Sainz - Leclerc - Ferrari - GP USA - Austin - Samstag - 23.10.2021 Motorsport Images
Daniel Ricciardo - Nascar - GP USA - Austin - Samstag - 23.10.2021
Daniel Ricciardo - McLaren - GP USA - Austin - Samstag - 23.10.2021
Red Bull - GP USA - Austin - Samstag - 23.10.2021
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Ferrari bezwingt McLaren in Austin-Quali

Ferrari bezwingt McLaren in Austin-Quali Sainz startet auf falschen Reifen

Ferrari war in der Qualifikation zum GP USA die dritte Kraft im Feld. Die Scuderia war gegenüber McLaren um zwei Zehntel im Vorteil. Ferrari führte es darauf zurück, dass die Piloten nach zahlreichen Umbauten im entscheidenden Augenblick endlich Vertrauen in ihr Auto fassten. Einziger Wermutstropfen: Carlos Sainz startet auf den falschen Reifen.

Nach dem Freitag war man bei McLaren guter Dinge, in der Qualifikation vor Ferrari zu landen. Lando Norris hatte die zweitschnellste Rundenzeit erzielt. Und für gewöhnlich ist McLaren an Freitagen eher konservativ unterwegs. Doch schon im dritten Training deutete sich an, dass Ferrari auf eine Runde vielleicht doch stärker ist. Zumindest mit Carlos Sainz im Auto. So schien es jedenfalls.

Charles Leclerc haderte da noch mit seinem Auto. Die Hinterachse war ihm zu widerspenstig. Der Monegasse konnte so nicht das letzte Vertrauen in den SF21 aufbauen. Das kam in der Qualifikation zurück. Prompt war er die Speerspitze in Rot. "Wir haben noch ein paar Veränderungen vorgenommen, die sich ausgezahlt haben. In Q1 bin ich ein paar Runden gefahren, was mir geholfen hat, wieder das Vertrauen zurückzugewinnen. Ab Q2 konnte ich dann so pushen, wie ich es mir vorstelle", berichtete Leclerc.

Charles Leclerc - Ferrari - GP USA - Austin - Samstag - 23.10.2021
Motorsport Images
Charles Leclerc entschied das Qualifikations-Duell gegen den Teamkollegen für sich.

SF21 immer wieder umgebaut

Ferrari belohnte sich mit den Startpositionen vier und fünf für ein arbeitsintensives Wochenende. Der älteste Rennstall der Formel 1 suchte nach dem perfekten Kompromiss für die langsamen und schnellen Kurven. Es musste ein Setup her, das einerseits für die Qualifikation taugt, andererseits die Reifen im Longrun nicht überstrapaziert. Ob das gelungen ist, wird dann das Rennen zeigen. Die Mechaniker bauten die roten Autos immer wieder um. Zwischen ersten und zweiten Training. Vor dem dritten Training. Vor dem Qualifying. Die Simulator-Fahrer feilten parallel an der Abstimmung in Maranello.

Es zahlte sich aus. Der Blick auf die einzelnen Sektoren zeigt, dass Ferrari ein ausgewogenes Paket auf die Räder gestellt hat. In den schnellen Kurven ist McLaren einen Hauch schneller. Im Mittelabschnitt dafür sind die roten Autos um eine Zehntelsekunde besser. In den langsamen Ecken im Schlussteil sind die Rivalen dann praktisch gleichauf. In Summe reihten sich die beiden Ferrari vor den beiden McLaren ein. Leclerc war dabei zwei Zehntel schneller als Daniel Ricciardo im schnelleren der McLaren.

Der WM-Dritte hielt sich nicht lange mit Kummer auf. "Ferrari hatte heute dieses kleine Extra von ein, zwei Zehntel gegenüber uns", fasste Ricciardo zusammen. "Es war ein solider Tag. Wir müssen akzeptieren, dass Ferrari heute etwas besser war als wir. Natürlich wäre es hier und da noch schneller gegangen. Lando hat zum Beispiel in der letzten Kurve eineinhalb Zehntel auf seine beste Durchgangszeit verloren. Aber so wird es Ferrari nach dem Datenstudium auch ergehen", sagte McLaren-Teamchef Andreas Seidl.

Das Problem für Sainz

Vor ein paar Wochen noch wäre eine Strecke wie der Circuit of the Americas kein geeignetes Jagdgebiet für den SF21 gewesen. Große Heckflügel, eine lange Gerade: Dafür braucht es Motorleistung und Effizienz. Doch seit dem Upgrade auf der Hybridseite der Power Unit sind die Ferrari auf Strecken für viel Abtrieb kein Freiwild mehr auf den Geraden. Die Topspeeds von 322,5 km/h (Sainz) und 322,3 km/h (Leclerc) belegen es. Ferrari war auf Augenhöhe mit McLaren. In Summe, so heißt es von Ferrari, habe die Neuaufgleisung des Hybridsystems mit rund eineinhalb Zehntelsekunden auf die Rundenzeit eingezahlt.

Einen Wehrmutstropfen brachte die Qualifikation für die Roten aber. Carlos Sainz startet auf den weichen Reifen. Leclerc und die McLaren dagegen auf dem widerstandsfähigeren Medium. Der gelbmarkierte Pirelli wird im ersten Rennabschnitt länger durchhalten. Dieser Reifen bringt mehr Flexibilität. Sainz dürfte wie Yuki Tsunoda im Alpha Tauri ziemlich früh in der Box auftauchen. "Das könnte eine Chance für uns sein, ihn zu schlagen", sagt Seidl.

Im Nachhinein war es Leclercs Glück, in Q1 zwei Softreifen gebraucht zu haben. Sein Teamkollege brauchte nur einen Versuch. Weil Ferrari unbedingt für beide Fahrer zwei Soft-Garnituren für Q3 reservieren wollte, drehte Leclerc seine erste Runde in Q2 auf dem Mediumreifen. Sie war gut genug, um aufzusteigen. Sainz hingegen fuhr erst den Soft, dann den Medium, auf dem er aber dann zweieinhalb Zehntel zu langsam war.

Daniel Ricciardo - McLaren - GP USA - Austin - Samstag - 23.10.2021
Wilhelm
Daniel Ricciardo war der schnellere der beiden McLaren-Piloten.

Reifenvorteil für Norris

Der Spanier wurde von den Streckenbedingungen überrascht. Ferrari ging davon aus, dass die Piste schneller werden würde. Das Gegenteil war der Fall. Vielleicht war die Reifenwahl am Freitag bereits der erste Fehler. Da hatten sowohl Leclerc als auch Sainz eine Garnitur des Mediums verbraten. McLaren sparte sich dagegen zwei Sätze auf. So war es Ricciardo möglich, in Q2 zwei Mal den Medium zu fahren, nachdem seine erste Runde wegen Überschreiten der Track Limits gestrichen wurde.

Norris hat bei der Taktik den größten Spielraum. Der Engländer hat wie Max Verstappen und Lewis Hamilton noch einen frischen Medium in der Hinterhand. Zumindest fast. "Mit dem einen ist er nur eine Runde herumgerollt", sagt Seidl. Der Grand Prix der USA wird aller Voraussicht nach ein Zweistopprennen. Ricciardo, Sainz und Leclerc werden vermutlich neben ihrem Startreifen die zwei harten Gummis über die Distanz nehmen. Der weißmarkierte Pirelli war zumindest in den Freitags-Longruns nicht so gut wie man das im Vorfeld erwartet hatte. Norris kann wählen: medium-medium-hart oder medium-hart-medium. Tenor bei McLaren: "Wir haben ein gutes Rennauto und wollen die Reihenfolge umdrehen."

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