Ferrari in Nöten

"Wir sind nicht schnell genug"

Fernando Alonso GP Deutschland 2013 Foto: Wilhelm 64 Bilder

Fernando Alonsos Alternativ-Strategie ging nur zum Teil auf. Er machte im Rennen vier Positionen gut, aber er kam nicht auf das Podium. Ferrari war schlicht zu langsam. Alonso hat sich in der Not freiwillig zum Young Drivers Test gemeldet.

Ferrari gerät unter Druck. Der Rückstand von Fernando Alonso auf Sebastian Vettel ist wieder auf 34 Punkte angewachsen. Red Bull, Lotus und im Training auch Mercedes sind schneller. "Wir geben den Titel nicht auf. Nicht bereits bei der Hälfte der Saison", sagte Rennleiter Stefano Domenicali tapfer. Die spanischen Zeitungen schreiben aus Verzweiflung schon den früheren Lotus-Ingenieur James Allison nach Maranello. "Alles Gerüchte. Wir können nichts bestätigen", wehrte Domenicali ab.

Am Nürgburgring halfen nicht einmal hohe Temperaturen von bis zu 44 Grad auf dem Asphalt den roten Autos. Eigentlich Ferrari-Wetter. Und auch der Start auf harten Reifen brachte Alonso nicht auf das Podium. Der Spanier behauptete dennoch stur: "Die Taktik war richtig. Wenn ich wie die anderen mit weichen Reifen losgefahren wäre, hätte ich es nicht auf den vierten Platz mit nur sieben Sekunden hinter Vettel geschafft."

Alonso früher zum ersten Stopp als geplant

Ferraris alternative Strategie ging aus zwei Gründen nicht auf. Erstens: Zu viele Fahrer aus dem Mittelfeld gingen mit weichen Reifen ins Rennen, die sie wie die Spitze nach fünf, sechs oder sieben Runden ablegten. Deshalb fanden Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen und Romain Grosjean nach ihren ersten Boxenstopps im Feld eine Lücke.

Ferrari stellte enttäuscht fest, dass Alonso auf dem gebrauchten Satz im ersten Turn der Speed fehlte. "Da waren wir nicht schnell genug. Deshalb haben wir Fernando viel früher reingeholt als geplant", erklärte Domenicali. Alonso kam schon in der 12. Runde zum ersten Service. Da hielt Romain Grosjean mit den weichen Sohlen eine Runde länger aus. Jenson Button schaffte auf frischen Medium-Reifen sogar 21 Runden.

Alonso konnte sich noch nicht einmal beklagen. Er hatte zunächst Zeit hinter Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton verloren, doch das Safety-Car schenkte ihm 19,4 Sekunden auf Vettel.

Alonso ändert seinen Terminkalender

Alonso zog nach dem Rennen nüchtern Bilanz: "Wir waren phasenweise zu langsam und müssen jetzt aufholen. Außerdem gilt es, die Reifen besser zu verstehen. Wir haben an diesem Wochenende gesehen, dass die Temperaturen das Kräfteverhältnis total verschieben können. Im ersten Training am Freitag war Mercedes eine Macht. Als es wärmer wurde, kam Red Bull. Dann wieder Mercedes. Und bei den Temperaturen im Rennen war Lotus schnell."

Vettels Herausforderer versuchte positiv zu denken: "Die Zweifel, die wir nach Silverstone hatten, sind zum Großteil verflogen. Wir wissen jetzt, wo wir am Auto ansetzen müssen." Deshalb wird Alonso auch gegenüber seinem ursprünglichen Plan, den Young Drivers Test sausen zu lassen, in Silverstone antreten. "Zunächst hieß es, dass die Stammfahrer nur Reifen testen dürfen. Jetzt hat uns die FIA auch den Test von neuen Teilen erlaubt. Das ändert die Lage natürlich komplett. Deshalb habe ich mich für Silverstone gemeldet."

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