Ferrari bremst GPWC aus

Ferrari hat am Mittwoch (19.1.) das Concorde-Abkommen um fünf Jahre bis Ende 2012 verlängert. Dies bedeutet die endgültige Absage des italienischen Teams an die Herstellervereinigung GPWC, die ab 2008, nach Ablauf des bisherigen Vertrags, ihre eigene Serie auf die Beine stellen will.

Damit ist die Zukunft der im April 2002 gegründeten GPWC (Grand Prix World Championship) in Frage gestellt: Von den fünf Gründungsmitgliedern sind nach dem Formel 1-Rückzug von Ford im Herbst letzten Jahres und dem heutigen Absprung von Ferrari nur noch BMW, Mercedes und Renault an Bord.

Die Entscheidung von Ferrari kam überraschend, zumal die GPWC, wie vorletztes Jahr bekannt wurde, dem erfolgreichsten Formel 1-Team fürs Mitmachen in der GPWC eine Prämie von 100 Millionen Dollar in Aussicht gestellt hatte. Im Juli 2004 mussten die Hersteller allerdings zurückrudern. Man erklärte Ferrari, dass man nun doch nicht in der Lage sei, diese Summe auszuzahlen.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo freute sich über das neue Concorde-Abkommen, das offenbar deutlich bessere Konditionen für die Roten beinhaltet: "Es ist wichtig und erfreulich, dass der Weltverband FIA, der Formel 1-Organisator FOM und Ferrari eine starke Botschaft für die Stabilität der Formel 1 in der Zukunft abgesetzt haben.“

Ecclestone wieder auf der Siegerstraße

Als großer Sieger kann sich auch FOM-Chef (Formula One Management) Bernie Ecclestone fühlen. Denn kaum jemand glaubt jetzt noch ernsthaft, dass die GPWC ohne Ferrari realisiert werden kann. "Wir sind hoch erfreut, dass der Vertrag zustand kam und dass die Zukunft der Formel 1 damit stabilisiert ist“, meinte der Brite.

Pikant: Aus FIA-Kreisen sickerte durch, dass Ferrari die GPWC erst 15 Minuten vor der Presseaussendung informierte. GPWC-Sprecher Xander Heijnen: "Wir geben jetzt keinen Kommentar ab. Wir prüfen die Angelegenheit.“ GPWC-Chef Jürgen Hubbert, der ehemalige Mercedes-Chef, setzte sich umgehend mit seinen GPWC-Kollegen in Verbindung.

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