Lewis Hamilton - Mercedes - GP England - Silverstone - Formel 1 - Donnerstag - 5.7.2018 xpb
Force India - GP England - Silverstone - Formel 1 - Donnerstag - 5.7.2018
Red Bull - GP England - Silverstone - Formel 1 - Donnerstag - 5.7.2018
Red Bull - GP England - Silverstone - Formel 1 - Donnerstag - 5.7.2018
Red Bull - GP England - Silverstone - Formel 1 - Donnerstag - 5.7.2018
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Favoritencheck GP England 2018

Mercedes auf dem Papier vorn

Mercedes hat die letzten Jahre in Silverstone dominiert. Die schnelle Strecke scheint wie gemacht für die Silberpfeile. Deshalb gehen Lewis Hamilton und Valtteri Bottas als die Favoriten in den zehnten WM-Lauf. Ferrari stapelt tief. Red Bull rechnet sich kaum Chancen aus.

Die Fahrer der drei Topteams haben gesprochen. Man ist sich einig. Mercedes ist der Topfavorit auf den Sieg beim GP England 2018. In den letzten fünf Jahren stand jeweils ein Mercedes-Pilot ganz oben auf dem Podest. Die letzten vier Mal in Folge hieß der Sieger Lewis Hamilton. Ferrari ist optimistisch, dass man 2018 besser abschneiden wird als in den letzten Jahren. Red Bull hingegen geht ohne große Hoffnung ins Wochenende. Wir machen den Favoritencheck.

Mercedes will WM-Führung zurück

Mercedes will den Doppelausfall von Österreich vergessen machen, in Silverstone zum Gegenschlag ausholen und die WM-Führung zurückerobern. Auf der Papierform passt die fast 5,9 Kilometer lange Rennstrecke zum W09 wie Monaco mit seinen langsamen Kurven zum Red Bull RB14 passte. Maggotts, Becketts, Chapel, Copse: Silverstone ist gespickt mit schnellen Kurven. Das begünstigt ein Auto mit langem Radstand.

Seit die Autos und Reifen breiter sind, nehmen die Fahrer einige Passagen mit Vollgas, bei denen sie früher noch den Gasfuß lupfen mussten. Zum Beispiel Copse. Das bedeutet, dass sich Motorleistung noch stärker auf die Rundenzeit auswirkt. Ein Vollgasanteil von 70 Prozent spricht für Mercedes. Aber auch für Ferrari.

Mercedes - GP England - Silverstone - Formel 1 - Donnerstag - 5.7.2018
ams
Mercedes geht als Favorit in den GP England 2018.

In England liefert Pirelli zum dritten Mal nach Spanien und Frankreich die Reifen mit der um 0,4 Millimeter dünneren Lauffläche aus. In den ersten beiden Fällen siegte Hamilton souverän. „Ich habe zwischen den Reifen keine großen Unterschiede ausgemacht“, behauptet Hamilton. Dennoch: Durch die dünnere Lauffläche bleiben die Temperaturen in den Reifen moderater. Was Mercedes entgegenkommt.

Auch die härteren Reifenmischungen Soft, Medium und Hart spielen dem Titelverteidiger in die Karten. Jedoch wird der GP England allen Prognosen nach ein Hitzerennen. Das könnte die Reifen in den schnellen Kurven stärker strapazieren, sodass sie womöglich doch Blasen werfen. Dann könnten Ferrari und Red Bull die Vorteile ihrer reifenschonenderen Chassis ausspielen.

Die Zuverlässigkeitsprobleme von Spielberg will Mercedes gelöst haben. „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker“, sagt Hamilton. „Die Jungs haben schon am Sonntagabend nach dem Rennen nach einer Lösung gesucht. Klar bleibt eine gewisse Nervosität. Aber im Hinterkopf eines Fahrers darf sich das nie einnisten. Ich kann sagen: Die Ausfälle haben uns noch enger zusammenrücken lassen.“ Der Strategiefauxpas ist verziehen. „Wir haben die besten Taktiker der Welt am Kommandostand. Wir haben in der Vergangenheit viel mehr richtig gemacht als falsch.“ Hamilton ist überzeugt: „Wir sind das beste Team. Wenn wir alles zusammenbekommen, sind wir nicht zu schlagen.“

Ferrari mit größeren Upgrades

Eigentlich ist England ein gutes Pflaster für Ferrari. 16 Mal triumphierte die Scuderia auf der Insel. 13 Mal davon in Silverstone. Kein Team hat in England mehr Erfolge vorzuweisen. In den letzten Jahren allerdings gehörte Silverstone nicht zu den Paradestrecken der Italiener. Auch wenn Kimi Räikkönen einwirft. „Im letzten Jahr waren wir sicher zweite Kraft. Bis die Reifen platzten.“ Der Finne rettete sich immerhin auf das Podest. Sebastian Vettel fiel bis auf den siebten Platz zurück.

Ferraris letzter Silverstone-Sieg datiert von 2011. Damals mit Fernando Alonso am Steuer. „Wir sind hier sicher nicht die Favoriten“, sagt Sebastian Vettel deshalb. „Wir stapeln bewusst tief, wollen die Erwartungen an uns nicht zu hoch schrauben, sind aber optimistisch, dass wir besser abschneiden als in den letzten Jahren. Unser Auto jedenfalls ist gut.“

Ferrari - GP England - Silverstone - Formel 1 - Donnerstag - 5.7.2018
ams
Der neue Unterboden des Ferrari SF71H.

Ferrari überlässt Mercedes nicht kampflos den Sieg. Ein neuer Unterboden und Diffusor sollen den SF71H in schnellen Kurven schneller machen. „Wir haben einen Plan, und den ziehen wir durch“, sagt Vettel. „In unserem Auto steckt mehr Entwicklungspotential als 2017.“ Und zur Erinnerung: Ferrari verlängerte nicht umsonst den Radstand des SF71H, um auf Kursen wie Silverstone besser zu werden. Doch auch Mercedes legt nach dem großen Upgrade in Spielberg abermals nach. Wir hören von Änderungen an Nase und Frontflügel.

Es gibt noch Fragezeichen. Zum Beispiel den neuen Asphalt, den die Streckenbetreiber über die gesamte Länge verlegen ließen. „Wir müssen erst einmal abwarten, wie sich das auf die Grip-Verhältnisse auswirkt“, meint Räikkönen. Vettel will zum zehnten Mal im zehnten Rennen mit Zählern abreisen. Und zuschlagen, wenn die Möglichkeit bestehen. „Wir müssen jede Chance nutzen, die sich uns bietet.“

Red Bull in Außenseiterrolle

Max Verstappen gab sich kleinlaut auf der Pressekonferenz vor dem GP England. „Viele Kurven gehen voll. Das straft uns doppelt. Deshalb erwarte ich nicht, dass wir super konkurrenzfähig sein werden. Aber wir werden auch nicht so weit weg sein.“ Verstappen spielt auf die Motorleistung an. Dort hinkt Renault den Produkten von Mercedes und Ferrari trotz Party-Modus immer noch nach. Deshalb hätte sich Red Bull für England das typische Regenwetter gewünscht.

Nach schwachem Saisonstart hat der Niederländer einen Lauf. Zuletzt stand er dreimal auf dem Podest. Darunter der Sieg in Österreich. „Das war ein ganz süßer, weil er so unerwartet kam.“ Verstappen hat sich in der Weltmeisterschaft an Teamkollege Daniel Ricciardo herangerobbt. Auf das Spitzenduo Vettel, Hamilton fehlen ihm allerdings über 50 Punkte. Deshalb denkt er nicht an den Titel. Und aus einem weiteren Grund. „Um Weltmeister zu werden, brauchst du ein Auto, das auf allen Strecken schnell ist. Das trifft auf unseres nicht zu. Sobald die Geraden lang werden, sind wir nur dritte Kraft.“ Verstappen bezieht sich auf Strecken wie Monza. Aber eben auch Silverstone mit seinem hohen Volllastanteil. Vom Chassis des RB14 ist Verstappen überzeugt: „Wir haben das beste im Feld.“

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