Ferrari im Aufwind

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Bei Ferrari ist man vor dem Heimspiel in Imola (23.4.) in Aufbruchstimmung. Die Testfahrten in Barcelona verliefen deutlich erfolgreicher, als die Zeitentabelle verriet. Die Roten wähnen sich dank behobenen Motorproblemen und verbesserter Aerodynamik endlich auf der Siegerstraße.

"Wir glauben noch lange nicht, dass der Abstand zu groß ist, um ihn aufzuholen. Imola soll der erste Schritt dafür werden", sagt der siebenmalige Formel-1-Weltmeister vor dem vierten Saisonrennen. "Ich bin schon viel zu lange dabei, um mich verrückt machen zu lassen. Ich habe schon ganz andere WM-Stände gesehen, die sich plötzlich drehten. Das Wichtigste ist, dass das Potenzial da ist, und das haben wir. Noch ist absolut alles drin."

Der Optimismus des Rekordsiegers gründet vor allem auf seinen Eindrücken des viertägigen Tests in Barcelona in der vergangenen Woche. Auf dem Circuit de Catalunya führten zwar andere die Bestzeitenlisten an, doch Ferrari ist der Konkurrenz näher, als die Zeitenlisten glauben machen.

Der Blick auf die absoluten Bestzeiten verrät, dass Ferrari auf einer Höhe mit McLaren-Mercedes und Honda liegt, die Renault-Stammfahrer waren zwei (Alonso) bzw. vier (Fisichella ) Zehntel schneller. Aus dem Rahmen fällt lediglich die Fabelrunde von Renault-Testfahrer Heikki Kovalainen, der als Einziger unter 1:14 Minuten blieb.

Ferrari: Starke Dauerläufe

Spannender für die Einschätzung des Kräfteverhältnisses im kommenden Rennen ist die Betrachtung der Dauerläufe. Ermittelt man die Durchschnitts-Rundenzeiten aus den Longruns (mindestens zehn Runden in Folge), lag Schumacher mit drei Zehntelskunden hinter den Renault von Kovalainen und Fisichella, aber drei Zehntel vor Weltmeister Alonso und eine Zehntel vor Vize-Weltmeister Kimin Räikkönen auf dem dritten Rang.

"Es hat sich bestätigt, was wir schon in den ersten Saisonrennen immer wieder betonten, aber leider zu selten zeigen konnten: die Pace stimmt, unser Paket passt. Wir sind dabei", sagt Schumacher. Ferrari verbesserte sich in der dreiwöchigen Pause nach dem Rennen in Melbourne an allen Fronten.

Die Kolbenprobleme sind behoben. Statt 18.000/min wie in Australien dürfen Schumacher und Massa in Imola wieder 19.200/min drehen. Ein Aerodynamik-Paket, bestehend aus neuem Frontflügel, geänderten Windabweisern vor den Seitenkästen und modifizierter Motorabdeckung zeigt Wirkung. Um die Hinterreifen effizienter zu nutzen, entstand in Maranello eine neue Hinterradaufhängung. Schließlich produzierte Bridgestone neue, weichere Reifen, die unter der Kundschaft für Begeisterung sorgen. "Die Reifen werden mit jedem Test besser", lobte Toyota-Fahrer Jarno Trulli.

Barcelona-Tests: Bestzeiten in Minuten:

FahrerAutoLongrun Bestzeit
1.KovalainenRenault1:16,11:13,926
2.FisichellaRenault1:16,11:14,305
3.M. SchumacherFerrari1:16,41:14,706
4.RäikkönenMcLaren-Mercedes1:16,51:14,752
5.AlonsoRenault1:16,71:14,518
6.WebberWilliams-Cosworth1:17.01:15,335
7.ButtonHonda1:17,11:14,708
8.TrulliToyota1:17,21:14,522
9.BarrichelloHonda1:17,41:14,998
10.VilleneuveBMW1:17,41:15,317
11.KlienRed Bull-Ferrari1:17,81:15,299
12.R. SchumacherToyota1:17,91:15,410

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