Ferrari setzt Mercedes unter Druck

"Chance für Überraschung da"

Sebastian Vettel - Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Italien 2015 - Qualifying Foto: xpb 39 Bilder

Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel quetschten sich im Qualifying zum GP Italien 2015 ins Mercedes-Sandwich. Mit den Startplätzen zwei und drei träumt Ferrari sogar vom Heimerfolg.

Ferrari hat sich vom ersten Training bis zum Qualifying kontinuierlich an Mercedes herangerobbt. Am Freitagmorgen fehlten den Italienern über 1,5 Sekunden auf den Formel 1-Krösus. In der zweiten Einheiten trennten sie über sieben Zehntel.

Ferrari steigert sich am Samstag

Am Samstag holte Ferrari weiter auf und reduzierte die Lücke auf unter drei Zehntel. Im Qualifying betrug der Abstand zwischen Pole-Mann Lewis Hamilton und seinem ersten Verfolger Kimi Räikkönen schließlich nur noch 0,234 Sekunden. Direkt dahinter landete Sebastian Vettel vor Nico Rosberg im zweiten Silberpfeil.

In der Vergangenheit war es umgekehrt und Mercedes hing die roten Renner am Samstag ab. Weil man sich in den Trainings mehr Powerreserven übrig gelassen hatte und erst zum Qualifying alle Trümpfe ausspielte. Diesmal nicht. Ferrari scheint mit seinem neuen Motor, für den man drei Entwicklungstoken eingelöst hat, einen Sprung nach vorne gemacht zu haben. "Es ist eine kleine Überraschung, dass wir so stark sind", meinte Räikkönen, der in den Trainings nicht einmal unter die ersten drei gefahren war. "Wir haben kleine Verbesserungen im Vergleich zu gestern erreicht." Dann ordnet der Iceman den ersten Trainingstag ein. "Am Freitag geht es aber nicht um Rundenzeiten. Da macht jeder, was er will. Deshalb fehlt die Aussagekraft."

Erster Räikkönen-Sieg seit Australien 2013?

Räikkönen startet in Monza zum ersten Mal seit China 2013 aus der ersten Reihe. Unter den Augen von Ferrari-Boss Sergio Marchionne erreichte er seinen dritten Quali-Sieg in dieser Saison gegen Vettel. "Es ist gut aus der ersten Reihe zu starten. Die erste Schikane ist sehr eng. Im Mittelfeld stehst du dort mit deinem Auto fast. Hoffentlich haben wir einen normalen Start und bleiben zumindest dort, wo wir aktuell sind."

Ist dann auch der erste Sieg seit Australien 2013 drin? "Wer weiß", hält sich der Finne bedeckt. "Wir werden unser Bestes geben und versuchen, zumindest unsere Positionen zu halten. Aber das Ziel bleibt der Sieg."

Zwar hat Ferrari den Abstand verkürzt, doch bislang zeigte sich Hamilton in bestechender Form. "Man darf ja träumen", äußert sich Vettel auf seine Siegchancen angesprochen. "Es gibt immer eine Chance für eine Überraschung. Wir hatten ja schon ein paar in diesem Jahr."

Der viermalige Weltmeister sieht einen der Schlüssel für die starke Ferrari-Vorstellung in den gemachten Erfahrungen von Belgien. "Wir haben in Spa viel gelernt. Die Strecke ist in Bezug auf das Abtriebsniveau ähnlich zu Monza. Wir waren in Spa nicht ganz glücklich mit der Balance, aber hier haben wir die richtige gefunden."

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