Sebastian Vettel - GP China 2017 - Shanghai - Rennen xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
Impressionen - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
Impressionen - GP China 2017 - Shanghai - Rennen 59 Bilder

Ferrari mit etwas Pech im GP China 2017

Safety Car zur falschen Zeit

Ferrari wollte sich beim GP China durch einen taktischen Kniff an Mercedes vorbeiarbeiten. Doch das Rennglück war nicht auf der Seite von Sebastian Vettel. Dennoch holte der Heppenheimer einen starken zweiten Rang.

In Australien lag Ferrari mit seiner Strategie goldrichtig. In China nicht. Was aber keinem Fehlern, sondern einzig den Umständen geschuldet war. Das durch den Unfall von Antonio Giovinazzi ausgelöste Safety Car in der dritten Runde verhinderte, dass die Taktik mit einem frühen Reifentausch von Intermediate auf Slickreifen aufging.

Sieg wäre wohl möglich gewesen für Ferrari

Statt in Führung zu gehen, verlor Vettel vier Plätze. Hamilton einteilte, während das Auto mit der Startnummer fünf im Verkehr hing. Es reichte dennoch nach 56 Runden zum zweiten Rang und 18 WM-Punkten. Vettel haderte, gratulierte aber fair. „Lewis hat unter dem Strich die beste Arbeit abgeliefert. Für uns ist es ein wenig unglücklich gelaufen mit dem Safety Car. Hätte es sonst für den Sieg gereicht? Das kann man nie sagen. Ich glaube aber, es wäre möglich gewesen.“

Fangen wir ganz vorn an und arbeiten uns durch den GP China 2017. Vettel konnte auf dem 466,1 Meter langen Stück vom zweiten Startplatz bis zum Scheitelpunkt der ersten Kurve keinen Angriff auf Pole-Mann Lewis Hamilton starten. Stattdessen musste sich der viermalige F1-Champion dem zweiten Silberpfeil von Valtteri Bottas erwehren. „Mein Start war okay. Vielleicht war ich aber ein bisschen zu konservativ.“ Auf der feuchten Bahn zimmerte Vettel die Innenbahn zu und trieb Bottas nach außen. Der Ferrari-Star hielt den zweiten Rang.

Intermediates bauten schnell ab

Nach dem ersten Umlauf löste die Rennleitung das virtuelle Safety Car aus. Sergio Perez hatte Lance Stroll abgeräumt. Ferrari riskierte und rief seinen Schützling rein. „Die Intermediates bauten in den eineinhalb Runden ziemlich schnell ab. Viele Streckenteile waren einfach schon trocken. Deswegen war ich froh um das Risiko, während der VSC-Phase zu stoppen.“ Ferrari schnallte die weiche Mischung auf. Weil es in der Boxenstraße noch nasser war als auf der Strecke, musste Vettel zunächst vorsichtig seine Reifen ins passende Arbeitsfenster fahren. Es dauerte nur kurz, bis die Trockengummis besser gripten als die Intermediates.

Allerdings spielte das Schicksal dem Team aus Maranello statt eines vermeintlichen Jokers vielmehr eine Niete zu. Antonio Giovinazzi versenkte seinen Sauber in die Mauer, der Rennleitung blieb nichts anderes übrig, als Bernd Mayländer rauszuschicken. Eine glückliche Fügung für Mercedes, das mit Hamilton ebenfalls auf die weichen Pirellis wechselte. „Leider kam das Safety Car raus, als gerade die Slicks richtig hafteten und klare Vorteile gegenüber den Intermediates hatten“, bedauerte Vettel.

Zunächst keine Attacke möglich für Vettel

Der rote Rennwagen mit dem deutschen Piloten fiel zurück auf die sechste Position. Weil Kimi Räikkönen, Valtteri Bottas und die beiden Red Bull-Piloten ebenso von einem späteren Reifentausch profitierten. Bottas nahm sich durch einen Dreher selbst aus dem Rennen um die vordersten Positionen. Ab der achten Runde versauerte Vettel hinter seinem Teamgefährten und Daniel Ricciardo, während Hamilton sich an der Spitze absetzte. Das Trio lag so eng zusammen, dass Vettel nicht wie gewollt attackieren konnte.

„Ich musste warten, bis es sich ein bisschen auseinanderzog. Sonst wäre die Gefahr zu groß gewesen, bei einem Angriff Daniel ganz vorn abzuschießen, falls ich mich vertan hätte.“ Die Lücke zwischen Ricciardo und Räikkönen war in der 20. Runde endlich weit genug aufgeklafft. Vettel knackte den zweiten roten Rennwagen. Zwei Umläufe später nahm er sich den ersten Red Bull vor. Mit einem Wahnsinnsmanöver: Ricciardo mauerte die Innenbahn auf dem Weg zur sechsten Kurve zu. Vettel versuchte es außen herum. Rad-an-Rad beschleunigten die beiden Teamkollegen von 2014 aus der Kurve. Wenige Meter später knallten die Räder zusammen. Vettel setzte sich durch. „Das war ein toller Zweikampf. Er hat mich wirklich eingezwängt. Ich hatte etwas Wheelspin auf dem Dreck, habe dann aber etwas meine Ellbogen ausgefahren.“

Großes WM-Duell zeichnet sich ab

Den zweiten Rang schenkte ihm Max Verstappen später im Rennen eher kampflos. Der Wunderknabe verbremste sich in Turn 14. Mit frischen Reifen (Boxenstopp in Runde 34) machte sich Vettel auf Hamilton-Jagd. Wieder hatte Ferrari die weiche Mischung gewählt. Der Abstand zu Hamilton betrug allerdings schon über zehn Sekunden, nachdem Hamilton zwei Umläufe später einen frischen Satz ans Auto gesteckt bekam.

Vettel verkürzte, es reichte aber nicht. „Zum Schluss hätte ich eine halbe Sekunde schneller sein müssen. Unsere Pace war aber ähnlich. Trotzdem habe ich den Druck aufrechterhalten. Es kann ja sein, dass er einen Fehler macht oder er mit seinem Auto in Probleme kommt.“

Im Ziel trudelte Vettel 6,250 Sekunden hinter Hamilton ein. In der WM liegen beide mit 43 Punkten in Führung. Es zeichnet sich ein großes Duell ab. Soweit will Vettel aber noch nicht denken. Der Blick geht zuerst nach Bahrain. „Ich freue mich darauf. Wir scheinen ganz gut unterwegs zu sein." Eine Aussage, die mit einem Wort zu umfassen ist: Untertreibung.

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