Ferrari-Stallregie ohne Folgen

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Der schnellere Ferrari-Pilot in Shanghai war Kimi Räikkönen. Doch im Ziel lag Felipe Massa vor seinem Teamkollegen. In der 49. Runde kam es zu dem internen Platztausch, der Massa für den Showdown in Interlagos zwei WM-Punkte schenkte.

Jetzt beträgt der Rückstand auf Lewis Hamilton sieben Zähler. Mit dem gleichen Nachteil ging Räikkönen vor einem Jahr in das Finale. Und wurde noch Weltmeister. Damals brauchte der Finne die Mithilfe von Massa, um den Titel zu holen. Jetzt ist die Zeit gekommen, zurückzuzahlen.

Formel 1 ist ein Teamsport

Räikkönen redete auch gar nicht lange um den heißen Brei herum: "Ich bin Teil des Teams und ich wusste, was Ferrari von mir erwartete. Für mich spielte es keine Rolle, ob ich Zweiter oder Dritter werde. Meine Titelchancen sind dahin." Auch Lewis Hamilton zeigte Verständnis für den Platztausch: "Formel 1 ist ein Teamsport. Wir hätten es in vergleichbarer Situation nicht anders gemacht."

Immerhin gab es keinen eindeutigen Teambefehl mehr wie 2002 am A1-Ring, als der damalige Teamchef Jean Todt seine Nummer zwei Rubens Barrichello aufforderte, Michael Schumacher mit Blickrichtung WM-Titel Platz zu machen. Diesmal unternahm Ferrari wenigstens teilweise den Versuch, es nicht ganz so offensichtlich aussehen zu lassen. Räikkönens zweiter Tankstopp dauerte eine halbe Sekunde länger, und als Massa seinen Achtsekunden-Rückstand auf den Stallrivalen abknabberte, streute Kimi zwischendurch immer mal wieder eine schnelle Runde ein. Zwei weitere Sekunden blieben liegen, als er Giancarlo Fisichella für eine Blockade mit der Faust drohte und dabei voll vom Gas ging.

Der Befehl kam drei Stunden vor dem Start

Die Rennleitung zog eine Untersuchung der Aktion nicht einmal in Betracht. Es waren keine verdächtigen Funksprüche und Boxensignale zu sehen. Wozu auch? Das Manöver war von langer Hand geplant. Der Befehl kam drei Stunden vor dem Start bei der letzten Taktikbesprechung.

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