Charles Leclerc & Artem Markelov - Formel 2 - 2017 sutton-images.com
Felipe Massa - 2002
Ayrton Senna & Elio de Angelis
Elio de Angelis - Lotus
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Problem Superlizenz

Wo sind die neuen Formel 1-Piloten?

Der Fall Paul di Resta hat es gezeigt. Die Formel 1 hat einen Notstand an Fahrern mit Superlizenz. Die meisten Piloten, die eine haben, kommen als Formel 1-Pilot nicht in Frage. Die gute Nachricht: 2018 wird sich der Markt entspannen.

Als Williams einen Ersatz für Felipe Massa suchte, da war die einzige Lösung ein Fahrer, der 1.344 Tage lang nicht mehr in einem Formel 1-Rennen gefahren ist, der aktuell in der DTM unterwegs ist und bei Grand Prix nur als TV-Experte vor Ort weilt. Die Notlage von Williams hat dem GP-Zirkus ein ernstes Problem aufgezeigt. Es gibt im Augenblick nicht genügend Nachwuchspiloten mit einer Superlizenz und den nötigen Formel 1-Kilometern.

Im Augenblick haben nur 38 Rennfahrer die nötigen 40 Punkte für eine Superlizenz auf dem Konto. Vier davon sind im Augenblick Stammpiloten im Zirkus: Esteban Ocon, Jolyon Palmer, Stoffel Vandoorne und Lance Stroll. Auch Mark Webber zählt dazu, obwohl er schon längst zurückgetreten ist und Juan Pablo Montoya, obwohl er nur noch das Indy 500 fährt.

Nur sieben Nachwuchs-Fahrer mit Formel 1-Führerschein

Auch viele andere Fahrer aus der Liste der Auserwählten kämen gar nicht mehr als GP-Pilot in Frage. Entweder weil sie wie Lucas di Grassi, Anthony Davidson, Nelson Piquet junior oder Kazuki Nakajima zu lange ausgemustert sind, wie Scott Dixon, Helio Castroneves oder Marcel Fässler die Altersgrenze überschritten haben, oder wie Neel Jani, Marc Lieb, Romain Dumas oder Timo Bernhard mit den Sportwagen eine andere Richtung eingeschlagen haben.

Wenn wir die 38 Fahrer durchforsten, und jene vergessen, die nicht in das F1-Raster passen, dann bleiben im Augenblick mit Antonio Giovinazzi (76 Punkte), Sergey Sirotkin (70), Pierre Gasly (69), Oliver Rowland (53), Charles Leclerc (47), Nyck de Vries (45) und Felix Rosenqvist (43) nur sieben Kandidaten übrig. De Vries und Rosenqvist hätten aber viel zu wenig Formel 1-Erfahrung, um von heute auf morgen einen Ersatzfahrer-Job anzutreten.

Schuld an der mageren Liste ist das strenge Superlizenz-Punktesystem, das 2015 eingeführt wurde. Es vergibt je nach Rennserie und Platzierung Punkte an die jeweiligen Fahrer. Die magische Grenze liegt bei 40. Die ersten Drei der Formel 2 und der Meister der Formel 3, der Formel E, der IndyCar-Serie und der WEC bekommen sie automatisch auf einen Schlag. Danach staffelt es sich nach unten. So machen die Viertplatzierten dieser Serien immerhin noch 32 Zähler, die Fünften je 20. Für den Titel in der Formel Renault 3.5 gibt es 35, für die GP3-Krone 30 Punkte. In der DTM muss man schon 3 Mal Champion werden, um die Schallmauer zu knacken. Der erste bekommt 15, der Zweite 12, der Dritte 10 Punkte.

Buemi ist der Superlizenz-König

Sebastien Buemi - Formel E - 2017
Formel E
Sebastian Buemi hat durch seine Erfolge in der Formel E und der WEC so viele Superlizenz-Punkte gesammelt, wie sonst kein anderer Pilot.

Im nächsten Jahr wird sich die Lage dramatisch entspannen. Dann rutschen nach derzeitigem Meisterschaftsstand in den einzelnen Rennserien noch einmal mindestens 9 Nachwuchspiloten in den erlauchten Kreis. Allen voran der englische Wunderknabe Lando Norris, der es als derzeit Zweiter der Formel 3 EM auf aktuell 67 Punkte bringt. Auch Meisterschafts-Leader Maximilian Günther hätte dann mit 73 Punkten die Formel 1-Reife. Aus der Formel 2 kämen Luca Ghiotto (44) und Artem Markelov (42) dazu.

Aus der IndyCar-Serie würde Josef Newgarden (54) über die Hürde springen, aus der GP3 kommt Mercedes-Junior George Russell (59) und der derzeit Zweite Jack Aitken (47) sowie aus der Formel Renault 3.5 die Russen Egor Orudzhev (50) und Matevos Isaakyan (45). Für die neuen Superlizenz-Besitzer sind die 40 Punkte aber nur der erste Schritt. Zum Erhalt der Superlizenz müssten sie noch mindestens 300 Kilometer in einem aktuellen Formel 1-Auto abgespult haben. Und da fehlt es bei den meisten noch.

Ein Fahrer wäre problemlos zu jeder Zeit in ein Formel 1-Team zu installieren. Wir haben ihn bei der Aufzählung mit Absicht weggelassen, weil er der Superlizenz-König ist. Keiner hat mehr Punkte angehäuft als der Schweizer Sebastien Buemi. Der frühere Toro Rosso-Pilot kommt derzeit auf 181 Punkte und liegt damit klar vor Lucas di Grassi (140) und André Lotterer (128). Buemi fährt regelmäßig alte und neue Formel 1-Autos und er sitzt im Red Bull-Simulator. Wenn irgendwo Not am Mann ist, wäre er die logische Wahl.

Motorsport Aktuell Paul di Resta - GP Ungarn 2017 Die Langzeit-Arbeitslosen der Formel 1 Schlechte Chancen für zweite Karriere

Paul di Resta sprang beim GP Ungarn für Felipe Massa ein.

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