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Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying
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Ferrari fährt Mercedes davon

Maximaler Abtrieb beflügelt Ferrari

Die Antwort auf die Niederlage von Silverstone kam prompt. Ferrari besetzt beim GP Ungarn mit Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen die erste Startreihe. Es zeichnet sich ein Trend ab. Je größer der Abtrieb, je heißer die Temperaturen, umso besser für Ferrari.

Vier Rennen in Folge hat Ferrari nicht mehr gewonnen. Nach der Niederlage in Silverstone zweifelten viele schon daran, dass Ferrari noch einmal die Kurve kriegt. Mercedes fuhr in einer Klasse für sich. Der Abstand zur Spitze wuchs, der Vorsprung auf Red Bull schrumpfte. Auf dem Hungaroring strahlt die erste Startreihe wieder in Rot. „Wir haben unsere Antwort auf der Strecke gegeben“, stellte Sebastian Vettel nach seiner 48. Pole Position zufrieden fest. „Die Reaktionen auf unsere Probleme in Silverstone waren etwas übertrieben.“

Die größte Konkurrenz für den WM-Spitzenreiter kam aus dem eigenen Lager. Kimi Räikkönen war über den 2. Platz in der Startaufstellung sogar ein bisschen enttäuscht. „Ich bin in der Schikane auf den linken Randstein gekommen. Das Auto stand kurz quer. Das könnte mich die Bestzeit gekostet haben.“

Doch auch Vettels Pole-Runde war nicht ganz perfekt: „Ich habe in den ersten beiden Sektoren den Reifen etwas zu viel abverlangt. Die letzten drei Kurven hat das Auto untersteuert.“ Vettel glaubt, dasas bei einer besseren Einteilung der Runde eine Zeit von 1.16,0 Minuten möglich gewesen wäre. Wäre die Schallmauer zu knacken gewesen? „Da hätte alles, ich meine wirklich alles perfekt passen müssen“, meinte der Ferrari-Star.

Die Parallelen zu Monte Carlo

Am Freitag bei den Rennsimulationen schien das Kräfteverhältnis zwischen Ferrari, Mercedes und Red Bull noch ausgeglichen. Doch am Samstag gelang Ferrari im Vergleich zur direkten Konkurrenz ein Sprung von 7 Zehntelsekunden. Bei Mercedes war man konsterniert: „Ich weiß nicht, wo Ferrari diese Zeit gefunden hat“, wunderte sich ein Ingenieur.

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 28.7.2017
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An großen Setup-Änderungen lag es nicht: „Ich habe mich schon am Freitag wohl im Auto gefühlt. Wir haben nur noch an der Balance gearbeitet. Vielleicht haben uns die höheren Temperaturen in die Karten gespielt“, verrät Vettel. Das Aerodynamik-Upgrade für den SF70H kann auch nicht der eklatanten Unterschied ausgemacht haben, weil es auch schon am Freitag am Auto war. Und beim Unterboden musste Ferrari zum Teil auch auf die strengeren Biegetests der FIA reagieren. Was sicher kein Vorteil war.

Die Parallelen zu Monte Carlo sind nicht von der Hand zu weisen. Auch da haben sich beiden Ferrari für die erste Startreihe qualifiziert. Auch da war es heiß. Und auch da hatte Mercedes gegen den WM-Rivalen keine Chance. Beide Rennstrecken vereint, dass sie maximalen Abtrieb verlangen. „Es sieht so aus, als hätte unser Auto in dieser Konfiguration mehr Anpressdruck als Mercedes“, analysiert Vettel.

Hitze macht Ferrari weniger aus

Das sieht auch Toto Wolff so: „Die DNA unseres Autos favorisiert schnellere Rennstrecken.“. Gute Rennautos werden zwar als Allrounder geboren, doch irgendeinen Schwachpunkt oder eine besondere Stärke haben auch sie. „Die Aerodynamik des Ferrari funktioniert bei maximalen Abtrieb am besten. Unser Auto ist mehr auf Effizienz ausgelegt, was uns auf den Strecken einen Vorteil bringt, wo wenig oder mittlerer Anpressdruck gefragt ist“, erklären die Mercedes-Ingenieure.

In Montreal, Baku, Spielberg und Silverstone verschob sie das Fenster mehr Richtung Mercedes. Die unterschiedlichen Qualitäten der beiden Rennautos zeigen sich auch im Sektorvergleich am Hungaroring. Im Mittelsektor verlor Mercedes weniger Zeit auf Ferrari als im ersten und dritten Abschnitt. Weil dort die Kurven schneller sind als auf dem Rest der Strecke.

Hitze macht den roten Autos weniger aus als den Silberpfeilen. „Sie müssen ihre Verkleidung viel weniger öffnen als wir. Erst ab 27 Grad sieht man einen Unterschied zum Normalzustand“, fällt den Mercedes-Technikern auf. Mercedes fuhr am Hungaroring mit der zweithöchsten Hitze-Konfiguration. Die wird über die Kühlöffnungen rechts und links vom Cockpit, über den Kamin auf der Airbox-Finne und dem Auslass im Heck bestimmt.

Jeder Schritt Richtung mehr Kühlung kostet bei Mercedes eine Zehntelsekunde. Vermutungen, die Aerodynamik des Ferrari wäre gegenüber größeren Löchern in der Verkleidung weniger sensibel, zweifelt Vettel an: „Wenn wir aufmachen, spüre ich das schon.“

Eine gewisse Rolle spielen auch die Supersoft-Reifen. Ferrari kommt mit diesem Reifentyp besonders gut klar. Die Erfahrungen von Mercedes auf den Supersoft-Sohlen schwanken zwischen Gut und Böse. Der Hungaroring zählt außerdem zu den Rennstrecken, auf denen Motorleistung nicht die entscheidende Rolle spielt. Da kann Mercedes seinen Q3-Faktor nicht so ausspielen wie sonst. Bei den Topspeeds steht es zwischen Rot und Silber unentschieden.

Motorsport Aktuell Valtteri Bottas - Mercedes -  GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying Mercedes kassiert Quali-Niederlage „Auf Ferrari wartet ein Spaziergang“

Ferrari blockiert die erste Startreihe. Mercedes folgt erst dahinter.

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