Ferrari betreibt Fehleranalyse

Ferrari auf der Suche nach 1,4 Sekunden

Fernando Alonso Foto: xpb 112 Bilder

Ferrari hat die zwei Wochen nach dem GP Australien zum Datenstudium genutzt. 1,4 Sekunden Rückstand im Training waren eine Ohrfeige. Im Rennen lief es besser, aber nicht gut genug. Ein Teil der Melbourne-Pleite ist analysiert. Modifikationen sollen das Problem in Sepang teilweise aus der Welt schaffen.

Ferrari leckte nach dem Auftaktrennen in Melbourne seine Wunden. Im Training trennten Fernando Alonso 1,4 Sekunden von Sebastian Vettels Bestzeit. Im Rennen landeten die roten Autos auf den Plätzen vier und sieben. Eine kleine Wiedergutmachung, aber noch nicht genug. Deshalb bringt Ferrari diverse Modifikationen nach Malaysia mit, die einen großen Fortschritt versprechen, wenn man den Windkanaldaten glauben darf.

Ferrari arbeitet an einer Red Bull-Kopie

"Sie sind im vorderen Teil des Autos zu finden", gibt sich Technikchef Aldo Costa geheimnisvoll. Dort lag der Schwachpunkt des Ferrari F150. Er generiert zu wenig Abtrieb auf der Vorderachse. Das war während der Testphase schon ansatzweise zu beobachten, trat in Melbourne aber mehr als deutlich zutage.

Natürlich hat Ferrari auch die Red Bull Fahraufnahmen studiert und festgestellt, dass der Frontflügel der Wunderautos sich viel tiefer auf die Straße absenkt als beim eigenen Auto. Maranello arbeitet unter Hochdruck an einem ähnlichen System. "Red Bull fährt im Moment noch in einer eigenen Liga", gibt man in Maranello zu.

Fernando Alonso ergänzt: "Es liegt auf der Hand, dass wir unser Auto verbessern müssen. Aber erst die nächsten Rennen werden zeigen, ob das Bild von Melbourne auch repräsentativ ist." Der Spanier will die Enttäuschung von Australien auch nicht auf die Temperaturen schieben: "Ich mag es nicht, wenn man mit Temperaturen argumentiert. Ein gutes Auto ist immer und überall schnell."

Probleme mit der Reifentemperatur

Die Schwachstellen von Melbourne sind analysiert. Es begann damit, dass sich die harten Reifen nicht aufheizen wollten. Also mussten Fernando Alonso und Felipe Massa schon in der ersten K.O.-Runde der Qualifikation einen Satz weicher Reifen herschenken. Der zweite ging im Q2 drauf. Damit blieb für das Top Ten-Finale nur noch ein Satz weicher Reifen übrig.

Ferrari musste deshalb im entscheidenden Moment auf Nummer sicher gehen. Das bedeutete für die beiden Fahrer, dass sie nicht voll ans Limit gehen konnten. Und dass sie für zwei fliegende Runden Benzin mit an Bord nehmen mussten, um für den Fall eines Fehlers eine Zusatzrunde in der Tasche zu haben. Was prompt passierte. Alonso verbremste sich in Kurve drei. Er musste also ein zweites Mal Anlauf nehmen. Doch da waren die Reifen schon über ihren Zenit. Deshalb der riesige Zeitverlust im dritten Sektor. Dort knöpfte Vettel den Ferrari-Piloten eine Sekunde ab.

Eigentor mir Dreistopprennen

Mit den schlechten Startplätzen war Ferrari im Rennen gezwungen, Kompromisse einzugehen. Man setzte auf ein Dreistopprennen, um verlorenes Terrain wettzumachen. Das erwies sich im Rückblick als Eigentor, weil die Reifen länger gehalten haben als gedacht. Die Konkurrenz kam locker mit zwei Stopps über die Distanz. Alonso wurde beim Start von Jenson Button abgedrängt, was die geplante Taktik komplett konterkarierte.

Während der Spanier im Rennen ordentliche Rundenzeiten auf die Bahn legte, sobald er freie Fahrt hatte, trat bei Massa ein Problem auf, dass ihn schon im letzten Jahr nervte. "Ich hatte Mühe, die harten Reifen auf Temperatur zu bringen und ihren Grenzbereich zu spüren." Der Brasilianer hofft, dass die hohen Asphalttemperaturen und die schnellen Kurven in Sepang dieses Problem lösen. "Wir müssen hier ein besseres Auto haben als in Australien", fordert Massa. Für Red Bull wird es noch nicht reichen. Das steht frühestens ab dem GP Türkei auf dem Plan, wenn die nächste große Ausbaustufe folgt.

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