Ferrari macht Geschenke an Mercedes

Stallregie weiter eine Option

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Japan 2018 - Suzuka - Qualifying Foto: sutton-images.com 54 Bilder

Mercedes startet auch in Suzuka aus der ersten Reihe. Obwohl Ferrari weiter Geschenke verteilt und WM-Gegner Sebastian Vettel sieben Plätze hinter Lewis Hamilton steht, hält sich Mercedes die Option der Stallregie weiter vor.

Mercedes braucht eigentlich keine Geschenke. Ferrari macht sie trotzdem. Die Entscheidung das Q3 auf Intermediates zu beginnen und damit wertvolle Zeit ztu verschenken, warf Lewis Hamiltons WM-Gegner auf den 8. Startplatz zurück. Für Hamilton lief es dagegen perfekt. Der WM-Spitzenreiter feierte seine 80. Pole Position, und er hat seinen Manndecker Valtteri Bottas direkt neben sich. Mercedes könnte es angesichts der klaren Ausgangslage eigentlich ruhig angehen lassen, doch Teamchef Toto Wolff will eine Stallregie auch für Suzuka nicht ausschließen. „Sie bleibt eine Option.“

Noch sind 125 Punkte zu vergeben, und man dürfe sich von Hamiltons 50 Punktevorsprung nicht blenden lassen, meinte der Österreicher. Dann kramte er ein bisschen in der Formel 1-Geschichte. „2007 hatte Lewis auf das heutige Punkteschema hochgerechnet 45 Punkte Vorsprung, und er hat trotzdem den Titel noch verloren. Man darf sich nie zu sicher sein.“ Auch wenn er zwischen dem Racer Wolff und dem kühlen Geschäftsmann hin und hergerissen ist. Am Ende zählt das Ergebnis. Nur eines wird sich im Vergleich zu Sotschi ändern. „Da haben wir versucht uns auf jedes mögliche Rennszenario vorzubereiten, und dann ist es doch ganz anders gekommen. Ich glaube nicht mehr daran, dass man im Vorfeld alle Möglichkeiten abdecken kann.“

Wolff nimmt Ferrari in Schutz

Ferrari nimmt Wolff in Schutz. Die Reifenwahl, die von außen betrachtet wie ein Anfängerfehler aussah, war auch bei Mercedes ein Thema. „Man darf Ferrari nicht verurteilen. Auch wir haben lange zwischen Intermediates und Supersoft-Reifen geschwankt und uns in letzter Sekunde für die Supersoft entschieden. Das Timing danach war perfekt. Unser Wetterfrosch hat den Regen auf die Minute vorhergesagt.“

Hamilton - Bottas - Mercedes - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen GP Japan - Ergebnis Rennen Hamilton siegt, Vettel nur Sechster

Vielleicht liegt es in der Natur der großen Teams, die sich am liebsten gegen alles versichern würden, dass der Hausverstand immer mehr ausgeblendet wird. Ganz nach dem Motto: Was die Daten nicht zeigen, kann nicht wahr sein. „Auch wir haben auf das Wetterradar geschaut. Es zeigte nicht eindeutig Regen an. Wir haben einfach auf die Zielgerade geschaut, und die war trocken“, erklärte Force India-Teammanager Andy Stevenson.

Lewis Hamilton machte seiner Truppe erneut ein dickes Lob: „Alle hier in der Formel 1 haben schlaue Leute an Bord. Aber unter Druck treffen wir öfter als die anderen die richtigen Entscheidungen. Es ist ein Privileg für euch zu fahren.“ Wolff spricht davon, dass man den Druck vielleicht besser kanalisiere als die Konkurrenz. Und sich ganz klar an Entscheidungswege halte. Bei Fragen der Strategie spricht grundsätzlich Chefstratege James Vowles das Machtwort. „Er fliegt unser Flugzeug, auch wenn er in der Hierarchie unter mir steht. Ich müsste mir schon hundertprozentig sicher sein, dass ich ihn überstimme.“ So steht Wolff auch voll zu der Wahl für den Startreifen. „Wir haben den Soft gewählt, weil er trotz Startnachteil im Rennen der bessere Reifen ist. Er lässt uns mehr Optionen bei Undercut und Overcut.“

Mercedes im Q1 und Q2 drei Zehntel vor Ferrari

Mercedes wäre auch ohne Ferraris Blackout am Kommandostand in die erste Startreihe gefahren. Der Vorsprung auf die Ferrari betrug im Q1 und im Q2 jeweils drei Zehntel. Doch wie erklärt man beim Titelverteidiger, dass ein Auto, das vor drei Rennen noch zwei Zehntel langsamer war, von einem Grand Prix auf den anderen mehr als drei Zehntel schneller ist? Auf diesem Niveau bewegen sich die Teams in ihrem Entwicklungswettlauf nur noch im Millisekunden-Schritten vorwärts. „Auch die addieren sich irgendwann zu einer größeren Summe. Wir haben seit Spa in jedem Rennen ein Upgrade gebracht“, rechnet Wolff vor.

Der größte Sprung sei aber tatsächlich beim Reifenverständnis gelungen. „Die machen nun mal den größten Unterschied aus.“ Wolff erinnert daran, dass sich Mercedes auf seiner Angststrecke Singapur von einem Jahr aufs andere um 1,5 Sekunden gesteigert hat. „Das war zum Großteil das Verständnis der Reifen. Unsere Probleme dieses Jahr in den Kurven 1, 17 und 18 in Spa haben uns die Richtung gezeigt.“

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