Pirelli Reifen GP Spanien 2013 xpb
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Fans ratlos

Ist die Formel Reifen noch zu verstehen?

In Barcelona beherrschte das Thema Reifen wieder die Diskussionen nach dem Rennen. Nicht nur die Verlierer schimpften über die verschleißfreudigen Pirelli-Slicks. Auch Sieger Fernando Alonso äußerte Kritik an der Situation. Der Lieferant gelobt Besserung.

Am Sonntag hätten die Formel 1-Fans beinahe einen neuen Boxenstopp-Rekord gesehen. Die Bestmarke stammt aus dem Jahr 2011 und wurde in Budapest aufgestellt. Beim GP Ungarn zählten Statistiker damals 88 Reifenwechsel. Allerdings waren dort auch noch 24 Autos am Start. Und das Wetter spielte ebenfalls eine Rolle.

In Barcelona waren es 81 Boxenstopps von 22 Autos – was im Schnitt ungefähr auf das Gleiche herausläuft. Allerdings auf trockenem Asphalt. Ein ähnliches Reifendrama hatte man bisher nur beim GP Türkei 2010 gesehen. Damals konnte sich Pirelli im ersten Formel 1-Jahr aber noch mit der Unerfahrenheit herausreden.

Reifenpoker verärgert Fans

Die Formel 1 wird zur Formel Reifen. "Das ist nicht das, was wir wollen", entschuldigte sich Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Eigentlich hatten wir mit drei Stopps pro Fahrer kalkuliert. Warum es doch fast bei jedem Pilot vier waren, müssen wir noch untersuchen. Aber es ist häufig so, dass einer früh zum Reifenwechsel geht und die anderen dann kontern."

Bei den Fans sorgt das Boxenstopp-Spektakel für Ärger. Die Rennen werden fast nur noch durch die Strategie entschieden, so der Vorwurf. Es gebe kaum noch Rad an Rad-Duelle, weil die Geschwindigkeitsunterschiede zu groß sind und die Piloten sich beim Verteidigen nicht die Reifen ruinieren wollen. Außerdem blicke kaum noch einer durch.

Pirelli will nachbessern

Auch Rennsieger Fernando Alonso findet die aktuelle Situation nicht optimal. "Ich glaube es gibt keinen Zweifel, dass es momentan für die Zuschauer zu verwirrend ist. Es ist unmöglich, den Rennverlauf an der Strecke noch zu verfolgen. Hier in Barcelona gibt es ja wenigstens noch den Turm mit der Anzeige der Reihenfolge. Aber auf anderen Strecken sitzt man ohne Information auf der Tribüne und sieht nur die Autos vorbeifahren."

Bei Pirelli versucht man die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Kommende Woche wird entschieden, wie stark die Reifen für Silverstone verändert werden. "Wir müssen das Thema nun schnell angehen, um sicherzustellen, dass wir unser Ziel von zwei bis drei Boxenstopps pro Fahrer einhalten", erklärt Hembery. "Allerdings ist die Strecke mit ihrem anspruchsvollen Layout einzigartig. Ein solch hohes Verschleiß-Niveau werden wir dieses Jahr wohl nicht mehr sehen."

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