Felipe Massa - Williams - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2017 xpb
Williams FW40 - F1 Auto - 2017
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Williams FW40 - F1 Auto - 2017 24 Bilder

Massa mit neuer Motivation

Wenn Toto Wolff angerufen hätte …

In Monza hatte Felipe Massa im Vorjahr seinen Rücktritt erklärt. In Abu Dhabi fuhr er seinen letzten GP. Dachten alle. Dann trat Nico Rosberg zurück, und Mercedes eiste Valtteri Bottas von Williams los. Sein Ersatz: Felipe Massa.

92 Tage nach dem Saisonfinale stieg Felipe Massa wieder in ein Formel 1-Auto. Obwohl der GP Abu Dhabi 2016 als der 250. und letzte Grand Prix seiner Karriere angedacht war. Zwei Monate zuvor hatte der 35-Jährige in Monza seinen Rückzug aus der Königsklasse verkündet. Weil er kein Angebot vorliegen hatte. Das kam im Dezember.

SMS von Claire Williams

Die Situation änderte sich schlagartig, als Nico Rosberg bekanntgab, seinen Titel nicht zu verteidigen. Mercedes brauchte plötzlich einen Ersatzmann für den Weltmeister. Und fasste Valtteri Bottas ins Auge. Williams wollte seinen finnischen Piloten nicht ohne einen Ersatzmann mit Erfahrung ziehen lassen. Da kam Massa ins Spiel. „Claire hat mir eine SMS geschrieben mit der Frage, ob ich mir vorstellen könne, zurückzukommen. Das war zwei Tage nach unserer Williams-Weihnachtsfeier. Dort hatte ich mich von jedem verabschiedet. Das ist schon kurios. Ich habe Claire zurückgeschrieben, dass wir wohl telefonieren müssen.“

Nach seinem Urlaub reiste der kleine Brasilianer nach England, um mit der Williams-Teamchefin persönlich zu sprechen. Am 16. Januar meldete der englische Traditionsrennstall die Kehrtwende. Bottas ist nun Teil der Mercedes-Familie, Massa hängt noch eine 15. Saison dran. Nach dem Testauftakt in Barcelona strahlte der Routinier und scherzte. „Ihr habt mich doch vermisst.“

Es gibt nicht wenige im Fahrerlager, die die Williams-Entscheidung, Bottas zu Mercedes ziehen zu lassen, nicht nachvollziehen können. Weil Massas Statements in Monza nahe legten, dass er mit der Formel 1 abgeschlossen hat. Davon will der 35-Jährige nichts wissen. „Ich wollte weiter Rennen fahren. Das war mein Plan. Ich bin motiviert. Mir gefallen die Regeländerungen.“ Als Lückenfüller sieht sich Massa nicht. „Ich will nicht die Startaufstellung auffüllen. Dafür fahre ich nicht. Ich will im Team eine wichtige Rolle einnehmen und konkurrenzfähig sein.“

Felipe Massa - Williams - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2017
Stefan Baldauf

Massa Dritter am ersten Testtag 2017

Der WM-Zweite von 2008 gibt zu, dass er einem Angebot von Mercedes nicht hätte widerstehen können. Wie auch, wenn der Rennstall sich gemeldet hätte, der in den letzten drei Jahren 51 GP gewann. „Wenn Toto angerufen hätte, hätte ich nicht nein sagen können.“ Gemeint ist Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Sich selbst anbieten wollte Massa nach Rosbergs Rücktritt nicht. „Ich habe niemanden angerufen. Wenn jemand etwas von mir will, muss er sich bei mir melden. Das war dann auch der Fall mit Williams.“

In seine Entscheidung, doch weiter Formel 1 zu fahren, war die Familien eng einbezogen. „Sie waren ohnehin alle überrascht, dass ich zurückgetreten bin. Nach den Gesprächen habe ich mir Zeit genommen, um 100 Prozent sicher zu sein. Ich bin meinem Herzen gefolgt und habe auf die Nachrichten meiner Familie und der Fans gehört. Meine Frau sagte: Mach, was du für richtig hältst. Wir stehen zu dir, egal, ob du noch drei oder fünf Jahre fährst.“ Massa sagt aber auch. „Ich war mit mir nach der damaligen Rücktrittsentscheidung im Reinen.“

Zwischendrin testete der WM-Elfte aus dem Vorjahr, der in seiner Karriere elf Siege feierte, einen Jaguar-Rennwagen in der Formel E. Jetzt sitzt er wieder in einem über 900 PS starken Rennwagen. Der Blitz-Comebacker strampelte am ersten Testtag im Williams FW40 über 100 Runden auf dem Circuit de Catalunya-Barcelona ab. Sein erstes Zwischenfazit: „Für die Fahrer ist die neue Formel 1 besser. Für die Show? Keine Ahnung. Der Reifenabrieb ist geringer, wir können stärker und länger attackieren. Es wird weniger Boxenstopps geben. Die Autos sind größer. Das macht Überholen schwerer." Trotzdem könnte Action geboten bleiben. „Vielleicht sehen wir mehr Zusammenstöße zwischen den Autos. Weil durch die breiten Autos einfach weniger Strecke bleibt.“

Schon in der Vergangenheit zeigte sich, dass Massa besser performt, je weicher die Reifen-Mischungen sind. Dieses Bild zeichnete sich auch zum Testauftakt ab. Auf den Medium-Gummis fühlte sich Massa unwohl. Dafür seien die Softs viel besser gewesen. Im Klassement belegte der Rückkehrer den dritten Rang mit drei Zehnteln Rückstand.

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