Fahrer pro virtuelles Safety-Car

Tempo 80 ist durchgefallen

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 21. November 2014 Foto: Red Bull 105 Bilder

Nach zwei Testreihen mit dem virtuellen Safety-Car als Lösung für doppelt geschwenkte gelbe Flaggen hat die FIA in Abu Dhabi den Vorschlag einiger Fahrer mit Tempo 80 in dem Gefahrenbereich probiert. Doch nur Felipe Massa fand die Tempobremse gut. Seine Kollegen bevorzugen die andere Lösung.

Der Test fand in den Kurven 15, 16 und 17 statt. Dort wies die FIA eine Gefahrenstelle aus. Die Fahrer mussten ihre Autos in dem Bereich auf Tempo 80 herunterbremsen, konnten aber auf dem Rest der Strecke Gas geben. Aktiviert wurde Tempo 80 über den Tempomaten für die Boxengasse. Bei der Lösung, die in Austin und Interlagos getestet wurde, müssen die Fahrer auf der kompletten Runde die Safety-Car-Deltazeit einhalten, die 145 Prozent des Renntempos entspricht.

Die lokale Tempobegrenzung funktioniert so: Einen Zeitsektor vor der Gefahrenstelle schaltet die elektronische Tafel auf ein Vorfahrtzeichen. Dann haben die Fahrer rund 200 Meter Zeit, ihre Autos auf 80 km/h herunterzubremsen. Am nächsten Zeitsektor und der nächsten Signaltafel erscheint dann wie auf der Autobahn ein Kreis mit der Zahl 80 in der Mitte.

Gefahr von Auffahrunfällen bei lokaler Gelbzone

Einer der Fahrer, der sich für Tempo 80 eingesetzt hatten, war Fernando Alonso. Der Spanier war aber auch einer der ersten, der seinen Vorschlag kritisierte. Und mit ihm auch die meisten anderen Kollegen. Nur Felipe Massa fand die lokale Gelbzone besser als das virtuelle Safety-Car.

Die Fahrer hatten vor allem Bedenken, dass es beim Herunterbremsen zu Auffahrunfällen kommen könnte. Zum Beispiel bei folgendem Szanario. Der vorne liegende Fahrer fährt unter Gelb in die Zone ein. In dem Augenblick ist die Gefahr beseitigt, und die Ampel schaltet auf Grün. Der dahinterliegende Fahrer bleibt in der "Bremszone" voll auf dem Gas, während sein Vordermann bis zur Passage der nächsten grünen Ampel warten muss, bis er wieder Gas geben darf. Das bedeutet einen großen Geschwindigkeitsunterschied und das Risiko einer Kollision.

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