Ferrari greift Mercedes an

"Vettel ist stark, Kimi sensibel"

Sebastian Vettel - GP China 2015 Foto: xpb 60 Bilder

Obwohl Ferrari in China keine Chance auf den Sieg hatte, zeigte man sich im Lager der Roten zufrieden. Der Abstand war kleiner als erwartet. Und Kimi Räikkönen fand zu alter Stärke zurück. Der Iceman rechnet damit, dass sein Team Mercedes noch in dieser Saison einholen wird.

Bei Ferrari ist die Welt weiter in Ordnung. Im dritten Rennen fuhr Sebastian Vettel den dritten Podiumsplatz nach Hause. Von Enttäuschung über den verpassten Sieg wollte Teamchef Maurizio Arrivabene nichts hören: "Wir waren genauso gut, wie wir es erwartet haben. Wir wussten, dass Mercedes hier stark ist. Sie haben verdient gewonnen. Wir waren nah genug dran, um von Fehlern zu profitieren. Aber sie haben keine gemacht."

Räikkönen-Comeback freut Teamchef besonders

Besonders freute das neue Ferrari-Oberhaupt, dass Kimi Räikkönen im Rennen stark auftrumpfen konnte. Wie er sich in den ersten Kurven gegen die Williams durchsetzte, erinnerte an den alten Kimi, den wir im Qualifying dieses Jahr noch nicht gesehen haben. Arrivabene gab zu, dass Räikkönen nach dem Rennen in Malaysia ein besonderes Aufbauprogramm brauchte.

"Wir haben knallhart miteinander gesprochen. Kimi mag es so. Er ist kein Typ für Bullshit. Unsere Fahrer sind vom Typ her sehr unterschiedlich. Sebastian ist ein starker Charakter. Kimi heißt zwar "der Iceman". Aber im Grunde ist er sensibel. Er braucht das Gefühl, die Unterstützung der ganzen Mannschaft zu haben. Dann kann er große Leistung  bringen."

Räikkönen konnte im Rennen das Tempo von Vettel zu jeder Zeit mitgehen. Mit Rang 4 war er aber nicht ganz zufrieden. "Wir sind noch nicht ganz auf dem Niveau von Mercedes. Vor allem mit den härteren Reifen waren sie schneller. Die haben wir nicht so gut auf Temperatur bekommen. Wir müssen nach dem vergangenen Jahr jetzt erst einmal zufrieden sein. Aber natürlich wollen wir auch regelmäßig ganz an der Spitze kämpfen und gewinnen."

Ferrari plant Machtübernahme

Der Finne hat Vetrauen in sein Team. Er erwartet, dass man Mercedes noch in diesem Jahr einholen kann. "Ich sehe keinen Grund, warum uns das nicht gelingen sollte. Wir haben einen guten Entwicklungsplan. In den vergangenen Monaten konnten wir gute Fortschritte machen. Jetzt kommt es darauf an, was die anderen bringen. Sebastian hat gezeigt, dass wir jetzt schon gewinnen können, wenn bei Mercedes nicht alles klappt. Wir müssen geduldig bleiben und in diesen Situationen zur Stelle sein."

Auch Teamkollege Vettel glaubt, dass Ferrari bereit ist für den nächsten Schritt. "Heute war es noch nicht so weit. Wir haben alles versucht. Platz 3 war das Maximum. Aber wir waren von der Pace näher dran als erwartet. Wenn wir so weitermachen und immer näher rankommen, gelangen wir irgendwann an den Punkt, wo wir die Jungs richtig unter Druck setzen können. Darauf freue ich mich jetzt schon."

Arrivabene versuchte die Erwartungen nicht in den Himmel schießen zu lassen: "Ich habe leider keine Kristallkugel. Deshalb kann ich nicht sagen, wann wir Mercedes einholen. Ich weiß, was wir vorhaben, aber ich weiß nicht, was sie planen. Wir werden mit der Weiterentwicklung natürlich nicht aufhören. Wir müssen Schritt für Schritt machen. Später in der Saison wird man weitersehen."

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