurrenz keine massiven Upgrades bringen, sehen wir das Juniorteam von Red Bull wieder ganz vorne im Kampf um die Punkteplätze. Dahinter wird es wieder zwischen Haas, McLaren und Renault zum Dreikampf kommen. Force India, Sauber und Williams müssen auf Fehler der Konkurrenz hoffen, wenn es etwas Zählbares geben soll.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP China 2017:

Im Vorjahr konnte Lewis Hamilton den GP China gewinnen. Unter vor allem anfangs schweren Bedingungen siegte der spätere Weltmeister am Ende souverän. Das Rennen startete auf einer feuchten Strecke mit einigen trockenen Stellen. Ferrari versuchte eine frühe VSC-Phase zu nutzen, die durch einen Unfall zwischen Lance Stroll und Sergio Perez ausgelöst wurde. Die Italiener wechselten von Intermediates auf Slicks.

Doch die Strategie ging nicht auf. Weil kurze Zeit später nach einem wilden Unfall von Giovinazzi das Safety-Car auf die Piste rollte. Das gab Mercedes die Gelegenheit, ohne großen Zeitverlust ebenfalls auf Trockenreifen zu gehen. Lewis Hamilton kontrollierte danach das Geschehen. Vettel arbeitete sich zunächst an Kimi Räikkönen vorbei. In der 21. Runde schnappte sich der Ferrari-Pilot dann Daniel Ricciardo in einem Duell mit Radkontakt.

Später holte sich Vettel auch noch Max Verstappen, der sich einen kleinen Fehler leistete. Der Red Bull-Pilot wurde seinem Ruf trotzdem gerecht. Von Rang 16 brauste der Holländer auf das Podest. Mit einer wahnsinnigen ersten Runde, guten Entscheidungen in der VSC- und SC-Phase und einer Energieleistung im weiteren Rennverlauf. Inklusive Manövern gegen Räikkönen und Ricciardo.

Zeitplan GP China 2018

Ereignis Tag Uhrzeit
1. Training Freitag (13.4.) 4:00 Uhr
2. Training Freitag (13.4.) 8:00 Uhr
3. Training Samstag (14.4.) 5:00 Uhr
Qualifiying Samstag (14.4.) 8:00 Uhr
Rennen Sonntag (155.4.) 8:10 Uhr
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