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Ferrari

Eine Fallstudie

Alle Anstrengungen, den Anschluss an die Top-Teams zu schaffen, sind gescheitert. Ferrari ist aus eigener Kraft nach wie vor kaum siegfähig. Die andauernde Erfolglosigkeit zeigt im Team langsam Wirkung.

Jean Todt verschanzt sich meist in seinem Motorhome, die Kristallkugel-Gucker der Formel 1 wollen wissen, dass der Franzose Ende 2006 in Rente geht. Ross Brawn sitzt häufig aphatisch an seinem Kommandostand. Die Zeit für geniale Strategien ist vorerst abgelaufen. Man muss zumindest den Sieg in Reichweite haben, um ihn mit cleverer Boxentaktik an Land zu ziehen.

Auch Brawn ist in der Personalplanung ein Wackelkandidat - auch sein Vertrag endet 2006. Ob er ihn verlängert hängt maßgeblich davon ab, ob, und an wen Ferrari verkauft wird. Auch Michael Schumachers Planung hängt an der Zukunft der Firma. "Wenn Todt und Brawn aufhören, überlegt sich Michael, ob er noch ein Jahr dranhängt", sagt Manager Willy Weber.

Schumi: Entscheidung im Winter

Schumacher will seine Entscheidung im Winter treffen. Auch wenn der Weltmeister nicht amtsmüde ist, die ständigen Misserfolge nagen an ihm. Eine Vertragsverlängerung ergibt nur Sinn, wenn es eine positive Zukunftsperspektive gibt.

Zur Zeit dreht sich das Team im Kreis. Ein Vergleichstest in Mugello mit Vorjahresreifen und aktuellem Material fiel ernüchternd aus. Der Versuch von Partner Bridgestone, Michelin-Pneus nachzubauen, scheiterte. Bis September könnte Ferrari den Vertrag kündigen und zu Michelin wechseln, doch einerseits ist man sehr mit den Japanern verbandelt, zweitens ist die Reifenfrage nicht Ferraris einziges Problem.

Selbst Jordan entwickelt sich besser als Ferrari

Während andere Teams trotz beschnittener Aerodynamik im Winter zusätzlichen Abtrieb gewannen, konnte Ferrari lediglich den Verlust klein halten: minus fünf Prozent. Der durchschnittliche Vorsprung von Ferrari auf die ebenfalls mit Bridgestone bereiften Jordan sank im Vergleich zum Vorjahr von 2,761 auf 2,552 Sekunden. Die Konkurrenz mutmaßt, dass ein Teil der Reifenprobleme auch auf das Chassis zurückzuführen sein könnte.

Warum Ferrari auf manchen Strecken siegfähig war, ein Ende des Reifendilemmas noch nicht abzusehen ist, und wie Michelin den Vorsprung hält, lesen Sie im neuen Heft von auto motor und sport, Ausgabe 17, ab 17. August im Handel.

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