Pläne für F1-Zukunft

18-Zoll-Räder schon 2020?

Pirelli - 18 Zoll Formel 1 Reifen - 2014 Foto: Pirelli 23 Bilder

Im Jahr 2021 wird die Formel 1 ihr Gesicht verändern. Ein großer Unterschied werden die Reifen sein. Die Autos sollen dann auf 18-Zoll-Rädern rollen. Möglicherweise bereits ab 2020 – abhängig davon, wer der Zulieferer sein wird.

Ab 2021 soll alles besser werden. Wieder einmal. Dann wird die Formel 1 ihr Gesicht verändern. Die Autos sollen aerodynamisch weniger sensibel und optisch schöner werden. Dazu nimmt das F1-Management auch Anleihen aus der Vergangenheit. 18-Zoll-Räder lösen die aktuellen 13-Zöller ab. Das fordert die Fahrwerksingenieure, weil die Reifen weniger federn werden als die Ballonreifen, die momentan gefahren werden. Und es bringt ein bisschen 70er Jahre Feeling zurück.

Die Vorderräder werden kleiner werden als die Hinterräder. Aus vier Gründen. Je kleiner, desto weniger schädliche Turbulenzen nach hinten. Je weniger sich der Reifen verformt, desto weniger schädliche Luft in Bodennähe. Es spart das Gewicht wieder ein, das die größeren Felgen zunächst draufpacken. Und die Probleme bei der Gewichtsverteilung werden reduziert, was Geld spart.

Halo soll besser integriert werden

Lotus - Formel 1 - Silverstone-Test - 9. Juli 2014 18-Zoll Formel 1-Reifen Fotos vom ersten Lotus-Test

Die neue Reifengeneration debütiert möglicherweise bereits 2020. Das hängt davon ab, wer den Zuschlag für das Reifen-Monopol ab 2020 bekommt. Die Bewerber für die Zeit von 2020 bis 2022 müssen sich bei der FIA bis Juni melden. Kommt ein neuer Reifenlieferant, würde der aus Kostengründen natürlich sofort mit den neuen Reifen beginnen. Sonst müsste er zwei Mal entwickeln. Ein Mal für die aktuellen Größen, dann für die neuen. Pirelli könnte sich Zeit lassen und die neuen Produkte 2020 ausgiebig testen. Man hat ja bereits einsatzfähige Reifen.

Die Reifen sind nur ein Puzzlestein bei der Gestaltung der neuen Autos. Wie futuristisch werden die 2021er Autos aussehen? Pat Symonds leitet die Technikgruppe des Formel 1-Managements. Er erzählt. „Wir haben mal Produktdesigner Autos der Zukunft zeichnen lassen und sie dann einigen Leuten gezeigt. Ich gehe davon aus, dass wir am Ende etwas mittendrin bekommen werden.“ Die Fahrer haben beim 2017er Finale in Abu Dhabi bereits einen Vorgeschmack bekommen. Ross Brawn präsentierte ihnen einige Entwürfe.

Ein wichtiges Element ist, dass der Halo besser integriert wird. Er soll Teil des Cockpits werden und nicht mehr so unangenehm auffallen wie jetzt. Symonds wünscht sich auch kürzere Autos, die schwieriger zu fahren, dafür agiler bei Richtungswechseln sind. Die Aerodynamik soll immer noch den Unterschied ausmachen, doch in enger gesteckten Grenzen.

„Bei allem, was wir tun, muss wichtig sein, dass man mit diesen Autos im Zweikampf gut fahren kann. Wir betreiben in diese Richtung viel Forschungsarbeit. Ich muss da aber auch die Teams loben. Wir bekommen bei diesem Thema so viel Unterstützung wie noch nie“, so Symonds.

Hersteller sollen Elektropaket zum Verkauf anbieten

Toro Rosso STR13 - Screenshot - Honda-Motor Soundcheck-Video - 2018 Foto: Toro Rosso
Beim Motoren-Reglement für 2021 werden immer noch Kompromisse gesucht.

Ein weiteres Thema ist das Gewicht. Antriebseinheiten sollen durch den Wegfall der MGU-H mindestens um 10 Kilogramm abspecken. Neue Technologien sorgen dafür, dass leistungsstärkere Batterien und MGU-K Motoren nicht schwerer werden. Kürzere Autos und weniger aufwendige Flügel sparen ebenfalls Gewicht ein.

In der Motordiskussion nähert man sich dem Ziel. Der Wegfall der MGU-H wird nun praktisch von allen akzeptiert. „Manchmal muss man im Sinne der Show Kompromisse eingehen, auch wenn es aus technischer Sicht ein Schritt rückwärts ist. Der Motor wird lauter, und wenn wir es schaffen, die Prüfstandszeiten zu limitieren und eine Parallelentwicklung 2020 zu vermeiden, auch billiger“, erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff in Monte Carlo. Ferrari denkt genauso. Nur in einem Punkt hat Wolff Bauchweh. Er will das Benzinverbrauchslimit nicht ganz aufgeben: „Das wäre das falsche Signal nach draußen.“

Heftig diskutiert wird noch, welche Gleichteile es geben soll. Eine Einheits-Batterie mit Standard-Elektromotor scheint vom Tisch zu sein. Stattdessen bietet die FIA ein neues Modell als Friedensangebot an. Die Hersteller dürfen ihr individuelles Elektropaket mit Batterie, MGU-K und Steuereinheit bauen, müssen es aber zu einem festgelegten Preis jedem zum Kauf anbieten, der interessiert ist. Das soll neuen Motorenherstellern den Einstieg erleichtern. Und es reduziert die Gefahr, dass einer illegale Technik einsetzt, die wegen der komplizierten Materie nur schwer zu überwachen ist.

Beim Auto sind mehrere Standard-Komponenten im Gespräch. Zum Beispiel die Getriebeinnereien. Oder eine aktive Aufhängung, die es den Fahrer erleichtern soll, ihre Autos während des Rennens im Verkehr zu trimmen.

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