Ferrari hakt Monaco ab

Alonso denkt zu viel an WM

Fernando Alonso - Formel 1 - GP Monaco - 26. Mai 2013 Foto: Wolfgang Wilhelm 18 Bilder

Es war nicht das Rennen von Ferrari. Fernando Alonso landete auf Platz sieben, Felipe Massa zwei Mal in den Leitplanken der ersten Kurve. Der Ferrari F138 zeigte sich auf dem Stadtkurs indisponiert. Seit Donnerstag lief Ferrari der richtigen Abstimmung hinterher.

Fernando Alonsos Traum vom dritten Monte Carlo-Sieg im dritten unterschiedlichen Auto nach Renault und McLaren ging nicht auf. Der Vize-Weltmeister spielte zu keiner Zeit eine Rolle beim prestigeträchtigsten Grand Prix des Jahres. "Normalerweise sind wir im Rennen stärker als im Training. Das war diesmal nicht der Fall."

Alonso hing das halbe Rennen hinter Kimi Räikkönen fest. Seine Taktik, sich wie im Vorjahr zurückfallen zu lassen, um die Reifen zu schonen und dann vor dem ersten Boxenstopp Attacke zu machen, ging nicht auf. "Mein Auto war zu langsam", bedauerte Alonso. Der Spanier war vor und nach dem Reifenwechsel Sechster. Technikchef Pat Fry ärgerte sich: "Die langsame Fahrt der Spitzenleute gab uns keine Möglichkeiten, mit der Strategie zu spielen."

Alonsos Ferrari künstlich eingebremst

In der zweiten Rennhälfte ging ziemlich viel schief bei Alonso. Zuerst verhedderte sich eine Plastiktüte im Frontflügel. Dann sammelte er Karbontrümmer von diversen Kollisionen in der Hafenschikane auf. Vermutlich waren es Frontflügelteile von Romain Grosjean, die sich im Boden des Ferrari verhakten. "Das hat mich 30 bis 40 Punkte Abtrieb gekostet. Deshalb hatte ich zum Schluss auch nichts mehr zuzusetzen."

Trotzdem muss sich Alonso ankreiden lassen, dass er sich von Sergio Perez, Jenson Button und Adrian Sutil überholen ließ ohne allzuviel Gegenwehr zu zeigen. "Ich steckte in einer Gruppe von Fahrern, die nichts zu verlieren hatten. Wenn du um die Weltmeisterschaft fährst, hältst du nicht um jeden Preis dagegen. In Monte Carlo kann dich das schnell einen Flügel kosten."

Etwas unverständlich war, warum Alonso nicht vor Perez und Sutil gewarnt wurde. Die beiden hatten mit anderen Kollegen zuvor bereits gezeigt, wo sie ihre Angriffe starten würden. Als Sutil in der Loews-Kurve attackierte, ließ Alonso innen die Tür sperrangelweit offen.

Alonso-Strafe geht in Ordnung

Perez ging erst auf Befehl der Rennleitung an Alonso vorbei. Der Ferrari-Pilot hatte den Angriff in der Schikane dadurch abgewehrt, dass er mit zwei Rädern innen über den Notausgang fuhr. Trotzdem waren die anderen beiden Räder noch auf der Strecke, und Perez hatte die Nase seines McLaren nicht entscheidend weit vorne.

Alonso unterließ es, sich über die Bestrafung aufzuregen: "Ich tendiere dazu, Strafen zu akzeptieren. Ich habe ein bisschen abgekürzt, das ist wahr. Aber nicht um den Angriff von Perez abzuwehren, sondern um ihm auszuweichen." An Perez ließ Alonso dennoch kein gutes Haar: "Ich war nicht sein einziges Opfer. Auch Button und Kimi haben ihn schon zu spüren bekommen. Ich glaube, im Augenblick ist nur McLarten happy mit Perez."

Defekt versucht Massas zweiten Unfall

Felipe Massa machte auch im Rennen Bekanntschaft mit den Absperrungen der Ste. Dévote-Kurve. Der Crash sah aus wie eine Kopie des Trainingsunfalls. Erst links angeschlagen, dann mit Karacho gegenüber in die Tecpro-Barrieren. Diesmal seitlich.

Massa zog sich eine Nackenzerrung zu und musste sich im Krankenhaus checken lassen. Danach begab er sich auf direktem Wege in sein Appartement. Während der Abflug im Training ein Fahrfehler war, ist im Rennen etwas gebrochen. "Wahrscheinlich ein Querlenker links vorne", gab Rennleiter Stefano Domenicali nach der ersten Datendurchsicht bekannt.

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