Ferrari SF90 - F1-Auto - 2019 Ferrari

Ferrari SF90 für die Saison 2019

Vettel-Renner in neuem Look

Ferrari hat den neuen SF90 vorgestellt, mit dem man 2019 endlich wieder den Formel-1-Titel einfahren will. Wir zeigen, was sich die Techniker in Maranello über den Winter so an besonderen Tricks haben einfallen lassen.

In den vergangenen beiden Jahren sah es für Sebastian Vettel bis zur Sommerpause immer gut aus. Doch dann ging Ferrari im Endspurt der Meisterschaft jeweils die Luft aus. Damit Mercedes 2019 nicht wieder im Spaziergang zum Titel fährt, wurde im Winter in Maranello ordentlich aufgeräumt. Personell präsentiert sich die Scuderia komplett neu aufgestellt.

An der Spitze des italienischen Rennstalls steht mit Mattia Binotto nun ein Ingenieur. Der ehemalige Technikchef hat Maurizio Arrivabene als Teamboss abgelöst. Binotto genießt im Team hohen Respekt. Man darf gespannt sein, wie der gebürtige Schweizer seine neue Rolle ausfüllt. Ein Nachfolger in der Position des Entwicklungsleiters wurde übrigens noch nicht benannt.

Auch beim Fahrerpersonal hat sich etwas getan. Die Ära von Kimi Räikkönen in Maranello ist nun endgültig vorbei. Der Iceman wurde unfreiwillig vor die Tür gesetzt. Dafür bekommt mit Charles Leclerc ein für Ferrari ungewöhnlich junger Pilot eine Chance. Viele Experten trauen dem schnellen Monegassen zu, dass er Teamkollege Sebastian Vettel mehr als nur Paroli bieten kann.

Am Freitag (15.2.2019) präsentierte sich das neu aufgestellte Ferrari-Team nun erstmals geschlossen der Öffentlichkeit. Und natürlich wurde auch das neue Auto vorgestellt. Die rote Göttin des Jahrgangs 2019 trägt den Namen SF90. Der personelle Neuanfang spiegelt sich auch in der Optik des Rennwagens wieder.

Der Ferrari trägt nun eine matte Lackierung. Die „Mission Winnow“-Logos von Sponsor Philip Morris sind nicht mehr in Weiß sondern in Dunkelgrau aufgemalt. Die Farben der italienischen Flagge sind an der Motorhaube nur noch ganz klein angebracht. Weiße und graue Flächen wie im Vorjahr gibt es nun keine mehr.

Ferrari SF90 - F1-Auto - 2019
Ferrari
Die Airbox hat nun eine dreieckige Form. Die Motorhaube dahinter baut extrem schlank.

SF90 baut im Heck extrem schlank

Wichtiger als die Optik ist aber natürlich die Technik. Aus den Ferrari-Designbüros kamen in den vergangenen Jahren viele innovative Ideen, die mittlerweile von der Konkurrenz kopiert wurden. Und auch für 2019 haben sich die Ingenieure wieder einige interessante Detail-Lösungen ausgedacht. So springt vor allem die Airbox sofort ins Auge. Sie fällt deutlich kleiner aus als bei der Konkurrenz, die Öffnung wurde in einer ungewöhnlichen Dreiecksform modelliert.

Bei den Seitenkästen führt Ferrari das Konzept der beiden vergangenen Jahre fort. Die Leitbleche an den Flanken wurden etwas modifiziert, entsprechen aber vom Grunddesign ebenfalls dem alten Modell. Die Spiegel wurden, wie wir es schon bei anderen neuen Autos gesehen haben, relativ weit außen über den Seitenkästen positioniert. Sie sind über einen horizontalen Steg mit dem Cockpitrand verbunden. Die Spiegelgehäuse sind im Gegensatz zum Vorjahr nun aber nicht mehr offen, was etwas überrascht.

Interessant ist auch Form der Motorhaube. Sie baut im oberen Bereich extrem schmal, was auch durch die neue Anordnung der Wastegate-Röhrchen direkt über dem Auspuff möglich wurde. Die Finne, die den oberen Abschluss der Verkleidung bildet, ist deutlich ausgeprägter als bei den anderen 2019er Autos, die bereits vorgestellt wurden. Die beiden oberen Querlenker der Hinterachse haben die italienischen Ingenieure nach dem Vorbild von McLaren aus aerodynamischen Gründen weit innen zu einem einzigen Arm zusammengefasst.

Ferrari SF90 - F1-Auto - 2019
Ferrari
Heckflügel-Endplatte, Wastergate-Rohre, Aufhängung, T-Flügel - im Ferrari-Heck wurde großflächig umgebaut.

Heckflügel-Endplatten in neuer Form

Der Heckflügel steht nach wie vor auf zwei Stelzen. Das kennt man bereits vom Vorgängermodell. Neu ist ein doppelter T-Flügel, der zwischen dem Auspuff und dem Heckleitwerk montiert wurde. Auch der Verstellmechanismuss des DRS wurde modifiziert. Er ragt nun oben ein Stück über den Flügel hinaus. Die Endplatten des Heckflügels sind im zentralen Bereich und an der vorderen Kante stark geschlitzt – soweit es das Reglement eben zulässt. Zusätzlich wurden außen auf die Endplatte noch kleine Strömungsausrichter angebracht.

Auch am vorderen Ende des Autos gibt es interessante Details zu entdecken. Die Befestigung des neuen Zwei-Meter-Flügels ragt nun weiter nach hinten. Die Eingangsschlitze zum S-Schacht wanderten an der Nase entsprechend ein Stückchen nach oben. Beim Frontflügel ist das Hauptblatt in drei Elemente geteilt. Nur die beiden, nun schwarz lackierten, oberen Flaps des Flügels stehen frei. Sie fallen von innen nach außen stark nach unten ab, um die Luft seitlich abzulenken.

Neuer Ferrari SF90 ist eine Evolution

„Es ist eine Evolution des Vorjahresautos, keine Revolution“, versucht Neu-Teamchef Mattia Binotto den Ball flach zu halten. „Vom Konzept führt der SF90 die Philosophie des Vorgängers fort. In den Details haben wir aber versucht, die Grenzen des Machbaren auszureizen und innovative Lösungen zu entwickeln. So ging es uns zum Beispiel darum, im Heck eine extrem schlanke Bauform zu erreichen.“

Sebastian Vettel ist schon ganz heiß auf die neue Saison: „Das ist immer toll zu sehen, wenn alle Elemente zu einem fertigen Auto zusammengefügt werden. Ich kann es kaum erwarten, ins Cockpit zu springen und die ersten Runden zu drehen.“ Dass der neue Teamchef Eingewöhnungszeit braucht glaubt der Heppenheimer nicht: „Wir sind ja schon lange zusammen. Die Arbeitsweise wird sich etwas ändern. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns als Team weiter verbessern können.“

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