Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021 xpb
Lance Stroll - Aston Martin - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
Lance Stroll - Aston Martin - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
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Alonso in Q3 in Baku, Vettel scheitert knapp

Duell der Ex-Weltmeister um Q3-Einzug Verbremser kostet Vettel vier Zehntel

GP Aserbaidschan

Die Ex-Weltmeister Fernando Alonso und Sebastian Vettel lieferten sich einen engen Kampf um den Einzug in Q3. Vettel verlor ihn um 29 Tausendstel. Deshalb ärgerte ihn der Verbremser in Kurve 15 um so mehr. Er kostete vier Zehntel.

In den Jahren 2010 und 2012 waren Fernando Alonso und Sebastian direkte Gegner im Kampf um den WM-Titel. Ein Jahrzehnt später geht es bei beiden Ex-Weltmeister um weniger. In Baku lieferten sich Alonso und Vettel ein Duell um den letzten Platz in den Top Ten. Alonso gewann es um die Winzigkeit von 29 Tausendstel. Als Vettel der knappe Rückstand am Funk mitgeteilt wurde, war der Ärger groß.

Umso mehr, weil er locker ins Q3 aufgestiegen wäre, hätte er die erste Q2-Runde besser hingebracht. Der Aston Martin-Pilot verbremste sich in Kurve 15, exakt an jener Stelle, die Teamkollege Lance Stroll im Q1 zum Verhängnis geworden war. Die letzten eineinhalb Kilometer bis zur Ziellinie legte Vettel mit einem veritablen Bremsplatten rechts vorne zurück. Das hat nach Meinung von Vettel in Summe vier Zehntel ausgemacht. "Seb hatte heute den Speed für Platz sechs oder sieben, war Teamchef Otmar Szafnauer überzeugt.

Glück im Q2, Pech im Q3

Für die vielen Unfälle in Kurve 15 gibt es laut Vettel gute Gründe: "Es geht bergab, die Stelle dort ist sehr wellig, und wir hatten heute Rückenwind, der dich zwischen den Mauern wie in einem Kanal angeschoben hat. Weil der Wind in Böen kam, konntest du dir nie sicher sein, wo der Bremspunkt liegt. Du hast es erst gemerkt, als du gebremst hast. Ich habe an der Stelle in der Runde vielleicht ein bisschen zu viel riskiert."

Die rote Flagge wegen des Unfalls von Daniel Ricciardo erstickte alle Versuche sich zu verbessern. Schlecht für Vettel, gut für Fernando Alonso. Der Spanier hatte mit einer guten ersten Q2-Runde gleich für klare Verhältnisse gesorgt und musste sich am Ende keine Sorgen mehr machen, weil die rote Flagge allen ein frühes Ende setzte. Im Q3 verließ Alonso das Glück. "Die erste Zeit habe ich auf einem gebrauchten Satz Soft gesetzt. Als ich mit der frischen Garnitur rausgegangen bin, kam der Abbruch." Alonso steht aber immerhin vor einem Mercedes und seinem Teamkollegen Esteban Ocon.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
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Sebastian Vettel baute im Gegensatz zu Teamkollege Lance Stroll keinen Schrott.

Abrechnung mit Kritikern

Nach dem besten Trainingsergebnis seit dem Saisonauftakt in Bahrain rechnete Alonso erst einmal mit seinen Kritikern ab. "Mir wurde vorgehalten, dass ich von allen Umsteigern am längsten brauchen würde, meine Form zu finden. Das ist nicht gerecht. Ich habe immer gesagt, dass ich Zeit brauche. Für mich war hier nach zwei Jahren Pause alles neu. Das Auto, die Reifen, teilweise auch die Rennstrecken. Und so schlecht war ich auch wieder nicht. In Barcelona war ich gleich schnell wie Esteban, in Monte Carlo ganz knapp dahinter."

Alonso sieht in dem Trainingsresultat von Baku den Beweis dafür, dass er langsam zu seiner alten Form zurückfindet "Heute war ein erster Schritt. Ich fühle mich besser und besser und habe in der Analyse mit den Ingenieuren und im Simulator viel gelernt. Und ich bin zuversichtlich, dass ich mich auf diesem Weg zum besseren Verständnis der Reifen und mehr Vertrauen ins Auto weiter bewegen werde."

Anpassungsschwierigkeiten der alten Hasen

Im Prinzip wurde Alonso bei seinem Comeback mit den gleichen Anpassungsschwierigkeiten konfrontiert wie Vettel bei seinem Teamwechsel. Das Arbeitsfenster der Reifen wird immer kleiner. Jedes Auto geht anders mit ihnen um. Es nimmt Zeit in Anspruch zu lernen, wie man das Auto einstellt um das Maximum aus ihnen herauszuholen.

Dazu kommt, dass die aerodynamisch immer sensibleren Autos einen ganz eigenen Fahrstil verlangen, der nicht unbedingt dem Naturell der alten Hasen Alonso oder Vettel entspricht. Gleichzeitig einlenken und bremsen ist nicht mehr der schnellste Weg, weil die eingeschlagenen Vorderräder zusammen mit Lastwechseln und dem Rollen des Autos für Strömungsabriss sorgen können. Der schnellste Weg mit den Autos dieser Generation ist: Zuerst bremsen und erst dann einlenken. Bis das bei der alten Garde in Fleisch und Blut übergegangen ist, nimmt eine mehr oder weniger lange Lernphase in Anspruch.

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
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Fernando Alonso setzte sich erst zum zweiten Mal gegen Esteban Ocon in der Qualifikation durch.

Die Kunst, den Mauern fernzubleiben

Von ihren Startplätze dürfen beide Oldies von WM-Punkten träumen. Vettel hat dabei den Vorteil der freien Reifenwahl. Mit der Kombination Medium-Hart ist die 51-Runden-Distanz leichter zu bewältigen als mit Soft-Hart. Alonso weiß, dass er sich nach hinten orientieren muss. "Es stehen noch einige schnelle Jungs hinter uns." Der gute Topspeed der Alpine könnte ihm dabei helfen. Die nicht ganz so überzeugenden Longruns am Freitag dagegen auf den Kopf fallen.

Ein Faktor, der Vettel und Alonso in die Karten spielen könnte, ist ihre Routine. "Wenn die Leute im Rennen so verrückt fahren wie in der Qualifikation, lande ich auf dem Podium. Ich habe kein einziges Mal die Mauer berührt", lobte sich Alonso selbst. Baku ist nach Ansicht des Ex-Champions nicht unbedingt die Strecke, die dem Auto liegt. Er hofft, dass der Alpine beim Heimspiel in Paul Ricard wieder zu den Form von Portimao und Barcelona zurückfindet. "Uns liegen die normalen Rennstrecken mehr, weil wir da nicht so viele Probleme haben, die Reifen anzuzünden."

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