Ferrari SF16-H für die F1-Saison 2016

Bereit zur Machtübernahme

Ferrari SF16-T - Technik - F1 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Ferrari plant 2016 die Machtübernahme in der Formel 1. Im Winter wurde das Auto aufwändig umgebaut - sowohl außen als auch unter der Haube. In unserem Technik-Check zeigen wir Ihnen die Neuerungen am Ferrari SF16-T im Detail.

Kann Ferrari tatsächlich den Angriff auf Mercedes starten? Am Geld und technischen Einsatz fehlt es in Maranello jedenfalls nicht. In den vergangenen Jahren wurde im Designbüro ordentlich aufgerüstet. Unter der Ägide von James Allison arbeitet hungriges Personal, das eine neue Erfolgsära bei der Scuderia einläuten will.

Nicht nur personell ist Ferrari gut aufgestellt. Auch in Sachen Hardware fehlt es an nichts. Der Simulator wurde in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Dazu gab es einen komplett neuen Windkanal und modernste CFD-Technik. Nur eins gibt es jetzt nicht mehr: Ausreden. Konzernchef Sergio Marchionne verlangt für 2016, dass man zumindest auf Augenhöhe mit Mercedes kämpfen kann. Die Titelentscheidung soll nicht wieder so früh fallen wie im Vorjahr.

Technische Daten Ferrari SF16-H

  • Modell: Ferrari SF16-H
  • Motor: Ferrari 059-5
  • Benzin: Shell
  • Felgenhersteller: OZ
  • Bremsen: Brembo
  • Länge: 5.057 mm
  • Radstand: 3.494 mm (2015: 3.508 mm)
  • Überhang vorne: 995 mm
  • Anstellwinkel: 1,4°

Antrieb:

Ferrari hatte bereits 2015 einen großen Sprung in Sachen Motor gemacht. 2016 soll der nächste folgen. 4 Token hatten die Ingenieure während der Saison gar nicht eingelöst. Sie wurden erst parallel zum letzten Rennen gezogen. Die damit verbundenen Modifikationen finden sich somit erstmals im 2016er Antrieb wieder.

In Sachen Packaging haben die Italiener zufälligerweise den gleichen Umbau wie Mercedes vorgenommen. Einer der beiden Ladeluftkühler wanderte aus dem Chassis in die Nähe des Turbos. Ganz zufällig kam die Maßnahme aber wohl nicht. In den letzten Monaten hatten einige Ingenieure aus Brixworth den Weg nach Maranello angetreten - offenbar mit bekannten Ideen im Gepäck.

Auch in Sachen Leistung und Hybrid-Power konnte Ferrari zusammen mit Benzin-Partner Shell aufsatteln, was durch GPS-Messungen der Konkurrenz bestätigt wird. Nur in Sachen Zuverlässigkeit haperte es in der ersten Testwoche noch. Erst am 6. Testtag bekam Sebastian Vettel ein überarbeitetes Aggregat eingebaut, mit dem er gefahrlos auch schärfere Mappings fahren konnte.

Aerodynamik:

In Sachen Aerodynamik ließ Ferrari im Winter kein Stein auf dem anderen. Allerdings hatte man viele der Modifikationen in ähnlicher Form auch schon bei der Konkurrenz gesehen. Die kurze Nase erinnert an Red Bull, die zentrale Heckflügel-Stütze, die nun durch den Auspuff hindurch geht, hatte 2015 schon Toro Rosso gezeigt. Und den Umbau von Pullrod- auf eine Pushrod-Vorderrad-Aufhängung hatten alle anderen Autos längst vollzogen.

Der Motor wurde etwas weiter vorne platziert. Das neue Getriebe fällt kürzer aus. Damit baut der neue Ferrari im Heck nun deutlich schlanker. Die Seitenkästen ziehen sich früher zusammen. Auch im Radstand spiegelt sich der Umbau wider. Zwischen den Achsen sind jetzt 1,4 Zentimeter weniger Platz als im Vorjahr.

Bis auf die bekannte Luftführung durch die Vorderachse sucht man ausgefallene Aero-Tricks am neuen Vettel-Dienstwagen vergeblich. Bei den Testfahrten gaben sich die Ingenieure sparsam mit Updates. Die Techniker wollten erst einmal ausgiebig Daten mit dem Paket sammeln, bevor es schon wieder verändert wird. Ferrari setzte vor allem im Heckbereich die größten Messgeräte ein, um dem Luftstrom auf die Spur zu kommen.

Fazit:

Ferrari ist jetzt in Sachen Aerodynamik wieder auf dem neuesten Stand, auch wenn viele Elemente im Vergleich zu Mercedes etwas konservativ wirken. Das muss aber nicht negativ sein. James Allison hatte schon bei Lotus elegante Autos gebaut, denen man den Speed von außen nicht angesehen hat. Die Longruns bei den Testfahrten haben bereits angedeutet, dass der neue Ferrari dank niedrigem Reifenverschleiß wieder eine Waffe ist.

Ein Fragezeichen schwebt immer noch über dem Antrieb - sowohl was Power als auch Zuverlässigkeit angeht. Um in puncto Leistung einigermaßen mit Mercedes mithalten zu können, setzte Ferrari 2015 ein Aggregat pro Fahrer mehr ein. Die Erhöhung auf 21 Rennen führt 2016 dazu, dass nun alle Teams straffrei einen fünfte Power Unit einsetzen dürfen. Die Laufleistung pro Aggregat reduziert sich dadurch etwas. Das dürfte Ferrari mehr nützen als Mercedes.

Wenn Ferrari das Entwicklungstempo in der Saison weiter so hochhalten kann, wie in der Winterpause, muss Mercedes aufpassen. Ob die Italiener aber in jedem Rennen auf Augenhöhe mit den Silberpfeilen fahren können oder nur bei speziellen Bedingungen ist allerdings fraglich. Die Konstanz hat in den vergangenen Jahren eindeutig für Mercedes gesprochen.

In der Galerie zeigen wir Ihnen den neuen Ferrari im Vergleich mit dem Vorgänger - und die wichtigsten Technik-Modifikationen.

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