Ferrari

Mehr Angst vor Regen als vor Red Bull

Fernando Alonso - GP Deutschland - Nürburgring - 22. Juli 2011 Foto: xpb 81 Bilder

Ferraris Aufwärtstrend könnte am Samstag gestoppt werden. Die Roten haben dabei mehr Angst vor dem Wetter als vor Red Bull. Fernando Alonso macht der angekündigte Regen für das Samstagstraining Sorgen: "Das schlimmste für uns ist eine nasse Piste bei kühlen Temperaturen."

Der erste Trainingstag am Nürburgring hat Ferraris gute Form von Silverstone bestätigt. Am Morgen hängte Fernando Alonso die Red Bull um 0,323 Sekunden ab. Auch in der zweiten Sitzung lag das rote Auto die meiste Zeit an der Spitze. 33 Minuten vor der Zielflagge zog Mark Webber vorbei. Sein Vorsprung von 0,168 Sekunden auf den Ferrari ist kein Beinbruch, zumal auch Felipe Massa mit 0,643 Sekunden Rückstand auf Webber noch in Reichweite lag. Der Brasilianer lobte: "Die neuen Teile am Auto haben gut funktioniert. Ich bin mit der Balance des Autos happy." Alonso sprach ebenfalls von einem "guten Freitag".

Neues Selbsbewusstsein bei Ferrari

Ferrari hatte neue Bremsbelüftungen hinten im Gepäck. Außerdem wurden die Kiemen am Ende der Seitenkästen in Form und Größe noch einmal modifiziert. Es wird immer deutlicher, dass Red Bull mit Ferrari einen ernst zu nehmenden Gegner hat. Das neue Selbstbewusstsein im roten Motorhome spiegelt sich auch in den Aussagen der Fahrer wieder.

Das wichtigste Thema war ausnahmsweise nicht Vettel und Red Bull. Der Wetterbericht macht Alonso mehr Sorgen. Für Samstag sind Regen und Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad angesagt. "Im Regen haben wir immer noch ein Problem", gibt der Silverstone Sieger zu. "Das schlimmste für uns ist eine nasse Piste bei kühlen Temperaturen."

Reifenflüsterer mit Aufwärmproblem

Alonso erklärt das mit der DNA seines Rennautos. "Wir brauchen etwas länger, die Reifen auf Temperatur zu bringen, dafür sind wir im Verschleiß und Abbau unseren Gegnern überlegen. Wer unsere Turns auf trockener Piste genau analysiert, der sieht, dass wir in den ersten fünf Runden auf die Red Bull und McLaren Zeit verlieren, von da an aber bis zum Ende des Turns gewinnen. Im Regen werden wir das Problem mit dem Reifenaufwärmen nicht los, weil die Fahrbahn kühl bleibt. Unsere Stärke mit dem geringen Reifenabbau können wir aber nicht ausspielen."

Der zweifache Weltmeister will die McLaren trotz der augenblicklichen Formkrise nicht abschreiben. Auch wenn sie am ersten Trainingstag auf dem Nürburgring mehr als eine Sekunde auf die Red Bull und Ferrari verloren. "Vielleicht sind sie heute ein anderes Programm gefahren", mutmaßt Alonso. "Außerdem ist McLaren im Rennen meistens stärker als im Training."

Alonso braucht mehr Teamkollegen

Alonso wäre es recht, wenn Lewis Hamilton und Jenson Button um den Sieg ein Wort mitreden könnten. "Dann könnten auch sie Vettel Punkte wegnehmen." Angesichts von 92 Punkten Rückstand stöhnt Alonso: "Ich brauche sechs oder sieben Teamkollegen, die vor Vettel ins Ziel kommen. Sonst holen wir den nie ein."

Die Beinahe-Kollisionen mit Michael Schumacher und Vitaly Petrov hinterließen bei dem Ferrari-Piloten keinen großen Eindruck. "Ich fuhr ein bestimmtes Reifenprogramm und musste in meiner Runde zurück an die Boxen Gasgeben, um Daten zu sammeln. Einige andere Fahrer sind zu dem Zeitpunkt herumgebummelt und haben mich nicht gesehen."

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