Lewis Hamilton - Mercedes - GP Toskana 2020 - Mugello xpb
Impressionen - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 2. Juli 2020
Pierre Gasly - Alpha Tauri - GP Italien 2020 - Monza
Sergio Perez - Racing Point - GP Sakhir 2020 - Bahrain - Rennen
Carlos Sainz - GP Toskana  - Mugello - Formel 1 - 2020 28 Bilder

Mercedes Kilometer-König: Ein Ausfall in 17 F1-Rennen

Mercedes wieder Kilometer-König Nur ein Ausfall in 17 Rennen

Mercedes hat zum vierten Mal in Folge die Zuverlässigkeitswertung gewonnen. Nur ein Ausfall in 17 Rennen blieb unerreicht. McLaren hat sich stark verbessert. Der Trend bei Ferrari und Red Bull ist rückläufig.

Auch diese Wertung gewinnt Mercedes. Zum fünften Mal in der Hybrid-Ära, davon zum vierten Mal in Folge. Mercedes hat in den 17 Rennen die meisten Kilometer zurückgelegt und die wenigsten Ausfälle verbucht. Mit 10.241 Rennkilometern liegt der Weltmeister klar vor Alfa Romeo mit 9.513 und McLaren mit 9.451 Kilometern. Das war auch 2017, 2018 und 2019 so. Nur zwei Mal in der Hybrid-Ära wurden die Seriensieger in der Zuverlässigkeitswertung geschlagen. 2014 von McLaren und Ferrari, 2016 von Red Bull.

Ein einziger Ausfall bei 34 Starts ist ebenfalls unerreicht. Das spricht für die Fahrer und die Technik. Lewis Hamilton, Valtteri Bottas und George Russell haben sich nicht einen rennentscheidenden Fehler erlaubt. Das schaffte sonst nur das Renault-Duo Daniel Ricciardo und Esteban Ocon. Auto und Motor waren bei den Silberpfeilen fast kugelsicher. Nur am Nürburgring endete das Rennen eines Mercedes-Piloten vorzeitig. Ein Steuergerät der MGU-H hatte seinen Geist aufgegeben.

In den Kundenautos waren die Mercedes-Motoren nicht so sattelfest. Williams verzeichnete zwei Defekte im Motorumfeld, Racing Point drei. Sergio Perez in den letzten drei Rennen gleich zwei Mal. In Bahrain fing die MGU-K Feuer, in Abu Dhabi brach bei einem brandneuen Motor der Stirnradsatz.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Eifel 2020 - Nürburgring
xpb
Mercedes hatte das schnellste Auto, und das zuverlässigste.

Mercedes zehrt von technischer Überlegenheit

Die beeindruckende Serie von Mercedes hat nicht nur etwas mit Disziplin der Fahrer, guter Qualitätskontrolle und strengen Prozessen bei Design und Fertigung zu tun. Der siebenfache Weltmeister zehrt seit 2014 von einer technischen Überlegenheit. Mal mehr, mal weniger. Das schafft den Ingenieuren Luft bei der Entwicklung. Sie sind nicht gezwungen, unter Risiko das Auto schneller zu machen.

Dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Aufholen eines Rückstandes und der Standfestigkeit besteht, erlebt Red Bull seit 2017. Nachdem der Rennstall aus Milton Keynes 2016 noch die Rangliste angeführt hat, zeigt die Kurve seitdem nach unten. In den letzten vier Jahren belegte Red Bull nach Rennkilometern die Plätze 10, 7, 5 und 7. Auch das erklärt den riesigen Rückstand von 254 WM-Punkten auf den Klassenprimus.

Renault spürte in der Saison 2020 ebenfalls, dass eine Aufholjagd ihren Preis hat. Das R.S.20-Chassis war das mit Abstand beste seit der Rückkehr von Renault vor fünf Jahren. Die Franzosen liegen mit 9.347 Kilometern zwar auf einem ordentlichen vierten Platz, doch die fünf Ausfälle waren allesamt auf Defekte zurückzuführen. Zwei Mal ein Leck im Kühlsystem, je ein Mal Getriebe, Bremsen und Hydraulik. Technikchef Marcin Budkowski gibt zu: "Wenn du mehr ans Limit gehst, steigt die Chance von Defekten."

Carlos Sainz - McLaren - GP Abu Dhabi 2020 - Rennen
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McLaren hat seine Probleme mit der Standfestigkeit größtenteils gelöst.

McLaren von neun auf drei

McLaren stieg als das zuverlässigste Team in das Hybridzeitalter ein. 2014 fuhr der britische Rennstall noch mit einem Mercedes-Motor. Nach dem Wechsel zu Honda bezahlte McLaren drei Jahre lang für die Kinderkrankheiten des Honda V6-Turbo. Als das japanische Triebwerk endlich einigermaßen standfest war, tauschte McLaren Honda gegen Renault ein und wurde erneut kalt erwischt.

Die ersten beiden Jahre mit dem Renault-Motor lag das zweitälteste Team der Formel 1 in der zweiten Tabellenhälfte, 2019 mit insgesamt sieben Defekten sogar an vorletzter Stelle. Woran nicht nur die Antriebseinheit schuld war. Auch das Auto zeigte Schwachstellen. Das wurde unter dem neuen Teamchef Andreas Seidl abgestellt. McLaren sprang innerhalb eines Jahres auf den dritten Platz und verzeichnete nur zwei Schäden. In Spa konnte Carlos Sainz wegen eines Problems mit dem Auspuff erst gar nicht starten, am Nürburgring ging im Auto von Lando Norris der Motor k.o.

Das zweitbeste Team hinter Mercedes war zum zweiten Mal in Folge Alfa Romeo. Wie schon 2019 war die Truppe aus Hinwil eine sichere Bank. Nachdem man im 2019 noch ohne technische Probleme durch die Saison gekommen war, stand in diesem Jahr ein Defekt bei den Eidgenossen im Soll. Bei Antonio Giovinazzi brach beim GP Türkei das Getriebe. Die restlichen drei Nuller gingen auf das Konto von Unfällen. Teamchef Frédéric Vasseur wäre ein schnelleres Auto allerdings lieber gewesen als eine fast weiße Weste.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Eifel 2020 - Nürburgring
Wilhelm
Weder Ferrari noch Racing Point glänzten mit besonders vielen Rennkilometern.

Zu viele Unfälle bei Ferrari

Ferrari landete wie 2016 nur auf Platz 8. An den sechs Ausfällen waren allerdings vier Mal die Fahrer verantwortlich. Charles Leclerc wollte die Defizite des SF1000 oft mit großem Einsatz wettmachen, was drei Mal in Unfällen endete. In Spielberg räumte er auch noch Teamkollege Sebastian Vettel von der Bahn. Weil die teaminterne Kollision schon in der Startrunde stattfand und Leclerc auch beim GP Bahrain über die erste Runde nicht hinauskam, schlägt sich das gravierend in den Rennkilometern nieder.

Da hatten andere mehr Technikprobleme als Ferrari, rangierten aber trotzdem in der Tabelle der abgespulten Renndistanz vor dem Traditionsrennstall. Red Bull zum Beispiel, wo sich die Ausfälle wie folgt aufteilen: Drei Mal Unfall, drei Mal Motor und Umfeld, ein Mal Kühler. Schwesterteam Alpha Tauri hatte weniger Probleme mit dem Honda-Aggregat. Die drei Defekte betrafen das Getriebe, den Wasserkühler und die Aufhängung.

Um den letzten Platz gab es ein enges Rennen zwischen Racing Point und Haas. Racing Point gewann es mit 8.869 zu 8.835 Kilometern. Unfälle oder Unfallfolgen machten jeweils die Hälfte der Ausfälle aus. Die Technikschäden sind so zu erklären. Haas kochte auf Sparflamme, und Racing Point hatte Pech bei der Verteilung der Motorkomponenten.

Ein Beispiel: Nach dem MGU-K Schaden in Bahrain im Auto von Sergio Perez tauschte Racing Point Motor, Turbolader und MGU-H. Bei der MGU-K baute man stattdessen eine ältere Version ein. Mercedes hatte Sorge, dass die zuletzt produzierte Charge fehlerhaft gewesen sein könnte, weil auch Williams ein Problem im Training beklagt hatte. Perez kam trotzdem nicht ins Ziel. Die alte MGU-H hielt, der neue Motor machte schlapp.

Formel 1: Statistik Zuverlässigkeit 2020

Team Trend 2019 km (pro Start) 2019 Ausfälle (Defekte) 2020 km (pro Start) 2020 Ausfälle (Defekte)
Mercedes 3-1-2-1-1-1-1 12641 (300,9) 2 (1) 10241 (301,2) 1 (1)
Red Bull 4-4-1-10-7-5-7 12072 (287,4) 4 (2) 9172 (269,7) 7 (4)
Ferrari 2-2-8-4-2-6-8 11894 (283,2) 6 (3) 8941 (262,9) 6 (3)
Renault 11-7-9-8-4 11613 (276,5) 10 (2) 9347 (274,9) 5 (5)
Alpha Tauri 7-7-7-8-10-3-5 12266 (292,0) 5 (5) 9326 (245,4) 5 (3)
Williams 5-3-8-3-3-7-6 11886 (283,0) 4 (2) 9191 (270,3) 7 (3)
Racing Point 6-6-4-2-4-4-9 12080 (287,6) 5 (3) 8869 (260,8) 8 (5)
McLaren 1-9-6-9-6-9-3 11274 (268,4) 10 (9) 9451 (277,9) 4 (2)
Alfa Romeo 9-5-5-6-8-2-2 12294 (292,7) 4 (1) 9513 (280,0) 4 (2)
Haas 10-5-5-10-10 11128 (265,0) 10 (8) 8835 (259,9) 10 (7)
Team Trend 2019 km (pro Start) 2019 Ausfälle (Defekte) 2020 km (pro Start) 2020 Ausfälle (Defekte)
Mercedes 3-1-2-1-1-1-1 12641 (300,9) 2 (1) 10241 (301,2) 1 (1)
Red Bull 4-4-1-10-7-5-7 12072 (287,4) 4 (2) 9172 (269,7) 7 (4)
Ferrari 2-2-8-4-2-6-8 11894 (283,2) 6 (3) 8941 (262,9) 6 (3)
Renault 11-7-9-8-4 11613 (276,5) 10 (2) 9347 (274,9) 5 (5)
Alpha Tauri 7-7-7-8-10-3-5 12266 (292,0) 5 (5) 9326 (245,4) 5 (3)
Williams 5-3-8-3-3-7-6 11886 (283,0) 4 (2) 9191 (270,3) 7 (3)
Racing Point 6-6-4-2-4-4-9 12080 (287,6) 5 (3) 8869 (260,8) 8 (5)
McLaren 1-9-6-9-6-9-3 11274 (268,4) 10 (9) 9451 (277,9) 4 (2)
Alfa Romeo 9-5-5-6-8-2-2 12294 (292,7) 4 (1) 9513 (280,0) 4 (2)
Haas 10-5-5-10-10 11128 (265,0) 10 (8) 8835 (259,9) 10 (7)
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