Fahrer-Kritik am Halo-Cockpitschutz

Magnussen zieht über Titanbügel her

Sebastian Vettel - Ferrari - F1-Test - Barcelona - Tag 2 - 27. Februar 2018 Foto: Wilhelm 156 Bilder

Kevin Magnussen ist kein Freund des Halo-Cockpitschutzes. Nach seinem ersten Testtag in Barcelona zog der HaasF1-Pilot über den Titanbügel her. Was sagen die anderen Fahrer? Wir haben ein paar Stimmen gesammelt.

Kevin Magnussen ist ein Mann klarer Worte. „Was hässlich ist, bleibt hässlich“, sagte der Däne vor dem GP Ungarn 2017, als bekannt wurde, dass die FIA den Heiligenschein über dem Cockpit für 2018 vorschreibt. Das war im Juli. Sieben Monate später hat sich an Magnussens Meinung nichts geändert.

Der 25-Jährige Däne lästert weiter über den Titanbügel. „Es ist lästig und sieht hässlich aus. Es behindert beim Einstieg und beim Ausstieg. Es ist schwerer, das Lenkrad abzuziehen. Mich nervt der zentrale Steg. In den Kurven ist es okay, weil du rechts und links daran vorbeischaust. Aber bei schnellen Richtungswechseln, also zum Beispiel in Schikanen, lenkt es das Auge ab.“

Man hört es heraus: Am liebsten würde Magnussen den Halo mit den eigenen Händen vom Auto reißen. Die Cockpitscheibe bei IndyCar findet er zwar ästhetischer. Dennoch hält er fest: „Ein Formelauto muss offen sein. Da gibt es für mich keine Diskussion.“ Der HaasF1-Pilot glaubt auch, dass der Halo die Sicht auf mögliche Gefahrenstellen an bestimmten Streckenstellen einschränken könnte. Zum Beispiel in Eau Rouge. Oder in Kurve eins in Austin, wenn die Fahrer innerhalb weniger hundert Meter eine Steigung von über 30 Meter bewältigen.

Gaslys Rennanzug durch Halo kaputt

Auch Toro Rosso-Fahrer Pierre Gasly ist kein Freund des Halo. Der Franzose bemängelt wie Magnussen den Ein- und Ausstieg. Aus einem ganz bestimmten Grund. „Ich glaube, ich werde diese Saison viele Rennanzüge benötigen. Mein Overall ist nach dem ersten Testtag schon ziemlich durchlöchert auf der Rückseite. Du musst dich weit nach hinten lehnen, um überhaupt ins Auto zu kommen. Und mit all den kleinen Aufbauten oben auf dem Halo kann man sich nirgendwo richtig festhalten, um sich aus dem Auto zu ziehen. Ich bevorzuge die alten Autos.“ Die Sicht sieht Gasly nicht eingeschränkt. „Es macht keinen großen Unterschied. Du siehst zwar etwas über dir, was etwas komisch ist, aber wenn du fährst, blendest du es aus.“

Pierre Gasly - Toro Rosso - F1-Test - Barcelona - Tag 2 - 27. Februar 2018 Foto: sutton-images.com
Pierre Gasly riss sich den Rennanzug auf.

In die gleiche Richtung geht die Meinung von Sebastian Vettel. „Der Halo ist kein Schmuckstück. Es sieht sicher nicht gut aus. Man hat zwar den Steg vor sich, aber es ist nicht so schlimm wie befürchtet. Was mir nicht gefällt ist das Gefühl, dass man mit einem Dach über dem Kopf fährt. Aber wichtig ist, dass die Sicht nicht beeinträchtigt ist.“ Carlos Sainz merkte bereits am Vortag an, dass der Halo wie ein Vordach wirke und dadurch weniger Regentropfen auf den Helm prasseln würden, und der Fahrer deshalb verspätet die sich ändernden Bedingungen wahrnehmen würde.

Esteban Ocon hat sich schnell an den Halo gewöhnt. „Nach zwei Runden war alles gut. Man peilt die Kurven etwas anders an als vorher. Vielleicht wird es ein Problem, die Startampel zu sehen. Aber ich habe noch keinen Start auf der Zielgerade geübt. In der Box hatte ich meine Probleme, die Zeiten auf dem Monitor vor mir abzulesen.“ Halo-Gegner Magnussen verneint ein Problem mit dem Blick auf die Startampel: „Kein Problem!“

Fernando Alonso als Befürworter des Halo meinte am Montag nach den ersten 51 Proberunden: „Auf Fotos sieht es so aus, als ob der zentrale Steg im Weg sei. Aber wir schauen nicht vorne auf das Chassis, sondern fahren mit Weitblick. Da stört es nicht. In den Kurven auch nicht. Da schaust du links und rechts vorbei. Die größte Sache ist das Ein- und Aussteigen. Da ist das Platzangebot nicht gerade üppig.“

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