Charles Leclerc - Ferrari - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 9. Oktober 2021 Motorsport Images
Max Verstappen - Red Bull - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 9. Oktober 2021
Charles Leclerc - Ferrari - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 9. Oktober 2021
Carlos Sainz - Ferrari - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 9. Oktober 2021
George Russell - Williams - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 9. Oktober 2021 49 Bilder

GP Türkei: Ferrari mit Teamwork gegen McLaren

Sainz kickt Ricciardo raus Ferrari-Teamwork gegen McLaren

Charles Leclerc geht in Istanbul von einem Podiumsplatz aus ins Rennen. Im Qualifying sah es aber lange nicht nach einer Glanzvorstellung aus. Nur dank der Hilfe von Carlos Sainz reichte es zum Q3-Einzug. Der Spanier hatte zuvor schon WM-Gegner McLaren ärgern können.

Vor dem Qualifying hatte man eigentlich nicht erwartet, dass Carlos Sainz beim Kampf um die Startplätze eine wichtige Rolle spielt. Der Madrilene hatte sich vor dem Rennwochenende ein neues Antriebspaket einbauen lassen, was ihn in der Aufstellung zum Rennen ganz nach hinten verbannt. Da wäre es nur logisch gewesen, wenn er im Qualifying Kilometer gespart hätte.

Aber dann ließ Ferrari seinen Piloten doch mitmischen. Die Entscheidung am Kommandostand fiel, als man bemerkte, dass WM-Gegner McLaren im Q1 mit Problemen zu kämpfen hatte. Daniel Ricciardo kam einfach nicht in die Gänge und hing an der Q2-Hürde fest. Eine schnelle Runde von Sainz warf den Australier schließlich auf Rang 16, was das frühe Aus bedeutete.

McLaren-Teamchef Andreas Seidl machte seinem Piloten aber keinen Vowurf: "Daniel hatte etwas Pech mit gelben Flaggen. Die kamen ihm zwei Mal direkt zu Beginn seiner Runs dazwischen. Das raubte ihm den ganzen Rhythmus. Leider hat es am Ende nicht gereicht." Der Pilot selbst wollte die Ausrede nicht gelten lassen. "Das Timing war natürlich nicht ideal. Am Ende war ich aber einfach nicht schnell genug auf dem Soft-Reifen. Das hat sich schon am Freitag angedeutet. Daran muss ich noch arbeiten."

Carlos Sainz - Ferrari - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 9. Oktober 2021
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Carlos Sainz mischte im Qualifying munter mit, obwohl er nichts zu gewinnen hatte.

Sainz hilft Leclerc ins Q3

Aber auch bei Ferrari lief nicht alles rund. Im Q2 hatte plötzlich Charles Leclerc Probleme. Es drohte das vorzeitige Quali-Ende außerhalb der Top Ten. Doch dann schickte der Kommandostand wieder seine Allzweckwaffe Carlos Sainz auf die Bahn, um dem Schwesterauto mit einem Windschatten auf der langen Geraden auszuhelfen. Die Taktik funktionierte. Leclerc übersprang in letzter Sekunde die Q3-Hürde.

Leclerc erklärt, warum er in den ersten Runden zu kämpfen hatte: "Ich habe mich für ein Setup mit weniger Abtrieb entschieden. Das sollte mir im Rennen helfen. Aber heute war es bei den feuchten Bedingungen nicht so einfach, vor allem im Q1 und im Q2. Da bin ich viel herumgerutscht. Zum Glück haben wir es auch dank dem guten Teamwork ins Q3 geschafft."

In der letzten K.O.-Runde platzte bei Leclerc dann der Knoten. Im entscheidenden Moment zauberte der Monegasse eine Fabelrunde auf den Asphalt, die ihm dank der Hamilton-Strafe den dritten Startplatz einbrachte. Im Rennen winkt nun sogar ein Podium: "Wir dürfen uns von dem guten Ergebnis nicht blenden lassen. Mal abwarten wie die Bedingungen morgen sind. Wenn es besser wird als heute, dann sollte ich mich im Auto wohlfühlen. Wird es schlechter, dann dürfte es ein schwieriges Rennen werden."

Daniel Ricciardo - McLaren - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 9. Oktober 2021
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Für Daniel Ricciardo war das Qualifying schon nach der ersten Runde beendet.

McLaren hadert mit Streckenlayout

Während Leclerc glänzen konnte, musste man bei McLaren kleine Brötchen backen. Nach den Galavorstellungen in Monza und Sotschi kam Lando Norris in Istanbul nicht über den siebten Startplatz hinaus. "Wir haben schon mehrfach dieses Jahr gesehen, dass wir je nach Streckencharakteristik und den Bedingungen mal an der Spitze mitfahren können, aber auf der anderen Seite auch kämpfen müssen, wenn es nicht so passt. Natürlich war es enttäuschend, aber es kam nicht unerwartet", zog Seidl ernüchternd Bilanz.

Die langgezogenen Kurven von Istanbul schmecken dem McLaren einfach nicht. Das hatte man schon in Zandvoort gesehen. Im Rennen ist nun Schadensbegrenzung angesagt. Für Norris wäre es schon ein Erfolg, wenn er seinen Startplatz ins Ziel bringen könnte. Von hinten rauscht ja noch Lewis Hamilton an, dem man wohl nicht viel entgegenzusetzen hat.

"Wenn man sich die Zeiten von Mercedes anschaut, dann sollte der Speed-Unterschied groß genug sein, damit er ohne Probleme vorbeikommt", befürchtet Seidl. "Natürlich werden wir so lange kämpfen, wie es möglich ist. Mit den Medium-Reifen sollte es im Rennen hoffentlich etwas besser laufen als auf den Softs im Qualifying. Aber ich erwarte keine Wunder."

Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - 8. Oktober 2021
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Ferarri könnte im Kampf um Rang drei der Teamwertung einen Big Point landen.

Motorenstrafe für Ricciardo?

Bei Ricciardo sieht es nicht nach Punkten aus. Vom 16. Startplatz wird es ein weiter Weg in die Top Ten. "Ob man hier überholen kann, wird sich noch zeigen. Die meisten Autos in den Top Ten starten auf den Medium-Reifen. Da müssen wir mal schauen, ob was mit der Strategie geht", grübelte der Australier.

Möglicherweise wird die Aufgabe sogar noch schwieriger. McLaren erwägt, im Auto mit der Startnummer 3 einen vierten Motor einzubauen. Damit könnte man aus der Quali-Pleite wenigstens noch etwas Positives ziehen. Irgendwann wäre der Antriebswechsel im Saisonendspurt sowieso noch fällig gewesen.

Der Tausch würde Ricciardo gemeinsam mit Sainz in die letzte Startreihe befördern. Seidl wollte die freiwillige Strafe aber noch nicht bestätigen: "Das müssen wir erst noch mit unseren Kollegen von Mercedes besprechen. Eigentlich stand der Wechsel dieses Wochenende nicht auf dem Programm."

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