Stoffel Vandoorne - GP Belgien 2018 McLaren
Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 24. August 2018
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Max Verstappen - Red Bull - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 24. August 2018
Stoffel Vandoorne - McLaren - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 24. August 2018 102 Bilder

Wann beginnt der Fahrertausch?

Alles hängt an Ocon

Nachdem Force India gerettet ist, könnte jetzt eigentlich der große Fahrertausch stattfinden. Ob sich das Karussell schon in Monza dreht, hängt davon ab, ob Esteban Ocon irgendwo Unterschlupf findet. Es wird daran gearbeitet, den Franzosen zu McLaren zu bugsieren.

Force India heißt jetzt offiziell „Racing Point Force India“. Das ist allerdings nur eine Notlösung, damit Force India überleben konnte. Racing Point ist die Firma, die die Vermögenswerte von Force India gekauft hat. Also die Investorengruppe um Lawrence Stroll. Das Wort Force India muss im Namen bleiben, weil das Chassis so heißt. Die FIA erlaubt nicht, dass Chassis-Namen unter der Saison geändert werden. „Die Fans sollen nicht verwirrt werden“, erklärt Neu-Teamchef Otmar Szafnauer.

Im nächsten Jahr wird der Rennstall aus Silverstone dann wahrscheinlich unter einem völlig neuen Namen antreten. Damit wäre das Kapitel Force India endgültig gelöscht. „Da müssen dann aber alle Teams erst noch einmal wieder zustimmen“, gibt Szafnauer zu bedenken. Im Team konnte man das Aufatmen nach der Rettung in letzter Minute beinahe hören.

Lawrence Stroll, der neue starke Mann im Team, hat auch versprochen, dass Force India mit der bestehenden Struktur weitermacht und nicht zum B-Team von Mercedes wird. Natürlich hat der Kanadier auch persönliche Interessen. Er will so schnell wie möglich seinen Sohn Lance aus dem kränkelnden Williams-Team holen und in den wesentlich konkurrenzfähigeren Force India setzen. Am besten schon in Monza.

Scheitert Ocon-Transfer an Körpergröße?

Stoffel Vandoorne - McLaren - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 24. August 2018
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Muss Stoffel Vandoorne während oder nach der Saison den F1-Helm an den Nagel hängen?

Doch bis es so weit ist, müssen noch einige Stühle verrückt werden. Ocon hat einen Vertrag mit Force India. Er wird seinen Sitz nur räumen, wenn Ersatz für ihn gefunden wird. Im Moment ist aber leider alles dicht. Sauber und HaasF1 mussten absagen.

Nur bei McLaren könnte sich eine Tür öffnen. Was auch im Sinne von McLaren wäre, weil Teamchef Zak Brown an dem Franzosen auch für 2019 interessiert ist. Ocons Interessensvertreter Toto Wolff stellte klar, dass Ocon idealerweise gleich bis Ende 2019 unterschreibt.

Dazu müsste man jedoch Stoffel Vandoorne aus seinem laufenden Vertrag kaufen. Der Belgier kann offenbar nicht einfach rausgekickt werden. Da müsste Vater Stroll also ein weiteres Mal in die Tasche greifen, um das Transferkarussell in Schwung zu bringen. Da bis Monza nur sieben Tage Zeit bleiben, könnte es knapp werden mit dem großen Fahrertausch. Im Fahrerlager wird die Geschichte erzählt, dass Ocon bei McLaren bereits eine Sitzprobe gemacht habe. Aber der 1,86 Meter große Franzose soll nicht in das Cockpit passen. Das könnte einen Transfer und damit den großen Fahrertausch verhindern.

Das Procedere sähe dann so aus: Lance Stroll zu Force India, Robert Kubica als Stroll-Ersatz bei Williams, Esteban Ocon zu McLaren. Szafnauer bremst die Erwartungen: „Ich glaube nicht, dass die Fahrerwechsel so schnell stattfinden. Kurzfristig bleibt wohl alles beim Alten.“ Vielleicht beginnt die Rochade auch erst in Singapur.

Force India würde die Saison am liebsten mit Perez und Ocon zu Ende fahren und hat das dem neuen starken Mann bei Force India auch mitgeteilt. Der Rennstall startet in Spa mit null Punkten und braucht jetzt jeden Zähler, um wenigstens noch Williams, Sauber und Toro Rosso zu überholen. Je höher man steigt, desto mehr klingelt am Ende der Saison die Kasse.

Und das geht mit dem eingespielten Ocon besser als mit Stroll, der sich in dem neuen Auto erst einmal zurechtfinden müsste. Für 2019 dagegen ist schon alles klar. Dann fahren Sergio Perez und Lance Stroll für ein Team, dessen Namen wir noch nicht kennen.

Fahrermarkt 2019: Leclerc zu Haas, Russell zu Williams?

Charles Leclerc - Sauber - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 24. August 2018
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Charles Leclerc hat gute Chancen, 2019 von Sauber zum anderen Ferrari-Kundenteam Haas aufzusteigen.

Für Vandoorne wird es für 2019 also auf jeden Fall schwer, ein Cockpit zu sichern. Ein weiterer Pilot, der auf der Strecke bleiben könnte, ist Romain Grosjean. Den Platz bei Haas neben Kevin Magnussen wird wohl Ferrari-Junior Charles Leclerc bekommen. Bei Sauber soll dann neben Marcus Ericsson mit Antonio Giovinazzi das nächste Talent aus dem Ferrari-Nachwuchskader zum Einsatz kommen.

Unklar ist noch, wer 2019 Lance Stroll bei Williams ersetzt. Dmitry Mazepin, der Vater von Nikita Mazepin soll als Investor einsteigen und die Finanz-Lücke des Stroll-Clans schließen. Doch sein Sohn kommt aus Mangel an Superlizenz-Punkten noch nicht als F1-Pilot in Frage. Gute Chancen werden somit Formel-2-Spitzenreiter George Russel zugeschrieben. Mercedes könnte Williams die Verpflichtung des eigenen Juniorpiloten mit einem Rabatt beim Antriebspaket versüßen.

Auch bei Toro Rosso sind noch freie Cockpits übrig, deren Besetzung noch völlig unklar ist. In der Sommerpause wurde in der Öffentlichkeit viel über eine Verpflichtung von McLaren-Junior Lando Norris diskutiert. Im Gegenzug sollte McLaren früheren Zugriff auf Technikchef James Key erhalten. Doch Red-Bull-Berater Helmut Marko winkt ab: „Wir machen keine Tauschgeschäfte mit McLaren.“

Wenn Lando Norris zu Toro Rosso will, dann muss McLaren ihn also ohne Gegenleistung freigeben. Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne soll nach Auskunft der Teamverantwortlichen dagegen kein Kandidat für ein Toro Rosso-Cockpit sein. Vielleicht behält Brendon Hartley am Ende trotz durchwachsener Leistungen mangels Alternativen doch noch sein Cockpit.

Motorsport Aktuell Force India - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 23. August 2018 FIA bestätigt Force India-Startrecht Neuer Name für Force India-Team

Force India ist gerettet.

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