Max Verstappen - GP Imola 2021 xpb
Formel 1 - Streckenrundgang - Algarve Circuit - Portimao - 2020
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Formel 1 - Streckenrundgang - Algarve Circuit - Portimao - 2020 39 Bilder

Vorschau GP Portugal 2021

Vorschau GP Portugal 2021 Red-Bull-Sieg dank Upgrades?

In Portimao steht die dritte Runde im Giganten-Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton auf dem Programm. In der Rennvorschau zum GP Portugal verraten wir Ihnen, warum Red Bull leicht favorisiert an die Algarve reist.

Eigentlich hätte der Formel-1-Zirkus am kommenden Wochenende das erste Mal in Vietnam unterwegs sein sollen. Doch wegen eines Korruptionsskandals rund um die Organisatoren wurde die Hanoi-Premiere auf unbestimmte Zeit verschoben. Des einen Leid ist des anderen Freud: Portimao bekam nach dem ersten Grand Prix letzten Oktober nun unverhofft direkt schon wieder einen Platz im F1-Kalender.

Auch die Fans können sich freuen. Das abwechslungsreiche Layout des Autodromo Internacional do Algarve gleicht mit den vielen Kuppen einer wilden Achterbahnfahrt, die immer wieder Fehler provoziert und spektakuläre Bilder produziert. Schon beim Portimao-Debüt im Vorjahr lieferte die Königsklasse hier gute Unterhaltung.

Die große Frage lautet natürlich, ob das Duell zwischen Mercedes und Red Bull so eng weitergeht wie in den ersten beiden Rennen des Jahres. In Bahrain und Imola kämpften Lewis Hamilton und Max Verstappen jeweils auf Augenhöhe. Nach Siegen steht es nun eins zu eins unentschieden. Die Charakteristik der Strecke und die angekündigten Upgrades lassen das Favoritenpendel in Portugal leicht in Richtung Red Bull ausschlagen.

Im Gegensatz zum Vorjahr scheint das Wetter dieses Mal kein großer Faktor zu werden. Die Meteorologen prophezeien für alle drei Tage des Rennwochenendes trockene Bedingungen mit frühlingshaften Spitzentemperaturen rund um die 20°C-Marke. Die konstanten Verhältnisse dürften den Ingenieuren und den Fahrern das Leben deutlich leichter machen. Wir erwarten weder bei der Kühlung der Motoren noch beim Aufwärmen der Reifen größere Dramen.

Die Strecke: Autodromo Internacional do Algarve

Nach sieben Monaten Bauzeit und Kosten in Höhe von knapp 200 Millionen Euro wurde der Algarve-Kurs im November 2008 eröffnet. Was die Rundendistanz angeht, rangiert Portimao mit einer Länge von 4,653 Kilometern im unteren Mittelfeld des F1-Kalenders. Das Layout bietet eine gute Mischung aus schnellen und langsamen Kurven. Um das Überholen zu erleichtern, hat die FIA neben der DRS-Zone auf der knapp einen Kilometer langen Zielgerade dieses Jahr zwischen den Kurven 4 und 5 noch eine zweite Vollgaspassage für das Flachstellen des Heckflügels freigegeben.

Aus der Vogelperspektive erinnert das Streckenlayout etwas an den Grand-Prix-Kurs in Barcelona. Doch weil das von Ricardo Pena entworfene Asphaltband malerisch in die Hügellandschaft eingebettet wurde, müssen die Piloten auf den 66 Rennrunden ordentlich Höhenmeter bewältigen. Immer wieder senkt sich die Piste direkt vor harten Bremspunkten ab, wie zum Beispiel vor den Kurven 1, 5 und 12. Hier drohen Balance-Probleme und heftige Verbremser.

Vor dem Formel-1-Gastspiel im Vorjahr wurde die Strecke, die normalerweise vor allem Motorrad- und GT-Rennen beherbergt, in vielen Passagen neu asphaltiert. Bodenwellen gab es danach keine mehr. Allerdings präsentierte sich der frisch verlegte Belag bei der Grand-Prix-Premiere noch sehr rutschig. Nachdem die Fahrbahn nun einen Winter lang den Wettereinflüssen ausgesetzt war, sollte das Griplevel deutlich höher liegen.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 4,653 Kilometer
  • Rennrunden: 66
  • Renndistanz: 306,826 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 15 (9 rechts, 6 links)
  • Pirelli-Reifen: C1, C2, & C3
  • DRS-Zonen: 2 (T4/5, Zielgerade)
  • Länge Boxengasse: 473 Meter
  • Distanz Pole bis T1: 301 Meter
  • Top-Speed: 323 km/h
  • Rundenrekord (Rennen): 1:18.750 Min. (Hamilton, 2020)
Pirelli Infografik - GP Portugal 2021
Pirelli
Pirelli bringt wie im Vorjahr die härtesten Mischungen C1, C2 und C3 mit. Die Frage lautet, ob der Asphalt wirklich mehr Grip bietet als letzten Oktober.

Setup:

Weil Portimao nur eine einzige lange Vollgas-Passage zu bieten hat, werden die meisten Teams wohl ein Abtriebslevel wählen, das am oberen Ende der Skala liegt. Ganz steil darf man die Flügel aber auch nicht stellen, wenn man an der Top-Speed-Messung kurz vor der ersten Kurve nicht zur leichten Beute für die Konkurrenz werden will.

Was die Härte des Fahrwerks angeht, verlangen die abwechselnd schnellen und langsamen Kurven nach einem guten Kompromiss. Wegen des ebenen Asphalts und der schnellen Kurven streben die Ingenieure aber nach einer möglichst tiefen Fahrwerkseinstellung. Bei drei Kurven unter der 100-km/h-Grenze darf allerdings auch das Thema Traktion und damit etwas Federweg nicht vernachlässigt werden.

Was den Reifenverschleiß angeht, traute Pirelli dem Braten bei der Portimao-Premiere nicht. Und nun bringen die Italiener wie im Vorjahr schon wieder die drei härtesten Mischungen nach Südportugal. Auch wenn sich der Asphalt etwas aggressiver präsentieren sollte, rechnen die meisten Ingenieure wieder mit einem Einstopp-Rennen.

Mercedes - Imola - 2020
Motorsport Images
Mercedes hatte in Imola einen neuen Diffusor im Gepäck. Legen die Ingenieure in Portimao noch einmal nach?

Upgrades:

Trotz Budget-Cap und Parallel-Entwicklung für 2022 wurden die Technik-Fans beim Europa-Auftakt in Imola mit einigen interessanten Upgrades verwöhnt. Wir erwarten, dass sich die Autos auch in Portimao noch einmal verändern werden, bevor die Entwicklung dann in den kommenden Wochen nach und nach ganz eingestellt wird.

Red Bull lässt sich beim Thema Upgrades bekanntlich nur ungern in die Karten blicken. "In Imola war es übersichtlich, was die Upgrades angeht, aber in Portugal sollte was kommen", ließ sich Sportchef Helmut Marko immerhin entlocken. "Wir haben den Vorteil, dass wir dieses Jahr nicht erst noch größere Probleme lösen müssen, sondern nach vorne entwickeln können."

Mercedes hatte vor zwei Wochen beim Emilia-Romagna-GP einen modifizierten Diffusor im Gepäck, der Lewis Hamilton immerhin zur 99. Pole Position verholfen hatte. Ob der Silberpfeil in Portimao eine weitere Ausbaustufe bekommt, entzieht sich leider unserer Kenntnis. Wir konnten aus dem Mercedes-Lager lediglich erfahren, dass der Motor im Auto von Valtteri Bottas die heftige Kollision mit George Russell überlebt haben soll. Der Finne wird aber mit einem neuen Monocoque unterwegs sein, weil das alte nach dem Crash repariert werden muss.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
Motorsport Images
Die vielen schnellen Richtungswechsel in Portimao sollten dem stabilen Red Bull in der Theorie besser liegen als dem Mercedes.

Favoriten:

Red Bull und Mercedes schieben sich die Favoritenrolle weiter gegenseitig zu. Wir sehen in Portimao Max Verstappen als ersten Siegkandidaten, was nicht nur an den angekündigten Upgrades liegt. Das Portimao-Layout mit den vielen schnellen Richtungswechseln sollte dem RB16B deutlich besser schmecken als dem AMG W12, dem die Ingenieure die Instabilität im Heck zuletzt immer noch nicht ganz austreiben konnten.

Im vorderen Mittelfeld freuen wir uns wieder auf ein extrem enges Hauen und Stechen zwischen McLaren, Alpha Tauri und Ferrari. Wobei das Ergebnis zuletzt sehr stark vom jeweiligen Fahrer und der Tagesform abhing. Lando Norris, Pierre Gasly und Charles Leclerc hinterließen in Imola einen deutlich stärkeren Eindruck als ihre Teamkollegen. Wir sind gespannt, ob sich dieser Trend fortsetzt.

Im hinteren Mittelfeld müssen Aston Martin und Alpine wieder hoffen, dass die schnellere Konkurrenz Fehler macht und ein paar WM-Punkte übrig lässt. Sebastian Vettel hofft vor allem auf ein ganz normales Rennwochenende ohne technische Probleme, Strafen und Wetterkapriolen, damit er sich in Ruhe auf seinen neuen Dienstwagen einschießen kann. Upgrades sind bei Aston Martin übrigens erst wieder für Barcelona geplant.

Beim Hinterbänkler-Trio waren die Rollen in Imola klar verteilt. Williams schaffte es mit beiden Autos sensationell ins Q2. Alfa Romeo wurde unter Wert geschlagen. Wir sind gespannt, ob sich dieses Kräfteverhältnis auch in Portugal wiederholt. Mick Schumacher und Nikita Mazepin hatten Mühe den Anschluss zu halten. Immerhin kennen beide Rookies die Strecke in Portimao gut. Vielleicht geht alleine dadurch schon etwas vorwärts bei Haas.

Carlos Sainz - Formel 1 - GP Portugal 2020
Motorsport Images
Bei der Portimao-Premiere letzten Oktober sammelte Carlos Sainz direkt nach dem Start einige Führungskilometer.

So lief das Rennen im Vorjahr:

Das erste Formel-1-Rennen in Portimao begann gleich mit einem Paukenschlag. Ein kleiner Schauer vor dem Start verwandelte das frisch verlegte Asphaltband in eine rutschige Eisbahn. Nach wenigen Metern lag plötzlich Carlos Sainz an der Spitze, der im Gegensatz zu den Favoriten von Mercedes auf Soft-Reifen und nicht auf den Mediums unterwegs war. Doch der Spaß war mit abtrocknender Strecke schnell vorbei. Kaum hatten Valtteri Bottas und Lewis Hamilton ihre Gummis auf Temperatur gebracht, übernahmen sie wieder das Kommando.

Es entwickelte sich im Folgenden ein interessantes Silberpfeil-Duell. Bottas hatte mit deutlich mehr Verschleiß der heiklen Pirelli-Sohlen zu kämpfen als sein Teamkollege. So robbte sich Hamilton in Runde 20 schließlich ins DRS-Fenster und wagte auf der langen Geraden die Attacke auf das Schwesterauto. Bottas versuchte sich auf der Innenbahn mit allen Mitteln zu verteidigen, doch gegen den heranstürmenden Champion hatte er keine Chance.

Hamilton feierte am Ende überlegen seinen 92. Formel-1-Sieg, mit dem er Michael Schumacher in der Rekord-Tabelle hinter sich lassen konnte. Max Verstappen blieb hinter Bottas nur der dritte Platz. Der Holländer hatte dabei noch Glück, dass er nach einer Kollision mit seinem heutigen Teamkollegen Sergio Perez in der ersten Runde überhaupt weiterfahren konnte. Perez drehte sich mit seinem Racing Point neben die Strecke und musste sich am Ende hinter Charles Leclerc, Pierre Gasly und Carlos Sainz mit Rang sechs zufriedengeben.

Zeitplan GP Portugal 2021

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 1. Training – Fr. 30. April – 12.30 Uhr
Freies Training 2 2. Training – Fr. 30. April – 16.00 Uhr
Freies Training 3 3. Training – Sa. 1. Mai – 13.00 Uhr
Qualifying Qualifying – Sa. 1. Mai – 16.00 Uhr
Rennen Rennen – So. 2. Mai – 16.00 Uhr
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