F1-Zirkus Monte Carlo

Weniger Fans und weniger Flair in Monaco

GP Monaco 2009 Foto: dpa 45 Bilder

Die Enge, der Trubel und das kontrollierte Chaos - das alles gehört in den Straßen von Monaco eigentlich zu einem Grand Prix-Wochenende dazu. In diesem Jahr geht jedoch alles etwas gesitteter zu im Fürstentum.

Kaum ein Pilot kennt Monaco besser als Nico Rosberg. Der Williams-Pilot zog mit seiner Familie kurz nach seiner Geburt ins Fürstentum und hatte den Grand Prix einmal im Jahr vor der Haustür. "Meine ehemalige Schule liegt kurz hinter unserem Motorhome und von meiner Wohnung kann ich ins Fahrerlager laufen", erklärt Rosberg seine enge Beziehung zu Monte Carlo.

Roserg mit Beinahe-Crash

Dieses Jahr wunderte sich der Wahl-Monegasse allerdings. Etwas ist anders: "Es ist für mich erschreckend, dass so wenig los ist", sagte der Youngster schon am ersten Trainingstag. Zwei Tage zuvor war er für Filmaufnahmen auf einem Powerboot im Hafen unterwegs. "Auch da war es noch sehr leer. Normalerweise ist da vor dem Rennen schon deutlich mehr los auf dem Wasser." Freie Fahrt gab es trotzdem nicht. Ein Konkurrent kam dem gebürtigen Wiesbadener plötzlich gefährlich nahe: "Jenson Button fuhr in einem anderen Boot und krachte beinahe mit uns zusammen", berichtete Rosberg von seinem Abenteuer.

Reiz von Monaco geht verloren

Auch Nick Heidfeld zeigte sich verwundert über den vergleichsweise geringen Trubel. Der dienstälteste deutsche Formel 1-Pilot bedauert, dass schon in den letzten zwei Jahren die Atmosphäre etwas gelitten hat. "Es ist weniger los als früher. Die Tiptop-Bar ist nicht mehr der Platz, wo man am Wochenende hin muss. Der Teil der Strecke ist jetzt für Autos gesperrt", erklärt Heidfeld, der selbst für ein paar Jahre im Fürstentum wohnte. "Früher hing da eine Riesentraube vor der Kneipe und draußen fuhren die Ferrari und andere große Schlitten vorbei. Es war ein Sehen und Gesehenwerden. Dieser besondere Reiz ist ein bisschen verloren gegangen."

Freie Zimmer und weniger Verkehr

Auch Hotels und Gastronomie spüren die Krise. Noch wenige Tage vor dem Rennen waren viele freie Zimmer erhältlich. Früher musste man Wochen vorher buchen. Restaurants sind zur besten Abendzeit halb leer. Für die arbeitende Gesellschaft hat der Zuschauerschwund allerdings auch Vorteile: Abends um 20 Uhr kann man fast unbedrängt über die Zielgerade nach Hause fahren. Früher bildeten sich bis spät in den Abend lange Staus.

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