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Ferrari kassiert Niederlage

Vettel beklagt drei Problemzonen

Hamilton & Vettel - GP Spanien 2018 Foto: Wilhelm 62 Bilder

Ferrari konnte in Barcelona nicht an die gute Pace der ersten Saisonrennen anknüpfen. Sebastian Vettel verlor auf Platz 4 wertvolle Punkte in der WM-Wertung. Nach dem Rennen sprach der Heppenheimer die Problemzonen seines Teams klar an.

13.05.2018 Michael Schmidt

Seit drei Rennen ist bei Sebastian Vettel der Wurm drin. Nach zwei Siegen zum Auftakt verfehlte der Ferrari-Pilot drei Mal in Folge das Podium. In Shanghai und Aserbaidschan mussten die Strategen von Ferrari Kritik für das Timing der Boxenstopps einstecken. Auch diesmal lag der rote Kommandostand auf den ersten Blick mit der Taktik daneben. Warum holte er Vettel in der virtuellen Safety Car-Phase in den Runden 41 und 42 ein zweites Mal an die Box? Obwohl klar war, dass der Ferrari dabei hinter Valtteri Bottas und Max Verstappen fallen würde.

Das Delta, das Vettel gebraucht hätte, um vorne zu bleiben, betrug 10,6 Sekunden. Er lag aber nur 2,2 Sekunden vor dem Mercedes und 9,4 Sekunden vor dem Red Bull. Da war es auch nicht hilfreich, dass Vettel beim Boxenstopp zwei Sekunden herschenkte. „Ich kam etwas zu heiß in die Box und habe zu spät geparkt. Die Mechaniker mussten nachrücken.“

Die verlorenen Positionen waren auch mit den frischeren Reifen nicht mehr wettzumachen. Barcelona erwies sich erneut als Anti-Überholstrecke. Und Bottas fuhr mit Reifen, die 22 Runden älter waren, gleich schnell. Am Ende wurde Vettel nur Vierter. Trotzdem nahm er seine Strategen in Schutz: „Ich hätte mit dem zweiten Reifensatz keine 23 Runden mehr fahren können. Wir hätten so oder so noch einmal Reifen wechseln müssen.“ Mit dem Stopp in der VSC-Phase betrieb Ferrari Schadensbegrenzung. Im Renntempo hätte Vettel 20 Sekunden verloren.

Denkfehler mit dem Undercut gegen Bottas

Sebastian Vettel - GP Spanien 2018 Foto: sutton-images.com
Sebastian Vettel kam unnötig früh zum ersten Boxenstopp.

War das nur eine Schutzbehauptung von Ferrari, oder plagten die roten Autos wirklich Reifensorgen? Kimi Räikkönen ließ durchblicken, dass er mit einem Einstopp-Rennen geplant habe. Kurz nachdem ihm sein Renningenieur zugerufen hatte, dass er noch zwei Runden lang durchhalten müsse, verlor sein Motor Leistung.

Eine mögliche Erklärung für den Widerspruch: Vettel fuhr schnellere Rundenzeiten als sein finnischer Kollege und steckte deshalb auch in größeren Schwierigkeiten. „Die Abnutzung war ungewöhnlich hoch. Das ist etwas, was wir verstehen müssen“, gab Vettel zu. Lag es an den Reifen mit dünnerer Lauffläche? Oder am Setup des Ferrari? Vettel beschwerte sich am Funk mehrmals über den Gripverlust auf der Hinterachse.

Das ist für Ferrari ein eher untypisches Problem. Zumal auf einer Strecke, die den Vorderreifen mehr fordert als die hinteren Sohlen. Ferraris Reifenmisere deutete sich schon mit dem frühen ersten Stopp von Vettel an. Hier unterlief den Dirigenten an der Boxenmauer tatsächlich ein Fehler. „Wir wollten uns gegen einen Undercut von Bottas schützen.“ Da musste man aber bereits befürchten, dass bei diesem Rennen der spätere Boxenstopp den Zeitvorteil bringt. Ferraris Denkfehler blieb zunächst ungestraft. Weil Bottas bei seinem Reifenwechsel 1,5 Sekunden im Vergleich zu Vettel verlor. „Sonst hätten wir Valtteri da schon an Vettel vorbeigebracht“, hieß es bei Mercedes.

Ferrari muss an drei Fronten aufräumen

Sebastian Vettel - GP Spanien 2018 Foto: Ferrari
Ferrari konnte die Pace von Mercedes nicht mitgehen.

Vettel wollte nach dem Rennen nichts von Ausreden hören. „Wir hatten nicht den Speed zum Gewinnen. Wir haben die Reifen zu stark abgenutzt. Und wir hatten Probleme mit der Zuverlässigkeit. Das sind drei Punkte, die wir angehen müssen. Da müssen wir gar nicht über ein oder zwei Stopps diskutierten oder über die VSC-Phase. Daran lag es nicht.“

Kimi Räikkönen schrieb bereits seinen zweiten Nuller in dieser Saison. Beide Male gab es Ärger mit der Antriebseinheit. Ins Detail wollte Ferrari nicht gehen. Nur, dass der eine Schaden nichts mit dem anderen zu tun hatte.

Aufklärung über die Niederlage gegen Mercedes konnte Ferraris Teamkapitän auch nicht geben: „Entweder haben die anderen bessere Upgrades gebracht oder sich besser auf die dünneren Reifen eingestellt. Tatsache ist: Wir waren nicht schnell genug, und die Reifen haben nicht lange genug gehalten.“

Auch Räikkönen wollte auf dem Reifenthema nicht länger herumreiten: „Wir werden nie herausfinden, ob die dünneren Reifen für uns ein Nachteil waren, weil wir keinen direkten Vergleich haben.“ Vettel sieht trotz der kleinen Durststrecke in den letzten drei Grand Prix keinen Grund zur Panik. „Monaco ist eine andere Strecke. Da gibt es andere Reifen. Wir gehen optimistisch dorthin.“

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baro-racedesign 13. Mai 2018, 21:42 Uhr
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