Haas - GP Brasilien 2018 xpb
Verstappen - Ocon - GP Brasilien 2018 - Rennen
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Start - GP Brasilien 2018 - Rennen 63 Bilder

Zweiklassen-Gesellschaft Formel 1

Top-Teams 2019 noch weiter weg?

Die Formel 1 ist zu berechenbar. Vorne Mercedes, Ferrari und Red Bull, die die Siege seit fünf Jahren unter sich aufteilen. Dahinter folgen mit großem Abstand die Mittelständler und Kleinen. 2019 könnte die Lücke sogar noch größer werden.

Es ist eine unheimliche Serie. Seit dem GP Australien 2013, seit Kimi Räikkönen im Lotus den Saisonauftakt für sich entschied, sitzen die Sieger in einem Mercedes, Ferrari oder Red Bull. 117 Rennen sind in der Zwischenzeit gestartet worden. Lewis Hamilton gewann in diesem Zeitraum 51 Rennen für Mercedes. Sebastian Vettel zu gleichen Teilen 26 für Red Bull und Ferrari. Nico Rosberg 22 für Mercedes. Daniel Ricciardo und Max Verstappen sieben bzw. fünf für Red Bull. Valtteri Bottas drei für Mercedes. Fernando Alonso zwei für Ferrari. Kimi Räikkönen eins für Ferrari.

Ein Ende der Serie ist nicht abzusehen. Die drei Top-Teams geben das meiste Geld aus und sie haben das meiste Personal. Jahr für Jahr nähern sie sich der Budget-Marke von 400 Millionen Euro. Es ist ein Teufelskreis, aus dem keiner ausbricht. Weil das Verlieren einer Weltmeisterschaft zu teuer geworden ist, stockt der Verlierer sein Budget immer weiter auf. So paradox es klingt. In der Hoffnung dann endlich mal zu gewinnen. Das weiß der Gewinner, in diesem Fall Mercedes, und zieht nach.

Das Wettrüsten hat zur Folge, dass die restlichen Teilnehmer nur noch siebte, achte und neunte Plätze abbekommen. Besser schneiden Renault, HaasF1, Force India, Sauber, Toro Rosso, McLaren und Williams nur ab, wenn vorne einer ausfällt. Die Kluft ist inzwischen so groß, dass selbst schlechte Startplätze nichts ändern. Max Verstappen pflügte in Russland und den USA an den Fahrern aus dem Mittelfeld vorbei, als ob die ein Formel-2-Auto fahren würden. Es gibt noch weitere Beispiele. Lewis Hamilton nach seinem Dreher in Silverstone oder Sebastian Vettel nach seinem Startcrash in Frankreich.

Maximal Platz vier

Wer nach oben strebt, muss aufrüsten. Doch es dauert Jahre, zu einer Top-Mannschaft heranzureifen. Siehe Renault, das zwar Personal rekrutiert und abwirbt, seine Anlagen modernisiert und an der Budgetschraube dreht, dennoch abgeschlagen hinter den Top-Teams fährt und sich im Mittelfeld quält.

Mercedes Meister-Party - Brackley & Brixworth 2018
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Hoffnung auf Besserung machen auch die Regeländerungen für 2019 nicht. „Die neuen Flügel werden nichts ändern. Außer es landet jemand einen Glückstreffer beim Design“, sagt Renault-Einsatzleiter Alan Permane. Die aerodynamischen Veränderungen sind nicht wegzudiskutieren, allerdings weit weniger drastisch als zum Beispiel 2017.

Mercedes, Ferrari und Red Bull können auf der Basis ihrer 2018er Autos aufbauen. HaasF1-Teamchef Guenther Steiner glaubt sogar, dass die Regeländerungen die Top-Teams noch weiter wegziehen lassen werden. „Sie haben mehr Leute. Und mehr Leute haben mehr Ideen.“

Für die Großen ist es kein Problem, parallel zu entwickeln. Mit ihrer Inflation an Aerodynamikern und Designer können sich die Top-Teams noch tiefer ins Regelwerk hineinfuchsen, Grauzonen ausspähen, Konzepte erarbeiten und durchspielen. Dass sie durch die limitierte Windkanalzeit von 25 Stunden pro Woche und die begrenzte CFD-Rechenkapazität von 25 Teraflops einschränkt sind, ist ein Trugschluss.

„Mehr Köpfe machen sich mehr Gedanken, bevor sie überhaupt in den Windkanal gehen“, erklärt Steiner. Der Südtiroler weiß, dass es für HaasF1 deshalb nur noch eine Stufe nach oben gehen kann. „Wir wollen Vierter werden und Renault schlagen. Die Top-Teams holen wir mit dem aktuellen Korsett der Formel 1 nie ein.“

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