Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 Motorsport Images

Motorproblem bei Leclerc

Ferrari kennt Symptom aber nicht Ursache

Ganz knapp schrammte Charles Leclerc an seinem Premieren-Sieg vorbei. Ferrari fahndet nach der Ursache des Motorenproblems. Sebastian Vettel nimmt Fehler auf seine Kappe.

Um ein Haar hätte Ferrari das Tief von Australien in ein Hoch von Bahrain verwandelt. Beinahe mit einer kleinen Sensation, denn Charles Leclerc war auf Kurs zum Sieg – in seinem gerade mal zweiten Rennen für die Scuderia. Doch die Geschichte ging nicht so gut aus, wie sie bis zu Runde 46 des Rennens geschrieben wurde.

Mutige Entscheidung lohnt sich

Leclerc meldete zunächst fehlende Leistung über Funk an seinen Ingenieur und fragte beunruhigt was los ist. Kurz danach spiegelte sich die Sorge in den Rundenzeiten wieder. Der Youngster verlor ungefähr vier Sekunden pro Runde. Auf der letzten Rille rettete er sich noch auf Platz drei ins Ziel – auch dank des Safety Car, das wegen der beiden havarierten Renault ausrückte.

„Es war eine mutige Entscheidung weiterzufahren, aber am Ende war es die richtige, weil der dritte Platz herauskam”, fasste Ferrari-Teamchef Mattia Binotto es zusammen. Doch was war eigentlich mit dem Triebwerk des SF90 los? “Wir haben noch keine genaue Erklärung. Wir überprüfen den Motor zurzeit. Das Problem war jedenfalls die Verbrennung in einem Zylinder. In Maranello wird der Motor noch einmal komplett gecheckt. Er hat ja auch noch bis zum Ende des Rennens gehalten. Wir werden ihn sicher am Freitag in China noch einmal einsetzen.”

Lewis Hamilton - Charles Leclerc - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019
xpb.cc
Nicht der Premieren-Sieg für Charles Leclerc in Bahrain aber immerhin das erste Podium in der Formel 1.

Kein MGU-H Problem

Gerüchte, es habe ein Problem mit der MGU-H gegeben, dementierte der Schweizer mit italienischem Pass. „In so einem Fall würdest du versuchen Mappings und Einstellungen zu verändern, aber das war heute nicht so.” Die Tifosi haben nun natürlich Sorge, der Motor könnte über die gesamte Saison die Achillesferse der Italiener bleiben. Doch Binotto gibt Entwarnung: “Was passiert ist – auch wenn wir es noch nicht ganz verstehen – ist ein Einzelfall. Es geht nicht darum, dass wir den Motor zu hart rannehmen oder so.”

Was auffällt: Trotz dieser Tragödie ist bei Ferrari keine große Trauer angesagt. Man merkt, dass der Aufschwung nach Melbourne den Ärger über den verschenkten Sieg in Bahrain überwiegt. Deshalb nimmt auch Leclerc viel Positives mit. „Das ist kein Wochenende zum Vergessen. Es war meine erste Pole-Position, dank des Teams, das uns ein tolles Auto hier am Wochenende zur Verfügung gestellt hat. Darauf können sie stolz sein. Während dem Rennen waren wir stark, dann haben eben die Probleme angefangen. Wir haben das Rennen nicht da beendet, wo wir hätten sein können.”

Leclerc bleibt ehrgeizig

Leclerc hat sich am Sonntag in Bahrain endgültig einen Namen gemacht. Er wird als einer der nächsten Weltmeister gehandelt. Das herausragende Talent bescheinigten ihm unter anderem Lewis Hamilton und Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Eine weitere potenzielle Weltmeister-Eigenschaft: Er hebt deshalb nicht gleich ab, sondern sieht immer noch Punkte, wo er sich verbessern kann.

“In Melbourne habe ich noch viele Fehler gemacht. Da war ich nicht zufrieden mit mir. Vor allem im dritten Quali-Abschnitt. Heute habe ich im Vergleich dazu einen guten Job gemacht. Es waren aber immer noch kleine Fehler drin, an denen ich arbeiten werde. Ich tendiere oft dazu, mich auf das Negative an mir an einem Wochenende zu konzentrieren.”

Vettel muss Fehler verdauen

Sebastian Vettel stand ebenfalls ohne Umschweife zu seinem Fehler. Nachdem Hamilton ihm Platz zwei wegschnappte, drehte er sich. „Ich war überrascht, als ich das Heck plötzlich verloren habe. Es war mein Fehler. Das muss ich erstmal verdauen”, sagte er. Noch immer fühlt er sich nicht ganz wohl im Auto, beklagt vor allem Probleme mit dem Heck. Beim Test am Mittwoch will er weiter daran arbeiten und auch Binotto sieht das als Möglichkeit, die Balance für das Rennen in China weiter zu verbessern.

GP Bahrain 2019: Die Highlights vom Rennen

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 Fahrerparade - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 Fernando Alonso - Formel 1 - GP Bahrain - 31. März 2019 48 Bilder
Motorsport Aktuell Helmut Marko & Masashi Yamamoto - F1 2019 Helmut Marko im Interview „Motor-Entwicklung muss billiger werden“

Für Red Bull war das Honda-Heimspiel in Suzuka eine Enttäuschung.

Mehr zum Thema Scuderia Ferrari
Charles Leclerc - GP Japan 2019
Aktuell
Mercedes vs. Ferrari - GP Russland 2019
Aktuell
Sebastian Vettel & Charles Leclerc - GP Russland 2019
Aktuell