Stolpert Räikkönen über alten Vertrag?

Leclerc auf dem Weg zu Ferrari

Charles Leclerc - Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1 Foto: xpb.cc 14 Bilder

Ferrari steckt in der Klemme. Kimi Räikkönen fährt besser denn je, aber er muss wahrscheinlich gehen. Schuld ist eine Abmachung mit Ex-Präsident Sergio Marchionne. Damit würde Charles Leclerc neuer Teamkollege von Sebastian Vettel.

Noch ist nichts offiziell. Doch im Fahrerlager raunt man sich bereits zu, dass Maranello seine Wahl getroffen hat. Treffen musste, weil es Abmachungen gibt, die der Ende Juli verstorbene Ex-Präsident Sergio Marchionne getroffen hatte. Und demnach ist Kimi Räikkönen raus und Charles Leclerc sein Nachfolger. Der neue Ferrari-Präsident Louis Camilleri beteuerte in Monza: „Es ist noch nichts entschieden. Es gibt auch kein Zeitfenster dafür. Kimi ist seit langer Zeit ein treuer Freund.“

Der Fahrerlagerfunk meldet jedoch bereits: Das achte Jahr von Kimi Räikkönen bei Ferrari soll das letzte gewesen sein. Ferrari kann den Vertrag mit dem 38-jährigen Finnen nicht verlängern. Obwohl der 20-fache GP-Sieger zuletzt konstant starke Leistungen geboten und seinen Ferrari in Monza auf die Pole Position gestellt hat. Das neue Ferrari-Management würde Räikkönen lieber noch ein Jahr behalten, steht vertraglich aber auf wackligen Füßen. Man will es sich auch nicht mit FIA-Präsident Jean Todt verscherzen, dessen Sohn Nicolas Leclerc betreut. Und dann gibt es noch eine gewisse moralische Verpflichtung dem früheren Ferrari-Chef Marchionne gegenüber.

Wann wird der Wechsel offiziell?

Ferrari hat jetzt ein Problem, den Wechsel zu kommunizieren und den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden. Man weiß wie beliebt der Iceman bei den Fans ist. Teamchef Maurizio Arrivabene hatte immer eine ebenso herzliche wie enge Beziehungen zu dem wortkargen Finnen. Vielleicht sagt der neue Ferrari-Capo deshalb: „Die endgültige Entscheidung trifft Maurizio Arrivabene.“

Kimi Räikkönen wird am 17. Oktober 39 Jahre alt. Charles Leclerc feiert einen Tag vorher seinen 21.Geburtstag. Da wird der Monegasse vermutlich bereits ein Ferrari-Pilot sein. Räikkönen hätte dann nach acht Jahren (2007 bis 2009, 2014 bis 2018) seine Schuldigkeit getan.

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Räikkönen fährt seine insgesamt achte Saison für den Rennstall von Maranello. Nach der ersten Phase von 2007 bis 2009 musste er Fernando Alonso weichen. Diesmal soll eines der größten Talente der Formel 1 den Altmeister aus Espoo ersetzten, der 2014 zu Ferrari zurückkehrte.

Die Aussagen des Weltmeisters von 2007 und seinem Nachfolger bei der Donnerstags-Pressekonferenz in Monza deuteten zwischen den Zeilen den Wechsel bereits an. Auf die Frage, wann seine Zukunft entschieden sein wird, meinte Räikkönen einsilbig: „Ich weiß es nicht. Irgendwann wird es soweit sein. Wahrscheinlich kannst du alles erwaten. Das habe ich im Verlauf der letzten Jahre gelernt.“ Leclerc meinte dagegen fröhlich: „Im Moment warte ich noch auf eine Information und hoffentlich bin ich bald in der Lage, etwas zu sagen.“.

Sauber-Sponsor wünscht Giovinazzi im Auto

Damit setzt Ferrari zum ersten Mal seit 2006, als Felipe Massa seinen Landsmann Rubens Barrichello ablöste, wieder auf die Jugend. Der 20-jährige Leclerc gilt als eines der größten Talente in der Formel 1. Er hat in seiner ersten Saison bereits 13 Punkte für Sauber gesammelt. Highlight war der 6. Platz beim GP Aserbaidschan. Für Vettel würde der Fahrerwechsel einen Umschwung bedeuten. Räikkönen ist sein Freund. Auf ihn konnte er sich verlassen. Leclerc dagegen ist einer der jungen Angaser, der sich beweisen will. Der Formel 2-Meister von 2017 kann im ersten Jahr des Vergleiches nur gewinnen. Keiner erwartet von ihm, dass er einen vierfachen Weltmeister auf Anhieb schlägt. Gegen einen Räikkönen durfte man auch mal verlieren. Immerhin war der Iceman selbst einmal Weltmeister.

Durch den Transfer wird bei Sauber eine Stelle frei. Große Auswahl soll Teamchef Frédéric Vasseur nicht haben. Die schwedischen Besitzer halten Marcus Ericsson die Treue. Und Hauptsponsor Alfa Romeo will einen Ferrari-Junior im Cockpit sehen. Das ist die Chance für Antonio Giovinazzi, der 2017 bereits zwei Rennen als Wehrlein-Aushilfe bei Sauber bestritten hat. Vasseurs Wunschpilot Stoffel Vandoorne muss sich anderweitig umschauen. Der Belgier hat bei McLaren schon seinen Abschiedsbrief bekommen. Jetzt soll bei Sauber Räikkönen auf der Liste stehen, um wenigstens einen zuverlässigen Punktesammler im Team zu haben.

Hätte Ferrari mit Räikkönen noch um ein Jahr verlängert, wäre Charles Leclerc 2019 vermutlich bei HaasF1 geparkt worden. Das ist die Rettung für Romain Grosjean, der ein weiteres Jahr für das US-Team fahren soll. Kevin Magnussen gilt als gesetzt. Einzige Alternative zu Grosjean wäre noch Sergio Perez, der sich mit Force India allerdings so gut wie handelseinig ist.

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