Leclerc vs. Vettel - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2019 Wilhelm

Nächste Ferrari-Niederlage

Vettel verspricht Ende der Langeweile

Die Ferrari-Fans mussten in Aserbaidschan wieder ganz stark sein. Das italienische Nationalteam schaffte es auch im vierten Saisonrennen nicht, die Wende im Kampf gegen Mercedes einzuleiten. Sebastian Vettel übt sich in Durchhalteparolen.

Als Sebastian Vettel mit Red Bull vier Mal in Folge Weltmeister wurde, hatte der Heppenheimer sicher nichts gegen die zuweilen eintönigen Red-Bull-Siegesserien einzuwenden. Jetzt bekommt der Ferrari-Pilot jedoch die andere Seite der Medaille zu spüren. Mercedes ist bisher immer eine Nasenlänge voraus, trotz aller Versuche von Ferrari, das Silber-Imperium zum Einsturz zu bringen.

Nach guten Ansätzen im Training setzte es auch in Baku am Ende eine Niederlage. Am Rennsonntag konnte Vettel den vierten Doppelsieg von Valtteri Bottas und Lewis Hamilton in Folge nicht verhindern. Anschließend bekam Vettel natürlich wieder die üblichen Fragen der Pressevertreter zur Mercedes-Dominanz gestellt. „Ist das nicht langweilig?“, fragte der Pilot trotzig zurück. „Es sind ja jetzt nicht nur diese vier Rennen. Es geht ja jetzt schon mehr als vier Jahre so“, schüttelte der Pilot unzufrieden den Kopf.

Vettel glaubt weiter an Ferrari

Bei der Schuldfrage für die Dürreperiode suchte Vettel aber nicht groß nach Ausreden: „Wir geben schon so viel Gas, wie wir können. Aber wir müssen offenbar noch härter arbeiten. Unser Auto ist jetzt auch nicht gerade langsam. Aber Mercedes ist leider richtig schnell. Man muss einfach respektieren, dass sie phänomenal gut sind. Und es scheint für sie irgendwie leichter zu sein, immer alles aus dem Auto und den Reifen herauszuholen.“

Hamilton & Vettel - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2019
Motorsport Images
Vettel reist bereits mit 35 Punkten Rückstand auf Bottas (34 Punkte auf Hamilton) nach Spanien.

Auch Teamchef Mattia Binotto versucht die Situation nicht schwärzer zu malen als sie ist. „Ja, wir hatten jetzt vier Doppelsiege für Mercedes in vier Rennen. Aber der Abstand in Sachen Pace ist nicht so groß, wie es die Punktetabelle erscheinen lässt. Wir waren heute auch nicht meilenweit weg. Und wenn man vorne in sauberer Luft fährt, ist der Vorteil gegenüber den Autos dahinter immer groß.“

Während sich Leclerc in seinem SF90 nach eigener Aussage richtig wohlfühlt, sieht Vettel noch Verbesserungsbedarf. „In dem Auto steckt Potenzial, aber wir können die Performance leider nicht immer und überall abrufen. Deshalb ist es schwer, richtig Vertrauen aufzubauen. Das Gefühl stimmt einfach noch nicht. Das ist wie ein überdimensionaler Zauberwürfel, bei dem alle Felder passen müssen, um das Rätsel zu lösen. Aber ich bin mir sicher, dass wir die Wende schaffen. Die Saison ist ja auch noch lang.“

Schwacher erster Stint in Baku

Gerne hätte Vettel die versprochene Wende schon in Baku geschafft. Doch die beschriebene Inkonstanz im Auto traf den vierfachen Weltmeister schon direkt nach dem Start. „Ich habe die Reifen im ersten Stint einfach nicht auf Temperatur bekommen. Das war wirklich harte Arbeit im Cockpit. Ich habe die Reifen dann etwas überfahren. Und als sie dann endlich im Arbeitsfenster lagen, waren sie schon zu stark vorgeschädigt.“

Boxentafel - Hamilton - GP Aserbaidschan 2018
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Nach dem schwachen Beginn, war der Silberzug vorne abgefahren. „Ich habe leider den Anschluss verloren. Deshalb konnten wir sie mit dem frühen Boxenstopp auch nicht richtig unter Druck setzen. Mit den Medium-Reifen hatte ich sofort ein viel besseres Gefühl. Ich sie auch in der virtuellen Safety-Car-Phase direkt auf Temperatur gebracht. Die zweite Rennhälfte war deutlich besser als die erste. Da habe ich praktisch nichts mehr auf Mercedes verloren.“

An diese Leistung will Ferrari natürlich auch in Barcelona anknüpfen. Vettel hofft, dass man die guten Leistungen aus den Wintertests an gleicher Stelle wiederholen kann. Teamchef Binotto warnt aber: „Alle werden neue Aero-Pakete bringen, mit denen sich die Balance verschieben könnte. Wir haben hier in Baku schon einige neue Teile gebracht, die auch wie geplant funktioniert haben. Wir haben aber auch noch was im Köcher.“

GP Aserbaidschan 2019: Die Bilder der Mercedes-Gala in Baku

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