Sergio Perez - GP Abu Dhabi 2017 sutton-images.com
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Formel 1 WM 2017 ohne drei Top-Teams

Perez wäre Weltmeister

Wie wäre die abgelaufene Saison ohne die drei dominierenden Top-Teams abgelaufen? Wir haben nachgerechnet. In Abu Dhabi wäre es zu einem heißen Titelrennen zwischen Sergio Perez und Esteban Ocon gekommen.

Die Formel 1-WM 2017 war eine Zweiklassengesellschaft. Mehr als je zuvor. Seit dem GP Australien gewinnen nur noch Mercedes, Ferrari und Red Bull. In diesem Jahr haben die drei Top-Teams 59 der 60 Podiumsplätze abgeräumt. Und ihre sechs Fahrer Lewis Hamilton, Valtteri Bottas, Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen, Max Verstappen und Daniel Ricciardo haben wie schon 2016 sämtliche Führungsrunden bestritten und 77,1 Prozent der insgesamt 2020 WM-Punkte auf ihr Konto geschaufelt.

Der Abstand der drei schnellsten Autos im Feld zum Rest betrug je nach Strecke zwischen einer und 1,5 Sekunden. Nie zuvor war diese Lücke über eine gesamte Saison so groß. Bei der krassen Zweiteilung der Meisterschaft bietet es sich geradezu an, die zweite Klasse gesondert zu betrachten.

Wäre die Weltmeisterschaft ohne die großen Drei besser gewesen? Wir haben die 20 Rennen so umgerechnet, als wären Mercedes, Ferrari und Red Bull gar nicht mitgefahren und haben auf dieser Basis die Punkte, Pole Positions, schnellsten Rennrunden und Führungskilometer kalkuliert. Und das kam dabei heraus.

Acht Fahrer gewinnen einen Grand Prix

Der WM-Titel geht an Force India. Das ist keine große Überraschung, denn auch in der echten WM belegten Sergio Perez und Esteban Ocon die Plätze 7 und 8. Mit großem Vorsprung auf alle anderen Fahrer. Es wäre also eine Meisterschaft wie zwischen 2014 und 2016 geworden. Mit einem teaminternen Duell. Da war uns der Zweikampf Mercedes gegen Ferrari lieber.

Perez hätte das Force India-Duell mit 316:300 Punkten gewonnen. Aber es hätte bis zum Finale in Abu Dhabi gedauert, bis der Champion festgestanden wäre. Perez wäre mit 13 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Ocon in das letzte Rennen gegangen und hätte seine WM-Führung als Zweiter hinter Hülkenberg und vor Ocon behauptet.

Sie werden sagen: Keine Überraschung. Das Klassement im richtigen Leben muss identisch mit dem sein, das ohne die drei Top-Teams auskommt. Nicht ganz. Weil sich auf den Plätzen 1 bis 5 die WM-Punkte weiter spreizen. Und weil auch die Plätze 11 bis 16 WM-Punkte bringen können, je nachdem wie viele Fahrer der Top-Teams die Zielflagge gesehen haben. Drei waren es immer. In zwei Fällen sogar alle sechs.

In der WM ohne Hamilton, Bottas, Vettel, Räikkönen, Verstappen und Ricciardo rangiert Felipe Massa auf Rang 3. Tatsächlich lag er hinter den beiden Force India, Nico Hülkenberg und Carlos Sainz auf Rang 11. Doch in unserer fiktiven Wertung gewinnt Massa drei Grand Prix, und zwar in Australien, Bahrain und Brasilien.

WM 2017 ohne Top-Teams – Fahrerwertung

WM 2017 ohne Top-Teams - Fahrerwertung

Fahrer Punkte
1. Sergio Perez 316
2. Esteban Ocon 300
3. Felipe Massa 217
4. Carlos Sainz 184
5. Nico Hülkenberg 170
6. Romain Grosjean 149
7. Lance Stroll 138
8. Kevin Magnussen 115
9. Fernando Alonso 95
10. Stoffel Vandoorne 90
11. Daniil Kvyat 70
12. Jolyon Palmer 68
13. Pascal Wehrlein 42
14. Marcus Ericsson 29
15. Pierre Gasly 18
16. Antonio Giovinazzi 6
17. Brendon Hartley 5

Die 20 Siege sind gleichmäßiger unter acht Fahrern verteilt. Perez gewinnt in Russland, Spanien, Kanada und Malaysia. Ocon in Italien, Japan, USA und Mexiko. Nico Hülkenberg hätte drei Mal 25 Punkte abgeholt: In Silverstone, Spa und Abu Dhabi. Sein Teilzeit-Teamkollege bei Renault Carlos Sainz hätte seine drei Siege allesamt in einem Toro Rosso erzielt: In China, Monaco und Singapur. Auch Fernando Alonso (Ungarn), Romain Grosjean (Österreich) und Lance Stroll (Aserbaidschan) hätten sich in die Siegerliste eingetragen.

Hülkenberg wird Quali-König

Nico Hülkenberg wäre mit fünf Pole Positions der beste Qualifizierer gewesen. Vor Esteban Ocon (4) und Felipe Massa (3). Fernando Alonso hätte die Rangliste der schnellsten Rennrunden angeführt. Der Spanier hätte wie Sergio Perez je vier Mal an der Spitze gestanden. Eine davon ist beiden auch in der Realität geblieben.

Während acht Piloten mindestens ein Mal die Qualifikation angeführt haben, sind es bei der schnellsten Runde sogar 10. Und bei den Führungsrunden hätten sich zwölf Fahrer eingetragen, hätte man die übermächtigen Mercedes, Ferrari und Red Bull entfernt. Spitzenreiter ist hier Sergio Perez mit 1.154 Kilometern vor Hülkenberg mit 1.108 und Ocon mit 1.053. Pascal Wehrlein hätte in Barcelona eine Runde geführt.

WM 2017 ohne Top-Teams – Führungskilometer

WM 2017 ohne Top-Teams - Führungsrunden

Fahrer Führungskilometer Führungsrunden
1. Sergio Perez 1154,0 km 229 Runden
2. Nico Hülkenberg 1108,3 km 187 Runden
3. Esteban Ocon 1053,4 km 217 Runden
4. Felipe Massa 1035,4 km 202 Runden
5. Carlos Sainz 821,1 km 186 Runden
6. Romain Grosjean 274,4 km 64 Runden
7. Lance Stroll 231,5 km 42 Runden
8. Fernando Alonso 214,5 km 47 Runden
9. Stoffel Vandoorne 86,9 km 18 Runden
10. Daniil Kvyat 85,1 km 16 Runden
11. Jolyon Palmer 10,1 km 2 Runden
12. Pascal Wehrlein 4,6 km 1 Runde

Bei den Teams ist der Fall klarer als mit dem kompletten Feld. Force India gewinnt mit 616:355 Punkten gegen Williams. Tatsächlich war es mit 187:83 sogar noch etwas deutlicher. Da lag Ferrari näher an Mercedes dran. Mercedes schlug seinen Herausforderer mit 688:522 Zählern.

Renault wäre den beiden Mercedes-Kunden mit deutlichem Abstand gefolgt, hätte sich aber nur knapp vor HaasF1 behauptet, die in unserer Wertung Toro Rosso überholt und recht deutlich hinter sich gelassen haben. Sauber wäre immer noch Schlusslicht gewesen, allerdings nicht so deutlich wie in der wahren WM-Wertung. Da hat das Schweizer Team nur ein Sechstel der Punkte von McLaren erreicht. Ohne die Top-Teams waren es 41 Prozent des McLaren-Kontostandes.

WM 2017 ohne Top-Teams – Teamwertung

WM 2017 ohne Top-Teams - Teamwertung

Team Punkte
1. Force India 616
2. Williams 355
3. Renault 266
4. HaasF1 264
5. Toro Rosso 249
6. McLaren 185
7. Sauber 77
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