Felipe Massa

Zehn Plätze nach hinten

Foto: Wolfgang Wilhelm 56 Bilder

Der Motorschaden bei Red Bull in Bahrain hat die Ferrari-Ingenieure hellhörig gemacht. Prompt fanden sich bei näherer Untersuchung im V8 von Felipe Massa einen Defekt. Nun muss der Brasilianer das Rennen in Malaysia (19.3.) zehn Startplätze weiter hinten beginnen.

David Coulthard haderte nach dem Saisonauftakt mit den Regeln. Dass er als Zehnter das Rennen beendet und punktelos nach Hause reisen musste, war schon hart genug. Ein Motorschaden in der Auslaufrunde versaut dem Red Bull-Fahrer auch gleich das nächste Rennen in Malaysia, denn ein Wechsel bedeutet die Strafversetzung um zehn Startplätze nach hinten. "Für ein so kleines Team wie uns echt hart", maulte Coulthard.

Vielleicht ist ihm ein Trost, dass auch die Topteams das gleiche Schicksal treffen kann. Nach der Panne bei Red Bull inspizierten die Ferrari-Motorentechniker sicherheitshalber auch die Achtzylinder von Michael Schumacher und Felipe Massa. Tatsächlich wurden sie bei einer endoskopischen Untersuchung an Massas V8 fündig.

Noch zwei Motorenwechsel

Zur Sicherheit startet der Neuntplatzierte des GP Bahrain in Sepang ebenfalls mit einem neuen Aggregat - und ebenfalls zehn Plätze weiter hinten. Mit frischen Motoren gehen auch Jacques Villeneuve (BMW) und Giancarlo Fisichella (Renault) ins zweite Rennen. Da beide das Ziel in Bahrain nicht erreichten, dürfen sie jedoch ungestraft wechseln.

Beide Hersteller rätseln um die Schadensursache. Besonders bei Renault herrscht großes Stirnrunzeln. Die Datenauswertung ergab bei Fisichella einen Leistungsverlust von 50 PS. "Angesichts dieser Tatsache ist Fisico ein großartiges Rennen gefahren", sagte Chefingenieur Pat Symonds. Nachdem ein Hydraulikdefekt das Rennen vorzeitig beendet hatte, bauten die Renault-Mechaniker den Motor aus und schickten ihn nach Frankreich, wo man mit speziellen Messinstrumenten auf dem Prüfstand die Ursache zu ermitteln hofft.

Kein Hitzerennen in Sepang

Was das anstehende Rennen in Malaysia betrifft, haben die Ingenieure eine Sorge weniger. Der Wetterbericht sagt bisher lediglich Temperaturen von rund 25 Grad voraus. Die befürchtete Hitzeschlacht scheint auszubleiben.

Für rauchende Hirne bei den Strategen sorgt die Taktik für nach hinten verbannten Fahrer angesichts des neuen Qualifikationssystems. Ergibt es für Coulthard oder Massa einen Sinn, mit aller Macht einen guten Platz unter den besten Zehn zu erkämpfen, wenn maximal Rang elf erreichbar ist? Der Preis für die Anstrengung ist zudem eine erhöhte Motorlaufleistung und ein größerer Verschleiß an Reifensätzen. Andererseits: Wer kampflos von hinten startet, läuft Gefahr, den Zug an der Spitze beim Arbeiten durchs Mittelfeld zu verpassen.

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