Sebastian Vettel - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019 Motorsport Images
Sebastian Vettel - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
Valtteri Bottas - Mercedes  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
Vettel & Bottas  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
Charles Leclerc  - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019 49 Bilder

Ferrari vs. Red Bull in Austin

Vettels Ärger über 8 Hundertstel

Nur 67 Tausendstel trennen die schnellsten drei Fahrer der Startaufstellung in Austin. Hätte Sebastian Vettel seine beiden Q3-Runden zusammenlegen können, wäre er auf der Pole Position gestanden.

Das Rennen um die besten Startplätze beim GP USA hätte auch anders ausgehen können. Die ersten drei Fahrer sind nur durch 67 Tausendstel getrennt. Das wirft hinterher immer die Frage auf, wo die Zeit verloren gegangen ist. Valtteri Bottas fuhr schon mit seinem ersten Q3-Versuch auf die Pole Position. Sebastian Vettel verfehlte sie um 0,012 Sekunden, Max Verstappen um 0,067 Sekunden.

Jeder hatte seine Erklärung dafür, warum es am Ende nicht mit der Pole Position geklappt hat. Bei Vettel war es ein zu konservativer erster Versuch. Er ließ in der vorletzten Kurve 0,08 Sekunden liegen. Verstappen führte an, dass er sich im zweiten Versuch in der ersten Kurve verbremste. Das bedeutete 0,15 Sekunden Zeitverlust.

Der beste Moment für die schnellste Runde des Tages war der erste Q3-Versuch. In den letzten fünf Minuten ließ der Grip plötzlich nach. Das lag an den sinkenden Asphalttemperaturen. Verstappen bestätigte: „Es wurde am Ende schwieriger, schnelle Rundenzeiten zu fahren.“

Red Bull hatte immerhin noch den richtigen Riecher. Verstappen wurde als erster der Top-Fahrer auf die Strecke geschickt, dreieinhalb Minuten vor Torschluss. Was selbst den Fahrer verwunderte. „Sind wir nicht zu früh raus?“, wollte der Holländer am Funk wissen.

Im Rückblick wäre noch früher vielleicht noch besser gewesen. Verstappen verstand seine Frage nicht als Kritik: „So lag ich wenigstens am vorderen Ende des Zuges und hatte freie Bahn.“ Er war neben Charles Leclerc der einzige in den Top 6, der seine Zeit noch verbessern konnte.

Charles Leclerc  - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
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Charles Leclerc fehlte es erst an Zuverlässigkeit, dann an Leistung.

Motorwechsel bei Leclerc

Sebastian Vettel ärgert sich, dass er im ersten Q3-Versuch zu sehr auf Sicherheit und im zweiten Anlauf dann etwas zu aggressiv gefahren ist. „Da habe ich in Kurve 19 acht Hundertstel liegen gelassen. Wäre ich in der Kurve so gefahren wie im zweiten Versuch, hätte es gereicht.“ Vettels Rückstand auf Bottas betrug nur 0,012 Sekunden.

Trotzdem war der Ferrari-Pilot zufrieden: „Das Auto war generell besser als am Freitag. Wir haben beim Setup an allen Stellschrauben gedreht und die Reifen besser zum Arbeiten gebracht. Egal ob Soft oder Medium. Das sollte uns auch im Rennen helfen. Wir sollten auch unsere Probleme mit den härteren Mischungen gelöst haben.“

Die Ferrari litten bei den Longruns unter starker Reifenabnutzung. Vettels und Leclercs starke Q2-Zeiten auf der Medium-Mischung geben Anlass zur Hoffnung. Die Fahrer auf den fünf besten Startplätzen gehen alle mit Medium-Reifen ins Rennen.

Die Ferrari verloren speziell in den langsamen Kurven nicht mehr so viel Zeit wie am Vortag. Da fehlten auf Mercedes und Red Bull nur noch zwei Zehntel. In den mittelschnellen Passagen gingen eineinhalb Zehntel verloren. Dafür fuhr man in den S-Kurven auf Augenhöhe mit den Konkurrenten. Auf den Geraden holten sich die Ferrari dreieinhalb Zehntel zurück.

Charles Leclerc merkte an, dass ihm etwas Power gefehlt habe. Er büßte auf Vettel im zweiten Sektor mit der langen Geraden fast zwei Zehntel ein. Es könnte damit zu tun haben, dass der Monegasse im dritten Training gleich in der zweiten Runde wegen eines Öllecks ausgerollt war. Offenbar war eine Leitung gebrochen. Ferrari musste aus Sicherheitsgründen den Motor wechseln, wollte aber nicht sagen auf welche Spezifikation. Es soll ein älterer Spec-2-Motor gewesen sein. Das würde Leclerc etwas Motorleistung kosten.

Vettel & Bottas  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
Wilhelm
Wie sortieren sich die drei Quali-Schnellsten in der ersten Kurve?

Was geht bei 213 Meter Anlauf?

Max Verstappen war trotz Platz 3 in aufgeräumter Stimmung. Die gute Form von Mexiko setzte sich fort. Das war die Hauptsache. „In Mexiko haben wir uns stark erwartet. Dass es auch hier in Austin so eng ist, zeigt dass wir unsere Form von vor der Sommerpause wiedergefunden haben.“

Red Bull-Sportchef Helmut Marko bestätigt: „Wir wurden nach der Sommerpause unter Wert geschlagen. Der Speed in Spa und Monza war gut, es kam nur nicht so zur Geltung, weil Max in Unfälle verwickelt war und dann sich von hinten vorkämpfen musste. In Singapur müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wir haben Fehler mit dem Setup gemacht. Sotschi ist eine Power-Strecke, und da fehlte uns noch der neue Sprit. In Suzuka wäre Max bei der Musik gewesen. Seine Quali-Runde war nicht optimal, und dann ist er von Leclerc abgeräumt worden.“

Vettel und Verstappen stehen nun vor der Aufgabe, den Mercedes vor ihnen beim Start zu knacken. Danach wird es schwierig, denn die Silberpfeile sind im Rennen meistens eine Spur besser als auf eine Runde. Die beste Gelegenheit ist wie immer der Start. Der Anlauf zur ersten Kurve beträgt aber nur 213 Meter.

Die Strecke führt dort jedoch steil bergauf. Kann das für Vettel und Verstappen auf den Plätzen 2 und 3 eine Hilfestellung sein? „Wenn es stimmt, dass wir mehr Power haben, dann müsste ich einen Vorteil haben“, lacht Vettel.

Der Ferrari-Star sieht nur einen Unterschied zu anderen Strecken: „Der Bremspunkt für Kurve 1 ist ein bisschen heikel. Das gibt dir Chancen, den Mann von der Pole zu überholen.“ Max Verstappen verweist auf die breite Strecke: „Da kannst du für die erste Kurve unterschiedliche Linien wählen, was die mehr Möglichkeiten gibt, Positionen gutzumachen.“

Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019 F1-Fotos GP USA 2019 - Qualifying Vettel checkt die Konkurrenz

Nach sieben Ferrari-Poles steht mal wieder ein Silberpfeil ganz vorne.

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