Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - 30. Juni 2018 sutton-images.com
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 30. Juni 2018
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 30. Juni 2018
Fans - Formel 1 - GP Österreich - 30. Juni 2018
Sebastian Vettel - Carlos Sainz - Formel 1 - GP Österreich - 30. Juni 2018 64 Bilder

Ferrari setzt auf das Rennen

Vettel verliert in drei Kurven

Mercedes besetzt wie vor einer Woche in Paul Ricard die erste Startreihe. Trotzdem glaubt Ferrari, dass man im Renntrim mithalten kann. Sebastian Vettel verlor die Zeit auf Mercedes im dritten Sektor – drei Kurven und auf einer Geraden.

Ferrari kassierte die zweite Trainingsniederlage in Folge. Der Rückstand von Sebastian Vettel auf die Pole Position blieb fast gleich. In Paul Ricard betrug der Rückstand 0,371 Sekunden. Am Red Bull-Ring trennten 0,334 Sekunden den Ferrari-Piloten von der Trainingsbestzeit. Relativ betrachtet wurde das natürlich Delta größer. Die Runde in Österreich ist um 1,5 Kilometer kürzer als in Le Castellet. Mercedes hat in zwei Schritten mobil gemacht. Erst der neue Motor in Frankreich, dann das große Aero-Paket in Österreich. „In einem so engen Rennen zählt jeder Entwicklungsschritt. Idealerweise müssten wir bei jedem Rennen etwas neues ans Auto bringen“, nahm sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff in die Pflicht.

Beide Ausbaustufen des Titelverteidigers sollen jeweils eine Zehntelsekunde wert gewesen sein. Das erklärt, warum die Silberpfeile im Titelrennen gerade wieder die Oberhand gewonnen haben. Tatsächlich zeigt die genaue Analyse der Runden von Sebastian Vettel und Valtteri Bottas, dass Mercedes von den beiden Upgrades profitiert. Und vor allem auch an welchen Stellen des Red Bull-Rings. Bottas gewinnt praktisch die gesamte Zeit im dritten Sektor. Und da in drei Kurven und auch einer Gerade. Vettel gibt zu: „Wir sind in der Qualifikation etwas ins Hintertreffen geraten. Ich denke aber, dass wir im Rennspeed mithalten können.“

In Kurve 7 gewinnt Mercedes 13 km/h

Die Analyse im Detail ergibt, dass die beiden Mercedes und die beiden Ferrari nach zwei Streckensektoren fast gleichauf liegen. Mercedes ist im ersten Sektor schneller, Ferrari im zweiten. Bottas nahm Vettel in der ersten Kurve 10 km/h ab, verlor aber Zeit beim Beschleunigen aus Kurve 3 und beim Anbremsen von Kurve 4. In Summe gleicht der Zeitverlust da den Zeitgewinn dort aus. Hier das Bild nach rund drei Kilometer Strecke:

GP Österreich 2018: Vergleich nach zwei Sektoren

Fahrer Sektor 1 Sektor 2/Summe
Bottas 16,018 s 28,013 s = 44,031 s
Hamilton 16,025 s 28,011 s = 44,036 s
Vettel 16,163 s 27,913 s = 44,076 s
Räikkönen 16,066 s 28,022 s = 44,088 s

Der dritte Sektor besteht aus einer schnellen Linkskurve, aus einer Gerade, die bergauf führt und aus zwei Rechtskurven. In diesem Abschnitt verlor Vettel auf den Mercedes 0,289 Sekunden. Die Telemetriedaten liefern die Auflösung, wo genau der Ferrari Zeit liegengelassen hat. Vor dem Einlenkpunkt zu Kurve 7 wird Vettel mit 256 km/h gemessen, Bottas ist mit 255 km/h nur unwesentlich langsamer. Im Scheitelpunkt fährt Bottas 238 km/h. Vettel kommt in der Linkskurve nur auf 225 km/h. Zeitverlust: 0,06 Sekunden. Auf der folgenden Geraden macht der Mercedes eine Zehntelsekunde gut.

Es ist die einzige Gerade auf dem Kurs, auf dem die Fahrer nicht DRS aktivieren dürfen. Da zählt also hauptsächlich die Motorleistung. Auf allen anderen Vollgaspassagen fährt Ferrari mit Mercedes auf Augenhöhe. Mal ein km/h schneller, mal ein km/h langsamer. Man könnte das so interpretieren, dass der Ferrari mit offenem Heckflügel weniger Luftwiderstand bietet als der Silberpfeil.

In den Kurven 9 und 10 büßt Vettel noch einmal eineinhalb Zehntel ein. Der Speedvergleich in Kurve 9 geht mit 254:244 km/h wieder deutlich an Bottas. Lewis Hamilton war mit 256 km/h noch eine Spur schneller. Vettel staunte: „Das Aero-Upgrade muss ganz schön was gebracht haben. Wir verlieren in den schnellen Kurven Zeit, die wir auf den Geraden und den langsamen Kurven nicht wettmachen konnten.“ Interessanterweise zeigt das Aero-Facelift in den schnellen Kurven mehr Wirkung als in den langsamen, für die es eigentlich konzipiert war.

Nur Bottas mit zwei fehlerfreien Runden

Valtteri Bottas war die Erleichterung über die ersten Pole Position in diesem Jahr anzumerken. Der Finne will endlich das Pech abstreifen, das ihn in diesem Jahr verdient. Hamilton nannte es eine verdiente Pole Position für den Teamkollegen, vor allem auch weil Bottas der einzige war, der im Q3 zwei fehlerfreie Versuche auf die Bahn setzte. „Wenn du schon mal eine gute Runde als Sicherheit hast, fällt dir der zweite Versuch leichter“, gab der Trainingsschnellste zu.

Hamilton hatte im ersten Versuch einen Schnitzer in Kurve 3 eingebaut. Der Engländer kam quer aus der Spitzkehre. Vettel verschätzte sich in Kurve 4 mit dem Bremspunkt. „Da bist du sofort im Hintertreffen, weil du weißt, dass der zweite Versuch unbedingt funktionieren muss“, erzählte der Heppenheimer. Hätte auch die zweite Runde nicht nach Wunsch geklappt, wäre Vettel mit einer Zeit von 1.04,260 Minuten auf Startplatz 9 gestanden. Drei Plätze schlechter als er jetzt mit seiner Strafe ins Rennen geht.

Motorsport Aktuell Max Verstappen - GP Österreich 2018 Ergebnis Formel 1 GP Österreich 2018 Resultate Training, Qualifying & Rennen

Was für ein verrücktes Rennen! Max Verstappen siegt vor tausenden von Fans...

Mehr zum Thema GP Österreich (Formel 1)
Start - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2019
Aktuell
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 29. Juni 2019
Aktuell
Leclerc vs. Verstappen - GP Österreich 2019
Aktuell