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Formel 1 diskutiert Zukunft

Kommt ein neues Punktesystem?

Liberty Media will die Formel 1 umbauen. Schon lange zur Diskussion stehen ein neues Qualifikationsformat und ein Sprintrennen. In der Strategiegruppe diskutierten Liberty, FIA und die sechs vertretenden Teams auch über ein neues Punktesystem. Es gibt noch kein Ergebnis.

Die Formel 1 arbeitet an ihrer Zukunft. Im kommenden Jahr wird die Aerodynamik in einem ersten Schritt vereinfacht. Das bedeutet Änderungen an den Flügeln, den Bargeboards und Bremsbelüftungen. Mit dem Ziel, das Hinterherfahren und Überholen zu vereinfachen. Der größere Schritt kommt dann 2021 mit einem neuen Technikregelwerk. Dann wünschen sich Liberty und FIA auch andere Motoren. Doch die Hersteller blockieren den Wegfall der heißen Elektromaschine MGU-H.

Toto Wolff - Maurizio Arrivabene - Formel 1
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Parallel zum technischen Reglement wird auch über das sportliche Regelwerk diskutiert. Liberty Media sucht nach Wegen, die Formel 1 spektakulärer und vor allem für das junge Publikum interessanter zu machen. Zur Debatte stehen seit längerer Zeit Änderungen am Qualifikationsformat und ein Sprintrennen am Samstag. „Ich persönlich finde, ein Sprintrennen passt zur Formel 2, jedoch nicht zur Formel 1“, sagt Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer.

In der Strategiegruppe, die vor dem GP England 2018 tagte, wurde auch über ein neues Punktesystem beraten. Die Strategiegruppe setzt sich zusammen aus dem Rechteinhaber Liberty Media, der FIA sowie den sechs Rennställen Ferrari, Mercedes, Red Bull, Williams, Force India, McLaren. Die Punktevergabe ist in Artikel 6.4 des Sportgesetztes festgehalten. Zuletzt änderte die FIA das Punktesystem 2010. Seither erhält der Sieger eines WM-Rennens 25 Zähler. Den letzten Punkt staubt der Zehntplatzierte ab.

Punkte für 15 oder 20 Autos?

Fia und Liberty denken über eine Ausweitung nach. Das hat Force Indias Teamchef Vijay Mallya in Silverstone verraten. Demnach könnten ab 2020 die ersten 15 Autos eines Grand Prix mit Punkten belohnt werden. Die Punktevergabe würde dann so aussehen: 25, 20, 18, 16, 14, 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 und 1. Zur Debatte steht auch eine Ausweitung auf alle 20 Autos. Dann würde der Sieg wie bisher mit 25 Punkten vergütet werden. Der Zweitplatzierte würde 20 Punkte erhalten. Der Drittplatzierte 18. Der Viertplatzierte 16. Danach geht es in Einpunkt-Schritten von 15 runter auf 1. Angeblich denkt man auch über Punkte für Pole-Position und schnellste Rennrunde nach.

Noch ist keine Entscheidung gefallen. Sollte sich die Strategiegruppe einig werden, wird der Vorschlag an die Formel 1-Kommission weitergereicht und von dort dann an den FIA-Weltrat. Mit einem neuen Punktesystem würde die FIA die kleineren Teams belohnen, andererseits WM-Zähler ein stückweit entwerten. Einen negativen Aspekt hätte die Punkteinflation für die Rennställe mit kleinerem Budget. „Wir müssen im folgenden Jahr für jeden Punkt bezahlen. Sollte die FIA etwas ändern wollen, müssen sie auch über ihr Gebührensystem nachdenken“, sagt Mallya und lächelt.

Die Pläne stoßen bei Red Bull nicht auf Gegenliebe. „Die Formel 1 hat weit größere Probleme zu lösen. Wir sollten erst einmal die richtig angehen, bevor wir uns mit einem neuen Punktesystem auseinander setzen“, kommentiert Red Bull-Teamchef Christian Horner. Und bezieht sich auf die Diskussionen um Motoren und Budget-Obergrenze.

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