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Rätsel um Ferrari-Rauch

Warum qualmt’s aus dem Heck?

Ferrari - Barcelona - F1-Test - 2018 Foto: Stefan Baldauf 26 Bilder

Bei den Testfahrten in Barcelona konnte man beobachten, wie aus dem Ferrari-Heck ungewöhnlich viel Rauch aufstieg. Wo kommen die Abgase her? Und warum qualmt es bei der Konkurrenz nicht so stark. Wir gehen dem Rätsel auf die Spur.

15.03.2018 Tobias Grüner

Es ist schon verrückt: Da propagiert die Formel 1 mit ihren spritsparenden Hochleistungs-Hybrid-Triebwerken ein grünes Image, und dann qualmt es aus dem Heck einiger Autos wie bei einem Euro-4-Diesel, der mit Heizöl läuft. Vor allem Ferrari geriet bei den Testfahrten in Barcelona in den Fokus des Interesses. Sowohl am Werksrenner als auch den Kundenautos von Sauber und Haas F1 stieg ungewöhnlich viel Rauch auf.

Normalerweise ist man gewohnt, dass die Abgase der Autos aus dem Auspuff-Endrohr ins Freie gelangen. Beim genaueren Blick fiel in Barcelona jedoch auf, dass die Ferrari-Renner durch eine kleine Öffnung in der hinteren Crashstruktur qualmten. Vor allem bei Startübungen und beim langsamen Rollen durch die Boxengasse war das Phänomen zu beobachten.

Rauch kommt aus Kurbelwellengenhäuse

Ferrari - Barcelona - F1-Test - 2018 Foto: Stefan Baldauf
Bei jedem Startvorgang stieg bei Ferrari dichter Rauch auf.

Um das Rätsel aufzulösen, muss man nur einen Blick in die Regeln werfen. Im Zuge der Diskussion um die trickreiche Verbrennung von Öl zu Leistungssteigerung, müssen die Gase, die im Kurbelhaus bei der Schmierung entstehen, ab diesem Jahr ins Freie geblasen werden. Bislang führten sie die Motorenhersteller wieder dem Verbrennungsprozess zu. Wegen der kühlen Temperaturen bei den Testfahrten fiel der Rauch besonders intensiv ins Auge.

Eine weitere Maßnahme gegen die Öl-Tricksereien sind neue Limits beim Verbrauch. Ab 2018 dürfen nur noch 0,6 Liter pro 100 Kilometer im Antriebsstrang verschwinden. Die Zusammensetzung des Schmierstoffs ist jetzt genauso spezifiziert wie Benzin. Damit soll verhindert werden, dass verbotene Additive an den Kolbenringen vorbei in den Brennraum gelangen.

Damit ist das Ferrari-Rätsel aber noch nicht völlig geklärt. Eine offene Frage ist zum Beispiel, warum bei den Autos mit Motoren von Mercedes, Renault und Honda kaum zusätzlicher Qualm aufsteigt. Die Ableitungen der Gase aus dem Kurbelgehäuse sind auch bei der Konkurrenz gut zu erkennen.

Ferrari nebelt Boxengasse ein

Unklar ist auch, warum die Ferrari-Motoren bei jedem Anlassvorgang wie eine alte Dampflok rauchen. Immer wenn sich Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel zu einem Testlauf bereit machten, nebelte Ferrari die halbe Boxengasse ein. Einige Experten vermuteten, dass hier nicht nur Öl verbrannt wird sondern irgendwo im Kreislauf auch Wasserdampf entsteht.

Bei den Testfahrten konnte der Rauch noch durch Rohre in den Garagen nach oben ableitet werden. Aber wenn alle sechs Autos mit Ferrari-Motoren in der Startaufstellung von Melbourne gleichzeitig angelassen werden, könnte das ein lustiges Bild ergeben.

In der Galerie zeigen wir Ihnen die Fotos der ungewöhnlichen Rauchzeichen in Barcelona.

Neuester Kommentar

Lidar-3d-aerodinamik-messung des Autos und des Heckflügels... ( denk Windkanal und da was? RAUCH!! )
Und überall am Track sind weiter Messtationen und Laser und so weiter
und so hast schöne Werte... hm... die Steinzeit-foristen kommen da nicht
druff... net war ? LOL

sportdrosssel 17. März 2018, 19:11 Uhr
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