Sebastian Vettel - Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - 24. August 2017 sutton-images.com
Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - 24. August 2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - 24. August 2017
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - 24. August 2017
Max Verstappen & Stoffel Vandoorne - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - 24. August 2017 102 Bilder

Ferrari rüstet sein Auto auf

Vettel-Vertrag verzögert sich

Kimi Räikkönen ist bei Ferrari bestätigt. Sebastian Vettel noch nicht. Der Heppenheimer konzentriert sich voll auf den Titelkampf und hofft, dass Ferraris Upgrades in Spa zünden.

Sebastian Vettels Sommerpause war ruhig. Er verbrachte die 10 freien Tage zuhause und am See. Den Rest der Zeit widmete der WM-Spitzenreiter der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Da blieb keine Zeit mehr für die Vertragsverlängerung. Ferrari bestätigte nur Kimi Räikkönen. Der Vertrag mit Vettel muss noch warten. Er wird laut Vettel auch bis zum Saisonhöhepunkt in Monza nicht fertig sein.

Da fragt sich natürlich jeder, was Vettel und Ferrari noch trennt. Wo er doch sein Lieblings-Teamkollege Räikkönen bekommen hat. Sein Einfluss darauf? „Das Team hat mich gefragt, ob ich damit happy wäre. Ich bin happy. Über Kimis Speed und sein Talent gibt es ja auch keinen Zweifel. Die Entscheidung trifft natürlich Ferrari und nicht mich.“

Über seine eigene Zukunft hält sich der 30-jährige Deutsche bedeckt: „Ich kann noch nicht sagen, wann es so weit ist. Irgendwann wird es Neuigkeiten geben.“ Schon bald? Vettel stellt die Gegenfrage: „Was heißt bald? Das nächste Rennen in Monza ist schon in 7 Tagen. Deshalb erwarte ich keine Neuigkeiten in der nächsten Woche.“

Warum spielt Vettel auf Zeit?

Vettels Aufschiebetaktik und die noch nicht bestätigte Vertragsverlängerung von Valtteri Bottas bei Mercedes heizt naturgemäß die Spekulationen an. Läuft da etwas zwischen Vettel und den Silberpfeilen? Lewis Hamilton winkt ab: „Ich weiß, dass Vettel nicht mein Teamkollege sein will.“ Und dann rieb er seinem WM-Gegner unter die Nase: „Ich wäre für jede Herausforderung bereit.“

Die Wahrheit dürfte wohl so aussehen. Vettel und Ferrari sind sich noch nicht einig über die Länge des Vertrages und die Höhe des Salärs. Während Ferrari seinen Starpiloten lieber langfristig binden will, dürfte sich Vettel eher eine kürzere Bindung wünschen. Nicht aus Misstrauen vor seinem Team. Eher, weil im Jahr 2019 viel in Bewegung geraten wird.

Dann sind Lewis Hamilton, Daniel Ricciardo und Max Verstappen auf dem Markt. Und da ist man lieber flexibel. Vettel ist in einer guten Verhandlungsposition. Er weiß genau, dass ihm Ferrari im Moment nur mit Fernando Alonso drohen könnte. Und das ist eher unwahrscheinlich.

Für Vettel gibt es im Moment auch nur ein Thema. Er will die Chance aller Chancen nutzen und mit Ferrari Weltmeister werden. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ferrari hat ein Auto, das überall gut ist und in den ersten 11 Rennen konnte man mit dem Entwicklungstempo des WM-Rivalen mithalten. „Da war Mercedes bislang der Maßstab. Doch dieses Jahr sind wir auf Augenhöhe“, lobt Vettel.

Mercedes zeigt größere Schwankungen. So wie Hamilton fordert, dass Mercedes dieses Auf und Ab in den Griff bekommen muss, so will Vettel mit dem Team die Schwachpunkte an Auto und Motor ausradieren, die es noch gibt. Zum Beispiel auf den Strecken, wo wenig und mittlerer Abtrieb gefragt ist, wo Effizienz mehr zählt als maximaler Abtrieb. Da ist das Hoheitsgebiet der Silberpfeile.

„Mercedes geht als Favorit in dieses Rennen, aber ich denke trotzdem, dass wir ein Wörtchen mitreden können. Sicher hat Spa einige Ähnlichkeiten mit Silverstone, und Mercedes war unheimlich stark dort, doch wenn wir mit dem Auto Stand heute noch einmal nach Silverstone gehen könnten, würden wir besser aussehen“, tut Vettel geheimnisvoll.

Ferrari-Upgrades sollen Schwachpunkte ausradieren

Ferrari kenne seine Stärken und seine Schwächen und arbeite daran, das eine zu bewahren und das andere zu kurieren, erzählt der Mann, der seit Saisonbeginn die WM-Tabelle anführt. „Wir wissen was wir zu tun haben. Einen Teil davon können wir vielleicht schon in Spa mit unseren Upgrades lösen. Den anderen beim nächsten Rennen.“

Ferrari kam mit Änderungen am Frontflügel und am Unterboden nach Belgien. Dazu neue Dämpfer. Der Schritt, den Vettel für Monza angekündigt hat, dürfte sich auf den Motor beziehen. HaasF1 setzt Motor Nummer 4 bereits in Spa ein und spielt wie bei der dritten Antriebseinheit das Testlabor für den Werksrennstall.

Interessant ist auch ein Vergleich der Flügel, die die beiden WM-Kandidaten für Spa gewählt haben. Mercedes vertraut einem Monza-Flügel, der auf etwas mehr Abtrieb getrimmt ist. Ferrari gibt dem Baku-Flügel den Vorzug. Das verrät, dass Ferrari offenbar auf mehr Abtrieb setzt, Mercedes auf mehr Top-Speed.

Die Rahmenbedingungen favorisieren weder den einen, noch den anderen. Auf der einen Seite geben die weichen Reifenmischungen Ultrasoft und Supersoft Ferrari Vorteile in die Hand, auf der anderen Seite sprechen die hohen Reifendrücke (23,5 PSI vorne/21,5 PSI hinten) und die auf Wunsch von Pirelli stark reduzierten Sturzwerte (2,75 Grad vorne/1,50 Grad hinten) für Mercedes.

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