Falschparken erwünscht

Foto: Wolfgang Wilhelm

Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Rennenn präzisiert die Sporthoheit FIA die neuen sportlichen Regeln. Künftig darf jeder, der ein Rennen nicht beendet, beim nächsten Grand Prix einen neuen Motor einbauen. Reifenwechsel bleiben dagegen strikt verboten.

Statistik-Freunde werden in der kommenden Saison eine deutlich absinkende Ankunftsquote bei den 19 Rennen wahrnehmen. FIA-Chef Max Mosley und sein Technik-Chef Charlie Whiting haben festgelegt, dass jeder, der ein Rennen nicht beendet, ohne Sanktionen mit einem frischen Zehnzylinder beim nächsten GP antreten darf.

Zur Zeit weht ein auffällig liberaler Wind aus Richtung Paris, war es doch Max Mosley, der als Hardliner der Kostenersparnis mit Macht die Regel durchpaukte, dass 2005 jeder Fahrer mit einem einzigen Motor für zwei Rennen auskommen muss. Als erste Team-Strategen sich zu Wort meldeten und vor vorgetäuschten Defekten warnten, drohte Mosley noch, er werde auffällige Falschparker genau unter die Lupe nehmen und bestrafen.

Pat Symmonds: "Machen uns lächerlich"

Nun gilt eine Amnestie für alle, die kurz vor Rennende ihr Auto um die Wette am Straßenrand parken, weil Punkte in weiter Ferne liegen. Vor allem die besseren Teams werden von diesem General-Pardon Gebrauch machen. Die Hinterbänkler müssen dagegen durchfahren. Wer ohne Chance ist Punkte zu holen, für den können auch neunte und zehnte Plätze entscheidend im Kampf um die Preisgelder im Konstrukteurspokal sein.

Mancher läuft Gefahr sich zu verzocken. Sollte ein Auto in den Punkten in der letzten Runde ausfallen, oder nach dem Rennen disqualifiziert werden, werden weit zurückliegende Fahrer nach vorn gespült. "Diese Regel ist inkonsequent", schimpft Renault-Entwicklungschef Pat Symmonds. "Im schlimmsten Fall machen wir uns lächerlich." Neue Möglichkeiten ergeben sich für Ferrari: sollte der F2004M sich bei den ersten Rennen als chancenlos erweisen, könnte man das dritte Rennen in Bahrain absichtlich aufgeben, um schon in Imola mit dem F2005 anzutreten.

Risiko oder Rückzug?

Eher heikel als albern ist ist die zweite Regelpräzisierung: Reifenwechsel sind während des Rennens nur noch bei Defekten erlaubt. Prompt beklagten sich die Rennställe über den Gummiparagrafen. Bisher war nicht klar definiert, ob eine abgefahrene Lauffläche bereist als Defekt gilt. Nun hat die FIA festgelegt: Nur wer mit einem echten Plattfuß an die Box geschlichen kommt, darf ein neues Rad montieren.

Sollte die Boxencrew bei einem Tankstopp eine beschädigte Oberfläche an einem Reifen diagnostizieren, müssen die Teams künftig pokern, ob sie das Rennen auf eigenes Risiko fortsetzen oder das Auto zurückziehen.

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